17. Auflage an und in der „Alten Schule“ - Handwerk in Löhndorf“
Martinsmarkt und Bürgerempfang
Löhndorf. „Handwerk in Löhndorf“ hieß das Motto des diesjährigen Martinsmarktes. Seit der Premiere gilt der Markt als Veranstaltung mit einem ganz eigenen Charme und Besucherandrang am Montag. In seiner 17. Auflage bestätigte sich dies einmal mehr. Der Dreiklang von Markt, Bürgerempfang und Ausstellung zur Dorfgeschichte ist zu einer Erfolgsgeschichte geworden, die an Rhein und Ahr in den vergangenen Jahren auch gerne kopiert wurde.
Denn „Handwerk in Löhndorf“ griff jenes Thema auf, das den 1.400 Seelenort in seinem wirtschaftlichen Kern beschäftigt. Immerhin gibt es im Rosendorf 70 Handwerksmeister, die ihrem Gewerbe meist auch mit vielen kleinen Betrieben nachgehen.
Und die Ausstellung zum Thema hatte es erneut in sich. Es ist einfach erstaunlich, was die Löhndorfer zum jeweiligen Thema alles in alten Fotobüchern oder auf dem Speicher auftreiben. So die Meisterbriefe aus vielen Jahrzehnten. Ältestes Dokument aus dem Jahr 1930 war der Gesellinnenbrief der Schneiderin Apolonia Schmickler. Christian Adams aus Löhndorf hat am 30. Oktober ganz frisch seinen Meister im Metallbau gemacht. Heute fast schon exotisch. Der Brief für den „Hauer“ im Steinkohlenbergbau von Günther Thiem aus dem Jahr 1957.
Zahlreiche Ehrengäste
Ortsvorsteher Friedhelm Münch freute sich über die Ehrengäste Guido Ernst, Host Gies, Landrat Jürgen Pöhler und Sinzigs Beigeordnete Charlotte Hager. Die hatten in ihren Grußworten viel Lob für die Löhndorfer Dorfgemeinschaft und deren Projekt Martinsmarkt.
Der stellvertretende Ortsvorsteher Norbert Fuchs, selbst Handwerksmeister und Unternehmer, übersetzte das Motto wie folgt: „Am Anfang waren Himmel und Erde, den Rest haben die Handwerker gemacht.“ Der Festredner des Tages Manfred Sattler, Präsident der Koblenzer Industrie- und Handelskammer (IHK) und selbst Ortsbürgermeister in Wassenach, schlug einen ähnlichen Grundtenor ein: „Ohne Handwerk geht nichts, auch wenn in der heutigen Zeit gerade kleine Betriebe von der wachsenden Bürokratie erstickt zu werden drohen“, so seine Kernaussage. Sattler startet den Aufruf an alle Meister und Betriebe, weiter auszubilden und fortzubilden. „Die Chancen für das Handwerk sind weiterhin da“, meinte er.
Natürlich sangen die Kindergartenkinder das Martinslied. Wobei die Darsteller von Sankt Martin und Bettler Pänz aus dem Murreland Westum waren. Den weiteren musikalischen Rahmen lieferte der Kirchenchor „Cäcilia“.
Großes Marktangebot
Trotz der Konkurrenz durch die Sessionseröffnung der Karnevalisten zeigte sich der Markt mit großem Angebot und großem Besucherandrang. Vor allen Dingen am Mittag und zum Feierabend knubbelte es sich auf dem Festplatz vor der „Alten Schule“.
Für „Einheimische“ und Besucher war dieser ganz normale Montag ein besonderer Montag, eben der Martinsmarkt-Montag. Und die Veranstaltung in Löhndorf hat ihr ganz besonderes Flair.
Für die Löhndorfer selbst ist der Markt unter dem Motto: Probieren, kaufen und natürlich viele Schwätzchen halten, längst ein Muss, lockt aber auch mehr und mehr Besucher von auswärts.
Beim Markt selbst war wieder alles im Angebot, was das Leben angenehm macht. Die Palette reichte über Backesbrot, Räucherfisch, Döppekuchen, Schlachtplatte, Honig und Eier, Käse und Wurst bis zu Tee, Kaffee und Kuchen über Obst und Gemüse, Marmeladen, bis zu den bekannt guten Löhndorfer Obstweine bis hin zum Gratis-Apfelsaft für die Kinder. Diese regionalen Genüsse kommen fast ausschließlich aus eigener Herstellung.
Und es gab eine Demonstration des Löhndorfer Handwerker-Stammtischs. Denn der schlug einen vorgefertigten Sechseck-Pavillion aus Holz auf, der auch einen festen Platz an der alten Schule finden soll. Der Stammtisch feierte in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Der Martinsmarkt in Löhndorf bleibt eine einzigartige Veranstaltung. Und der Löhndorfer Dorfgemeinschaft werden wohl auch in Zukunft die Ideen nicht ausgehen.
