Neuntklässler der Barbarossarealschule Plus in Sinzig besuchen KZ-Gedenkstätte Osthofen
Unterrichtsstoff hautnah erleben
Sinzig. Die Schüler der Klasse 9a der Barbarossarealschule Plus in Sinzig besuchten im Rahmen eines fächerübergreifenden Unterrichtprojektes zum Thema Nationalsozialismus gemeinsam mit ihren Lehrern die KZ Gedenkstätte in Osthofen. Dort entstand 1933 eines der ersten Konzentrationslager der NS-Diktatur. Getarnt wurde die Anlage als „Erziehungs- und Besserungsanstalt“ für angeblich Kriminelle im Raum Worms. Tatsächlich wurden dort aber politische Gegner der NSDAP, vor allem aus den Reihen von KPD und SPD, für ihre Parteizugehörigkeit inhaftiert und schikaniert. Wie die Schüler bei einer zweieinhalbstündigen Führung erfuhren, kam im KZ Osthofen niemand ums Leben. Es handelte sich also nicht um eines der später eingerichteten Vernichtungslager. Dennoch haftete dem Rundgang ein bedrückendes Gefühl an, denn medial aufgearbeitete Augenzeugenberichte klärten über die Vorgänge hinter den hohen Mauern auf. Die Kosten für die Fahrt wurden größtenteils durch Sponsorengelder finanziert, sodass der Eigenanteil der Schüler relativ gering gehalten werden konnte. Ein besonderes Lob der Klasse 9a und der betreuenden Lehrer Peter Lauermann und Susan Schlange geht demnach an die Kreissparkasse Ahrweiler, insbesondere an die Außenstelle Sinzig, an die Stadt Sinzig selbst und natürlich an den schuleigenen Förderverein. „Es ist natürlich ein großer Unterschied, ob man Geschichtliches im Unterricht behandelt oder sich vor Ort unter fachkundiger Führung selbst ein Bild machen kann!“, kommentierte eine beeindruckte Schülerin die Besichtigung in Osthofen. „Danke an alle, die uns diese Erfahrung ermöglicht haben!“, war der Grundtenor am Folgetag. Mit diesem Ausflug konnte die Barbarossaschule Sinzig mithilfe aller Sponsoren ihren Schülern ein Stück der deutschen Geschichte wesentlich näher bringen, als es Unterricht im Klassenraum jemals zu vollbringen vermag.
