Kommentar zur aktuellen Situation der Ahrtalbahn
Verbesserungen und Notwendigkeiten
Bonn/Dernau/Ahrbrück. Quasi über Nacht verstummt sind die im letzten Jahr gewohnten Beschwerden von Fahrgästen, Fremdenverkehrsverbänden, Politik sowie Ahrtalbahnfreunden über die seinerzeit untragbaren Zustände an der Ahrtalbahn in den Herbstmonaten sowie beim Recher Luziamarkt. Die Verantwortlichen beim Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz (SPNV) Nord haben die Situation über ein Jahr beobachtet - und dann wirksam gehandelt. Für die Wochenenden in diesen Zeiten haben Verbandsdirektor Dr. Thomas Geyer und seine Mitarbeiter eine einfache, aber dafür umso wirksamere Lösung gefunden: Statt zusätzliche Triebwagen längere Züge: Im „Dernauer Takt“ Dernau - Remagen dann drei- statt sonst zwei, und zwischen Ahrbrück und Bonn statt drei jetzt vier Zugteile. Dies galt lange Zeit als nicht zulässig. Und für diese Maßnahmen ernten SPNV Nord sowie DB Regio als Betreiber, in Person von Dirk Helfert, jetzt allenthalben Lob. Zu Recht: Es bleiben keine Fahrgäste mehr stehen, und die Bahn ist trotz des großen Andrangs überwiegend pünktlich. Gut, dass die Deutsche Bahn auch die benötigten Fahrzeuge zur Verfügung stellen kann, dass gute Triebwagenführer eingesetzt werden und die Bahnhöfe Kreuzberg und Dernau - gerade in diesen Stoßzeiten - noch personell besetzt sind. Was trotz aller Euphorie und Freude nicht darüber hinweg täuschen kann, was Andreas Wittpohl angemahnt hat: Die konsequente Umsetzung der überfälligen Barrierefreiheit an den Bahnhöfen und Haltepunkten der Ahrtalbahn. Hierauf haben SPNV und DB Regio jedoch nur bedingt Einfluss: Solche Maßnahmen sind in einem Rahmenvertrag zwischen dem Land Rheinland-Pfalz, DB Station & Service sowie den beiden Zweckverbänden Süd und Nord (hier: SNPNV Nord) festgelegt. Aus übereinstimmender Sicht von Bahnkennern enthält diese Vereinbarung deutlich zu wenige Projekte.
Willi Tempel
