Lokalsport | 17.04.2014

Reserve der SG Westum/Löhndorf machte es unnötig spannend

Sportfreunde Koisdorf wehrten sich lange

Favorisierte Mannschaft von Trainer Rolf Seiler hätte einen 3:0-Vorsprung beinahe noch aus der Hand gegeben

Behielt einen kühlen Kopf: SG-Torhüter Wolfgang Staus.privat

Sportfreunde Koisdorf - SG Westum/Löhndorf II 2:4 (0:2). Nachdem die zweite Mannschaft der SG Westum/Löhndorf im ersten Spiel nach der Winterpause einen ungefährdeten 3:0-Heimsieg gegen den SV Berg-Freisheim einfahren konnte, traten die Mannen um Trainer Rolf Seiler zum Derby bei den Sportfreunden in Koisdorf an. Bei bestem Fußballwetter pfiff der Unparteiische Markus Wolff aus Wehr die Begegnung im Koisdorfer Waldstadion an. Der dortige Rasenplatz präsentierte sich lediglich optisch in einem guten Zustand. Im Stil einer Spitzenmannschaft bestrafte die Spielgemeinschaft den ersten richtigen Fehler der Koisdorfer. Einen Abstoß konnte Mittelfeldmann Berno Esser in Höhe der Mittellinie abfangen und kontrollieren. Er schaltete schnell und konnte Simon Gassen mit einem Traumpass in die Schnittstelle der Abwehr perfekt einsetzen. Er lief allein auf das Gehäuse der Sportfreunde zu und ließ mit einem überlegten Flachschuss in die rechte Ecke Torhüter Daniel Ockenfels keine Chance (25.).

Zerrung in der Leiste

Kurz darauf war für Kapitän Marco Herges, der in der Woche zuvor seinen runden Geburtstag ausgiebig gefeiert hatte, Schluss. Grund hierfür war eine Zerrung in der Leiste. Er wurde durch Christian Knauth ersetzt. Die Kapitänsbinde ging an Libero Björn Schröder. Knauths Einsatz machte sich schon kurz darauf bezahlt. Verteidiger Dominik Schäfer setzte auf der linken Außenbahn Martin „Eisbär“ Kohzer mustergültig ein. Seine scharfe Hereingabe konnte ein Abwehrspieler der Sportfreunde aus kurzer Distanz nur ins eigene Netz abfälschen. Knauth bedrängte diesen arg und wäre wohl ebenfalls zur Stelle gewesen, um die Führung auszubauen. Nach dem 2:0 sorgte die Mannschaft um Spielertrainer Thomas Ockenfels, ein Mann mit SG-Vergangenheit und Zukunft, für Entlastung. Fünf Minuten vor der Halbzeitpause konnte sich SG-Torhüter Wolfgang Staus mit einer Glanzparade auszeichnen. Schiedsrichter Wolff hatte zuvor jedoch auf Abseits entschieden. In der 45. Minute verpasste es Simon Gassen, die Führung auszubauen.

Sieben Minuten nach Wiederanpfiff schnürte Simon Gassen seinen Doppelpack. Über Berno Esser landete der Ball bei Marcel Schneider. Dieser versetzte seinen Gegenspieler mit einer Körpertäuschung und bediente dann auf links mustergültig Simon Gassen. Dieser schlenzte den Ball an den Innenpfosten, von da aus trudelte dieser in die Maschen. Wer nun dachte, dass die Partie entschieden war, sah sich getäuscht. Die Elf aus dem Sinziger Höhenort zog ein regelgerechtes Powerplay auf. Nachdem ein Freistoß noch an die Latte des SG-Gehäuses geklatscht war, gab es nach etwa einer Stunde Spielzeit keine Rettung mehr. Thomas Ockenfels wurde in Höhe des Fünf-Meter-Raums nicht ausreichend gestört und konnte dann in zentraler Position einschieben. Die Koisdorfer witterten Morgenluft.

Nötige Präzision fehlte

Simon Gassen hätte in der Folgezeit nach Kontern zweimal zum Matchwinner avancieren können, doch seinen Abschlüssen fehlte die nötige Präzision. Verletzungsbedingt wurde Marcel Schneider durch den Indien-Rückkehrer Stefan „Mini“ Röhrig ersetzt. Irgendwie schlich sich beim Tabellenführer der C-Klasse Ahr der Schlendrian ein. Die Zuordnung stimmte kaum bis wenig. Nach 70. Minuten konnte Wolfgang Staus mit einer Blitzreaktion den sicheren Vorsprung festhalten.

Der Koisdorfer Marcel Gardelegen schoss einen Freistoß Höhe der Mittellinie frech und tückisch Richtung Tor. Den aus der Sonne kommenden Ball konnte Staus gerade noch entschärfen. Eine Viertelstunde vor dem Ende war aber auch er machtlos. Der eingewechselte Denis Pilapl stelle den Anschlusstreffer her und läutete somit eine äußerst spannende Schlussphase ein. Eigentlich war der Ball von der Westumer Hintermannschaft schon gesichert, doch einen zu kurzen Pass konnte Pilapl erlaufen und dann locker einschieben. Jeder Standard flog gefährlich in den Westumer Strafraum. Dominik Schäfer musste hier das ein oder andere Mal seine Lufthoheit beweisen. Nachdem Simon Gassen es mal wieder verpasst hatte, zehn Minuten vor dem Ende für die endgültige Entscheidung zu sorgen, musste die SG weiter um die drei Punkte im Aufstiegskampf zittern. Koisdorf warf alles nach vorn. Die sich nun bietenden Räume zur Entlastung wurden leichtfertig verschenkt.

In der 87. Spielminute wurde ein Schuss von Thomas Ockenfels geblockt. Dem Westumer Anhang stockte der Atem. Der robuste und kopfballstarke Christian Harst wurde von Rolf Seiler auf das Spielfeld geschickt. Er sollte die drei Punkte sichern. Martin Kohzer hatte seinen Arbeitstag beendet. In der Nachspielzeit dann die Entscheidung: Nachdem er es selbst in der 91. Minute wiederum verpasst hatte, den Sack zuzumachen, legte Simon Gassen den Ball quer. Dave Kürbis schob den Ball trocken zum 2:4-Endstand in das Koisdorfer Tor ein.

Behielt einen kühlen Kopf: SG-Torhüter Wolfgang Staus.Foto: privat

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