Neues Dorfgemeinschaftshaus für Koisdorf
Stadt Sinzig hat Wendelinus-Stube gekauft
Koisdorf. Ein Dorfgemeinschaftshaus für Koisdorf: Dieser lang gehegte Traum wird im Höhenort wohl in Erfüllung gehen.
Zwei Jahre lang mussten die Koisdorfer für viele ihrer Veranstaltungen nach der Schließung der örtlichen Kneipe „Wendelinusstube“ mit Saal nach Sinzig ausweichen.
Ihr neues Dorfgemeinschaftshaus mit Leben zu füllen wird nun die Aufgabe der rund 800 Bewohner Höhenort sein. Grundvoraussetzung: Die kürzlich von der Stadt Sinzig erworbene Immobilie, der ehemalige Landgasthof mit dem großen Veranstaltungssaal Schneider, soll bald über einen Trägerverein, in dem der Ortsbeirat, die dörflichen Vereine und möglichst viele Koisdorfer Mitglieder werden sollen, verwaltet und gepflegt werden.
Dies war zentrales Thema der Bürgerversammlung in der kleinen ehemaligen Schule, bei der insbesondere viele ältere Mitbürger des Ortes anwesend waren. „150.000 Euro waren per Beschluss aller Ratsfraktionen im Sinziger Haushalt für den Erwerb eingestellt worden. Die Stadt konnte das 1.100 Quadratmeter große Grundstück, das Haus mit der Gastwirtschaft, dem Saal und der kompletten Wohnung mit den drei Ferienzimmern günstiger erwerben, sodass nun auch noch Gelder vorhanden sind, um notwendige Instandsetzungsarbeiten vornehmen zu lassen - aber es ist auch viel Eigenleistung von uns nötig“, stellte Ortsvorsteher Karl-Heinz Arzdorf fest.
„Dass wir das können, haben wir schon in den 1980er Jahren bewiesen“, erinnerte Arzdorf an die Bemühungen der Koisdorfer, ihren Veranstaltungsort, den sie mit viel Eigenleistung gebaut hatten, zu bewahren. Der Sanierungsstau des Gebäudes ließ bei der Versammlung Bedenken aufkommen, ob die eingestellte Summe für die Instandsetzung ausreicht. „Nach meiner langjährigen Erfahrung ist der Posten ,Unterhaltung der Gemeindehäuser‘ ein dehnbarer Begriff - ich sehe das sehr positiv“, äußerte sich Willi Engel, ehemals langjähriger Büroleitender Beamter bei der Sinziger Stadtverwaltung.
Trägerverein soll Betreuung übernehmen
Das Dorfgemeinschaftshaus soll wie schon beim Sinziger Helenensaal, der von der KG Närrische Buben gepflegt und verwaltet wird, von dem noch zu gründenden Trägerverein betreut werden. In dieser Hinsicht hatte sich der Koisdorfer Ortsbeirat bereits mit dem ähnlich aufgestellten Verein in Grafschaft-Lantershofen ausgetauscht, der dort die Regie über den ehemaligen Winzerverein übernommen hat. „Wir werden demnächst eine Gründungsversammlung für diesen Verein abhalten, bei der der Vorstand gewählt, der Zweck und die Vorgehensweise festgelegt werden soll“, kündigte der Ortsvorsteher an. Jeder Verein stellt einen Beisitzer, sie sind aber selbst für die Ausrichtung ihrer Feste zuständig. Eine Mitgliedschaft wird laut Arzdorf voraussichtlich für Einzelpersonen 12 Euro, für Familien 15 Euro und für Vereine je nach Mitgliederzahl 50 bis 65 Euro im Jahr kosten. Für ihr Herbstkonzert wird die Koisdorfer Chorgemeinschaft wohl noch nach Sinzig ausweichen müssen, zur Karnevalssession für die Sitzungen der Sportfreunde oder der Möhnen soll der ehemalige Saal Schneider dann aber soweit hergerichtet sein, dass auch die Brandschutzbestimmungen erfüllt sind. Inwieweit in der ehemaligen Gaststätte eine Küche zur Verköstigung der Gäste installiert werden kann, muss noch geklärt werden.
Die Wendelinus-Stube soll als neues Dorfgemeinschaftshaus umbebaut werden.
