Allgemeine Berichte | 29.08.2013

Beim Offenen Bücherschrank in Sinzig warben Denkmalfreunde, Ortsvorsteherin, HOT-Besucher und -Mitarbeiter fürs Lesen

Schatztruhe Literatur

Mit welch skurrilen Erlebnissen ein Lehrerkind ironisch abrechnet, davon las Ortsvorsteherin Silvia Mühl am Brunnenplatz. RÜ

Sinzig. Nur das plötzlich sprudelnde und ebenso schlagartig versiegende Wasser am Brunnenplatz irritierte ein wenig beim Zuhören. Ansonsten waren die Gäste des Leseabends, den Vorstandsmitglieder des Vereins zur Förderung der Denkmalpflege und des Heimatmuseums, Ortsvorsteherin Silvia Mühl sowie Mitarbeiter und Besucher der Jugendeinrichtung HOT gemeinsam am Brunnenplatz gestalteten, ganz Ohr. Die Akteure holten mit ihren Beiträgen einen Termin nach, der Mitte Mai, als der Verein seinen Offenen Bücherschrank in Form einer umfunktionierten Telefonzelle vorstellte, ins Wasser gefallen war, nachdem ergiebiger Regen die Veranstaltung begleitete. Indes war dem zweiten Leseanlauf am Brunnenplatz ein lauer Sommerabend vergönnt. Und die Vorleser konnten dazu auf einer besonderen Sitzgelegenheit Platz nehmen, dem Lesethron des HOT. Franz Krämer vom Denkmalverein begrüßte die Gäste, nicht ohne ihnen den Prototyp des Literaturfreundes vorzuführen. Der versucht im heiter gefärbten Gedicht „Bücher“ des populären Dichters Eugen Roth sich von vermeintlich überzähligen Exemplaren zu trennen, um schließlich die Werke Schopenhauers, Herders und E. T. A. Hoffmanns alle wieder im Regal zu versammeln. Jeder Vorleser steuerte Lektüre seiner Wahl bei. Silvia Mühl hatte Bastian Bielendorfers ironisch verbrämte Autobiografie „Lehrerkind: Lebenslänglich Pausenhof“ dabei. Unglaublicher als die von seinen penetranten Lehrereltern hervorgerufenen Leiden des jungen Bastian sind nur dessen Überlebenskünste. Ganz andere Einblicke gewährte die mit zehn Jahren jüngste Leserin Marita Mies. Sie trug aus Hortense Ullrichs Buch „1000 Gründe, nicht zu küssen“ vor, das von einem verliebten Mädchen handelt. Auf Prosa folgten erneut Reime von Eugen Roth. Hot-Mitarbeiterin Anja Drieling fand die richtige Tonlage für seine Zeilen vom lesesüchtigen Lexikonnutzer, der auf der Suche nach dem Wort „Mormone“ von einem Wissensgebiet durchs nächste wandert.

Gut betonte Leseprobe

Die 15 Jahre alte Guiliana Deutschmann fesselte sodann durch ihre gut betonten Leseproben von Klassikern der Jugendliteratur. Mit Gespür für Pointen hatte sie sich spannende Passagen aus Otfried Preußlers „Krabat“ und Michael Endes „Die unendliche Geschichte“ ausgesucht. Preußlers Erzählung gab Einblick in die unheimliche Mühle im Koselbruch bei Schwarzkollm, wo der Waisenjunge Krabat beim nicht minder unheimlichen Müllermeister gerade eine Lehrstelle antritt. Auch der von Deutschmann vorgetragene Auszug der unendlichen Geschichte betraf eine Schlüsselszene: Im Reich Phantasien begegnet ein verirrtes Irrlicht zur Nachtzeit einem Felsbeißer, einem Nachtalben und einem Winzling. Sie finden heraus, dass sie alle aus ein und demselben Grund als Boten ihrer Länder zur kindlichen Kaiserin entsandt sind: Sie soll raten, was zu tun ist gegen das „Nichts“, das sich ausbreitet und Mensch und Materie verschlingt.

Lust aufs Lesen

Das Gehörte machte Lust darauf, sich wieder in bereits gelesene als auch frisch in unbekannte Bücher zu vertiefen. Zuletzt unterstrich Denkmalvereinsmitglied Gottfried Nonnast, Motor des Offenen Bücherschranks, noch einmal mit Herrmann Hesse den Wert der Schatztruhe Literatur: „Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken“.

Die HOT-Beteiligten schlugen vor, zukünftige Leseabende unter ein besonderes Thema zu stellen.

Guiliana Deutschmann trug Schlüsselszenen aus Klassikern der Jugendliteratur vor. HG

Guiliana Deutschmann trug Schlüsselszenen aus Klassikern der Jugendliteratur vor. Foto: HG

Mit welch skurrilen Erlebnissen ein Lehrerkind ironisch abrechnet, davon las Ortsvorsteherin Silvia Mühl am Brunnenplatz. Foto:

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