Frühjahrsputz am Schwanenteich
Viele Helfer unterwegs
Verein stellt sich neu auf
Sinzig.Am Schwanenteich und am Ahrufer war am vergangenen Samstag Frühjahrsputz angesagt. Viele ehrenamtliche Helfer erledigten dabei eine ganze Reihe von Aufgaben. Und beim Verein Tier und Naturfreunde Schwanenteich war man mit dem Ergebnis durchaus zufrieden.
Am Samstag wurde aber auch deutlich, dass der Verein auf dem Weg ist, sich vollkommen neu aufzustellen. Dies alleine auch der Tatsache geschuldet, dass das Vereinsgelände ja zu über 95 Prozent auf der Sinziger Gemarkung liegt. „Wir sind ein Sinziger Verein bleiben aber auch ein Bodendorfverein“, so Martina Weiland eine der drei neuen Vorstandssprecherinnen. Neuer Trend am Schwanenteich ist, dass man eine starke Vernetzung mit anderen Sinziger Vereinen und Institutionen sucht. Und dies ist in einigen Teilen auch gelungen. So gibt es beste Kontakte zum Ortsbeirat. Einfacher Beweis: Sinzigs Ortsvorsteher Gunter Windheuser führte den Saubermann-Trupp ahrabwärts an. Und auch mit dem neuen Sinziger Bürgerforum und vor allem dessen Arbeitsgemeinschaft Verschönerung gibt es beste Kontakte. AG Chefin Andrea Schraaf-Wilhelmy hatte einige Helfer besorgt. Darunter Experten für das Bäumepflanzen und vor allen Dingen für den Baumschnitt. Und so war dann zu beobachten, dass in den großen Obstbäumen auch schon mal mit Kletterausrüstung angeseilt dem Wildwuchs zu Leibe gerückt wurde. Gepflanzt wurde eine neue Esskastanie, zwei weitere Bäume, die das Bürgerforum zur Verfügung gestellt hat, sollen in den nächsten Wochen in den Boden kommen. „Beim Baumschnitt wurde in den vergangenen 20 Jahren nicht wirklich etwas unternommen“, hieß es aus den Reihen der Spezialisten vom Bürgerforum. Und dies trifft wohl auch auf das gesamte Vereinsgelände zu. Der neue Vorstand hat mit einem Sanierungsstau von rund zwei Jahrzehnten zu kämpfen. Fast alle Dächer der Gebäude, Schuppen und Ställe sind marode. Hilfe kam und kommt da von einer anderen engagierten Sinziger Truppe. Die rüstigen Rentner um Uwa Degen haben in den vergangenen Wochen schon sehr viel geschafft, werden aber auch noch lange im Einsatz sein. Denn für den Trägerverein des Schwanenteichs gilt: Man ist in der Grundstruktur einfach unterfinanziert aufgestellt. Diesem Thema stellt sich auch die neue Führungsetage. „Es wurde lange von der Hand in den Mund gelebt“, hat man am Schwanenteich erkannt. Um ein Beispiel zu nennen: Im Moment hat der Verein rund 250 Mitglieder. Um die vielfältigen Aufgaben meistern zu können, müssten es aber eigentlich 1.000 sein. Zum richtigen Zeitpunkt kam eine Erbschaft. Denn Annemie Kreyer (geborene Ockenfels), einst Rheinschänkenwirtin in Sinzig, hat ihr Vermögen ja zu gleichen Teilen dem Schwanenteich und der Lebenshilfe hinterlassen. „Das hilft uns mittelfristig, lässt uns aber längst keine Federchen in die Luft blasen“, stellte Martina Weiland klar. Alleine das neue Material für die Dächer und die Zaunanlage werden richtig ins Geld gehen. Und dies trotz der Hilfe der rüstigen Rentner. „Die Erbschaft hat uns davor bewahrt, mit Privatkrediten in Vorleistung zu gehen, stellt man am Schwanenteich klar. Übrigens ist man dabei auch auf dem Weg, ein für die Öffentlichkeit ganz transparenter Verein zu werden. „Wir werden alle Zahlen zum gegebenen Zeitpunkt öffentlich machen“, hieß es von dem Tier und Naturfreunden. Der Frühjahrsputz, der gleichzeitig als "Dreck-Weg-Tag“ und Aktionstag lief, ließ aber auch noch eine ganze Menge Arbeit übrig. „Wir haben Baustellen an allen Ecken und Enden und sind auch weiterhin auf Unterstützung und Spenden angewiesen“, hieß es in Bad Bodendorf. Auf dem Vereinsgelände und entlang des benachbarten Ahrufers kam am Samstag auf jeden Fall ein randvoller Container zusammen. Ungewöhnlichster Fund entlang des Anrufers: die alte Lichtmaschine eines Mopeds.
Neben dem längst überfälligen Baumschnitt wurden auch neue Bäume gepflanzt.
Auch die Tiere beobachteten ganz aufgeregt die große Schar der Helferinnen und Helfer auf dem Gelände.
Auch der Vereinsvorstand, hier mit Martina Weiland (M.), packte kräftig mit an. Fotos: RÜ
Auch andere Vereine, wie hier Wiltrud Post von der AWO, beseligten sich an der Aktion.
