Politik | 26.05.2014

Wahlen zum Stadtrat in Sinzig

Viele neue Gesichter im Kommunalparlament

FWG nimmt der CDU einen Sitz ab

Die Sinziger Bürger wählten am vergangenen Sonntag ein neues Kommunalparlament

Sinzig. Kurz nach 1 Uhr am Montag liefen mitten in der Nacht die letzten Ergebnisse der Wahlen zum Stadtrat im Sitzungssaal des Rathauses ein. Und wenn es in dieser langen Wahlnacht mit dem Wahlmarathon für fast 200 Wahlhelfer zufriedene Gesichter gibt, dann war dies quer durch die Parteien gestreut. In den Wahllokalen der Stadt hatte es am frühen Morgen zunächst aber einmal lange Gesichter gegeben. Die Stimmzettel für Kreistag und Ortsvorsteher waren in einem ähnlichen zartrosa, die für Europawahl und Stadtrat in dezentem Grau-Weiß. Das trieb so manchem Wahlhelfer ein wenig Zornesröte ins Gesicht, aber auch den Angstschweiß auf die Stirn. In fast allen Wahllokalen patrouillierten meist zwei Wahlhelfer im Zweischichtenbetrieb vor den fünf Wahlurnen, um Fehlwürfe zu verhindern.Wer die Wahlen zum Sinziger Rat 2014 gewonnen hat, ist gar nicht so einfach zu erklären. Fakt ist die Freien Wähler (FWG) stibitzen erneut ein Mandat von der CDU und haben im neuen Rat 8 Sitze. Die FWG legte noch einmal gegenüber 2009 um 2,4 Prozent zu und kam in der Gesamtstadt auf satte 25 Prozent. Rein stimmtechnisch klaute die FWG diesen Sitz in der Wahl vom Sonntag aber von den Grünen. Die erzielten mit 14,2 Prozent ihr bestens Wahlergebnis überhaupt und gewannen 2,8 Prozent. Es schien fast sicher das die Ökopartei einen fünften Sitz errungen hat. Bis gegen 1.30 Uhr das Ergebnis aus dem Bad Bodendorfer Ortskern im Rathaus eintrudelte. Die FWG erzielte im Bad Bodendorfer Ortskern 33.8 Prozent, die Grünen nur 9.4 Prozent. Da lag schon die Vermutung nahe, dass man im Herzen von Bad Bodendorf, der im Ort wohnenden Wirtschaftsministerin Eveline Lemke den Entzug des Heilbadprädikats etwas übel nahm,

Zum Vergleich die beiden Spitzenwerte der Parteien. Das beste FWG-Ergebnis kam mit 39.3 Prozent aus Löhndorf. Die Grünen erzielten ihren Bestwert fast schon traditionell mit 18,4 Prozent im Sinziger Westen (Wahllokal 502). Während die FWG nun acht Sitze hat, bleiben die Grünen trotz guter Stimmengewinne bei ihren vier Mandaten. So richtig freuen konnte man sich bei den Sinziger Christdemokraten nicht. Die erzielten 37.8 Prozent bedeuten einen Verlust von 3,8 Prozentpunkten. Bei 12 Sitzen gab man ein Mandat an die FWG ab. Der Spitzenwert für die Christdemokraten kam mit 45,5 Prozent aus Koisdorf. Die Sinziger SPD legte um 0,3 Prozent leicht auf 18,2 Prozent zu und verteidigte ihre sechs Sitze im Stadtrat. Mit 23,8 Prozent kam der beste SPD-Wert ebenfalls aus dem Sinziger Westen (502). In Franken kamen die Genossen übrigens nur auf 10,6 Prozent. Leichte Stimmverluste gab es für die FPD, die weiterhin mit zwei Sitzen im Rat vertreten ist. Die Liberalen fielen 6,6 Prozent auf 4,9 Prozent. Ein Verlust von 1,7 Prozent. Das beste Ergebnis mit 7.5 Prozent erzielten die Liberalen im Stimmbezirk 505 in Sinzig. Der Abwärtstrend bei der Wahlbeteiligung setzte sich leicht fort. Bei der Stadtratswahl gaben 50,6 Prozent der Sinziger Wähler ihre Stimme ab. Vor fünf Jahren lag die Wahlbeteiligung mit 52,9 Prozent leicht darüber. Fakt bleibt aber, dass fast die Hälfte der Wahlberechtigten zu Hause blieb und dies trotz der erleichterten Briefwahlmöglichkeiten.

„Man kennt doch die Leute, kann sehr direkt Einfluss nehmen und sich seinen Wunschstadtrat zusammenbauen“, schüttelte nicht nur Sinzigs Bürgermeister Wolfgang Kreuser spät in der Nacht verdattert den Kopf.

Die Wähler machen dabei mehr und mehr von der Briefwahl Gebrauch. Kleines Beispiel: Im Sinziger Wahllokal 502 gingen 387 Wähler in die Wahlkabinen, 328 hatten zuvor die Briefwahl genutzt. In Sinzig hatte von vornherein festgestanden, das man die Wahl durchziehen wird. In den großen Wahllokalen in der Sinziger Regenbogenschule und in Bad Bodendorf wurde teilweise bis nach 1 Uhr in der Nacht gezählt. Enorme Einsatzbreitschaft bei den alten Hasen in den Wahllokalen, die meisten Wahlhelfer sind ja seit Jahrzehnten dabei. Aber auch bei den vielen engagierten und oft sehr jungen Helfern der Stadtverwaltung. Die Sinziger Kneipen hatten am Sonntag längst dicht. Da galt das Motto: „Im Rathaus nachts um halb zwei“. Dort gab es dann noch ein kühles Blondes oder einen trockenen Roten für alle, die nach dem Wahlmarathon noch zu viel Adrenalin im Blut hatten.

Der neue Rat

Im Rat der Stadt wird es viele neue Gesichter geben: Denn gewählt wurden (in Klammern die Anzahl der Personenstimmen) für die CDU (12 Sitze) 1. Charlotte Hager (3.914), 2. Franz Hermann Deres (3.488), 3. René Zerwas (3.006) 4. Karl-Heinz Arzdorf (3.122) 5. Hans-Werner Adams (2.980), 6. Axel Preiß (2.415), 7. Michael Kappl (2.990) 8.Pia Wasem (2.954), 9. Walfried Degen (2.556) 10. Daniel Kohzer (2.595), 11.Dirk Schwarz (2.421) 12. Herbert Holstein (2.425)

Für die FWG (8 Sitze): 1. Friedhelm Münch (2.766), 2. Alexander Albrecht (2.988), 3. Gunter Windheuser (2.454), 4. Ignaz Gemein (1.787) 5. Norbert Fuchs (2078), 6. Heinrich Ax (1.697), 7. Norbert Hammer (2.544), 8. Markus Eltzschig (1.870)

Für die SPD (6 Sitze): 1. Ingo Terschanski (1.903),

2. Hartmut Tann (1.921), 3. Günter Martin (1.481) 4. Martin Eggert (1.430), 5. Dirk Frenzel (1.294), Stephan Pauly (1.516)

Für die Grünen (4 Sitze): 1. Ingo Binnewerg (2.782), Harm Sönksen (2.546), 3. Ursula Schwarz (2.661) 4. Klaus Hahn (3.169).

Für die FDP (2 Sitze): 1. Volker Thormann (1.202) 2.Dominik Graf Spee (1179)

Start in den Auszählungsmarathon der in den großen Wahllokalen bis 1 Uhr in der Nacht dauerte.BL

Start in den Auszählungsmarathon der in den großen Wahllokalen bis 1 Uhr in der Nacht dauerte.Foto: BL

Die Sinziger Bürger wählten am vergangenen Sonntag ein neues Kommunalparlament

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