Mitsing-Abend im Westumer Backes
Musik verband Jung und Alt
Uralte "Heules-Lieder" vorgetragen
Westum. Über ein „volles Haus“ konnten sich die Katholische Erwachsenenbildung St. Peter Westum und der Katholische Junggesellenverein 1857 Westum freuen. Viele Gäste waren der Einladung zum Zuhören und Mitsingen gefolgt. Angefeuert und unterstützt von den „Hellenbacher Jonge“ sangen Jung und Alt gemeinsam bekannte und neue Lieder. Es war das Anliegen der Veranstalter, historisches Liedgut wieder zum Leben zu erwecken. Ein Programmpunkt war die Überreichung von drei Notensätzen uralter „Heules-Lieder“. Diese gehören seit vielen Jahren zum Repertoire des Junggesellenvereins. Textdichter und Komponisten sind unbekannt, Noten existierten nicht. Das rief Andreas Dietl, Musiklehrer und Leiter des Westumer Kirchenchores, und Georg Alfter, Leiter der KEB St. Peter Westum, auf den Plan. Letzterer sang die Lieder aus der Erinnerung vor, und Andreas Dietl brachte Musik und Text zu Papier. Hierfür bedankten sich die Junggesellen herzlich und sangen den ganzen Abend über begeistert mit. Unterbrochen wurde der Gesang durch einige Worte zur Dorfgeschichte und spontane Beiträge aus dem Publikum. So trug zum Beispiel ein über 80-jähriger Löhndorfer Gast den Löhndorfer Heules-Spruch aus dem Gedächtnis vor. Als „Heules“ bezeichnet man übrigens den in Westum und anderen Orten der näheren und weiteren Umgebung gepflegten Brauch der Junggesellen, von einem ortsfremden Bräutigam vor der Hochzeit eine Auslösung für den „Verlust der Jungfrau schön und fein“ zu verlangen. Und dabei geht es eben auch musikalisch zu. Um den Fortbestand dieser Tradition muss man sich keine Sorgen machen, zumindest was das Singen angeht. Denn im Backes wurde an diesem Abend mehrfach der Wunsch nach Wiederholung geäußert. Warum eigentlich nicht?
Übrigens: Interessierte können sich demnächst die „neuen“ drei Notensätze auf der Homepage jgv1857westum.de ansehen.
