Rege Beteiligung und lebhafte Diskussionen
Offener Bürgerdialog der FWG Sinzig auf den Marktplatz
aus Sinzig
Sinzig. Die Freie Wählergruppe (FWG) Sinzig hatte für Samstag interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie die Sinziger Gewerbetreibenden zu einem offenen Bürgerdialog auf den Marktplatz eingeladen. Ziel der Veranstaltung war es, den direkten Austausch zu fördern, Anliegen aufzunehmen und aktuelle Themen gemeinsam zu diskutieren.„Wir möchten zuhören, Fragen beantworten und Anregungen aufnehmen“, betonte die FWG-Vorsitzende Melanie Hürlimann. Gemeinsam mit Ortsvorsteher und Fraktionssprecher Reiner Friedsam sowie weiteren Mitgliedern der FWG-Ratsfraktion stand sie den Besuchern für Gespräche zur Verfügung. Das Angebot wurde rege angenommen. Besonders erfreulich war die Beteiligung jüngerer Bürgerinnen und Bürger sowie junger Familien. Im Fokus der Gespräche stand vor allem das aktuell diskutierte Verkehrskonzept rund um den Marktplatz sowie die mögliche Einrichtung einer Fußgängerzone. Schnell entwickelte sich eine lebhafte und zugleich konstruktive Diskussion mit vielfältigen Fragen, Anmerkungen und unterschiedlichen Sichtweisen.
Ein gemeinsamer Nenner zeigte sich bei vielen Teilnehmern in der Kritik am sogenannten „Schaulaufen“ vieler Autofahrer – dem wiederholten, oft grundlosen Durchfahren der Innenstadt, das nach Ansicht vieler das Verkehrsaufkommen unnötig erhöhe. Auch das häufige Nichteinhalten der Geschwindigkeitsbegrenzung wurde von den Anwesenden als sicherheitsrelevantes Problem angesprochen. Gleichzeitig stellte sich heraus, dass vielen Besuchern nicht bewusst war, wie viel Anwohnerverkehr selbst bei Einrichtung einer Fußgängerzone weiterhin bestehen bleibt.
Ortsvorsteher Reiner Friedsam berichtete aus seinen Erfahrungen mit der temporären Fußgängerzone im Sommer 2003. Dabei machte er deutlich, dass eine Fußgängerzone allein nicht automatisch zu einer Belebung der Innenstadt führt. Zwar könne die derzeit geplante Gestaltung von Markt- und Brunnenplatz die Aufenthaltsqualität deutlich verbessern, doch seien ergänzend gezielte Maßnahmen erforderlich. „Damit mehr Menschen in die Innenstadt kommen, braucht es vor allem ein attraktives Stadtmarketing mit regelmäßigen Veranstaltungen“, so Friedsam. Als Beispiel verwies er auf das Jahr 2003, als über 16 Wochen hinweg mit Straßenmusik, Straßenmalkunst, einer Weinmeile sowie händlerübergreifenden Aktionen zahlreiche Besucher angezogen wurden. Erst wenn solche Impulse umgesetzt seien, könne man sinnvoll über die dauerhafte Einrichtung einer Fußgängerzone entscheiden. „Gerade bei Themen, die das tägliche Leben, den Handel und die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt betreffen, ist uns der direkte Dialog besonders wichtig“, unterstrich Hürlimann abschließend. Der Bürgerdialog habe einmal mehr gezeigt, wie wertvoll der persönliche Austausch sei. Er habe Raum für unterschiedliche Perspektiven geschaffen und dazu beigetragen, gemeinsam ins Gespräch zu kommen – so das Fazit der anwesenden FWG Gremien Mitglieder.
