Der Brohler Kulturverein Aalschokker Katharina e.V. stellt sich vor:
Zwischen Tradition, Gemeinschaft und neuen Herausforderungen
Brohl. Der Brohler Kulturverein Aalschokker Katharina e.V. ist ein vergleichsweise junger Verein, der im vergangenen Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiern konnte – und damit inzwischen „volljährig“ ist. Seit seiner Gründung steht er für die Förderung der Rheinanlagen, des Kulturlebens und der Industriegeschichte in Brohl-Lützing.
Während sich ursprünglich ein „Verein zur Förderung der Rheinanlagen, des Kulturlebens und der Industriegeschichte von Brohl“ in Gründung befand, erreichte die Initiatoren die Nachricht, dass auf einer Werft in Oberwinter ein historischer Aalschokker zur Verschrottung bereitliege. Das Schiff, die „Katharina“, wurde 1922 erbaut und war der letzte von einst zwölf Booten, die die Fangflotte auf dem Rhein bildeten. Drei dieser Boote befanden sich im Besitz der Brohler Familie Friedrich/Nonn.
Die Mission der zehn Gründungsmitglieder um den ersten Vorsitzenden Hans Joachim Boltersdorf war klar: Dieses letzte Schiff seiner Art sollte vor der Verschrottung bewahrt werden. Tatsächlich gelang es, den zuletzt als Freizeitboot genutzten Aalschokker von der Werft zu erwerben.
Dieser glückliche Umstand führte dazu, dass der Verein nicht den ursprünglich geplanten Namen erhielt, sondern am 5. Juli 2004 als „Brohler Kulturverein Aalschokker Katharina e.V.“ ins Leben gerufen und eingetragen wurde. Noch im Gründungsjahr wurde die „Katharina“ in den Brohler Rheinanlagen aufgestellt. Die Einweihung wurde mit einem großen Festakt begangen.
Von den damaligen Gründungsmitgliedern sind bis heute noch vier aktiv im Verein tätig. Darunter Hans Joachim Boltersdorf, der die Vereinsgeschicke zehn Jahre lang leitete und heute Ehrenvorsitzender ist. Die besondere Schreibweise „Aalschokker“ mit „kk“ sowie die bewegte Geschichte der Bergung und Aufstellung der „Katharina“ sind ausführlich auf der Vereinswebseite dokumentiert.
Ein lebendiger Verein
Inzwischen zählt der Verein über 100 Mitglieder, darunter auch Fördermitglieder. Unter dem Vorsitz von Helmut Rosenbaum hat sich das Aufgabenspektrum deutlich erweitert. Das Wort „Kultur“ im Vereinsnamen wird heute in vielfältiger Weise mit Leben gefüllt, ohne den ursprünglichen Gedanken – die Förderung der Rheinanlagen und die Darstellung der Industriegeschichte – aus den Augen zu verlieren.
Im Bereich der Ortsverschönerung engagiert sich der Verein intensiv in den Rheinanlagen: Blumenbeete werden angelegt und gepflegt, Bäume gepflanzt und Denkmäler erhalten. Aktuell läuft gemeinsam mit der Ortsgemeinde und dem LEADER-Programm ein Projekt zur Aufstellung von Trimm-Geräten auf den Rheinwiesen.
Der Orts- und Heimatgeschichte widmet sich der Verein unter anderem durch Historientafeln sowie durch Veranstaltungen, Ausstellungen, Vorträge und Publikationen. Besonders in Erinnerung geblieben sind die Mühlenausstellung zur Geschichte der Brohltalmühlen, Gemäldeausstellungen mit regionalem Bezug sowie eine Ansichts- und Postkartenausstellung im vergangenen Jahr.
Im Jahr 2018 erschloss der Verein mit dem „Katharinaweg“ und dem „Himmelsleiterweg“ zwei Wanderwege, die sich seither einen hervorragenden Ruf in der Wanderszene erworben haben. Zahlreiche Online-Beiträge und Videos zeugen von ihrer Beliebtheit. Die kontinuierliche Instandhaltung, Beschilderung sowie die Aufwertung durch Tische, Bänke und Beflaggung gehören ebenso zu den Aufgaben wie geführte Wanderungen und Exkursionen.
Zu den etablierten jährlichen Veranstaltungen zählt insbesondere das Hafenkonzert am Pfingstsonntag in den Rheinanlagen. In diesem Rahmen wurde 2019 auch das 150-jährige Hafengeburtstagsjubiläum gefeiert. Darüber hinaus organisiert der Verein kulturelle Fahrten – meist Städtetouren mit Museumsbesuchen – sowie innerörtliche Veranstaltungen wie Filmabende und das beliebte „Mundart und Geschichten“.
Auch Kinder und Jugendliche werden gezielt angesprochen. Für Kindergartenkinder und Schulklassen werden eigene Programmpunkte im Rahmen von Ausstellungen und Veranstaltungen angeboten. Darüber hinaus engagiert sich der Verein mit Aktionen wie gemeinsamen Baumpflanzungen.
Über sämtliche Aktivitäten berichtet der Verein zeitnah in Wort und Bild auf seiner gut besuchten Internetseite. Die Organisation und Pflege dieser Öffentlichkeitsarbeit gehört ebenfalls zum ehrenamtlichen Engagement.
Herausforderungenund Ausblick
Trotz des breiten Angebots spricht der Verein derzeit weniger die jüngere Generation an. Erfahrungsgemäß erwacht das Interesse an Heimat- und Kulturgeschichte jedoch häufig erst nach einem intensiven Berufsleben neu. Ein unmittelbarer Mitgliederschwund ist daher nicht zu erwarten. Wünschenswert wäre jedoch, dass sich insbesondere Neubürgerinnen und Neubürger stärker von den Angeboten angesprochen fühlen.
Die Aufgabenliste des Vereins ist lang, Ideen und Projekte sind zahlreich vorhanden. Das hohe bisherige Niveau erlaubt es derzeit vor allem, die laufenden Aktivitäten zuverlässig zu organisieren. Zugleich sieht sich auch dieser Verein mit zunehmendem Vandalismus an seinen Einrichtungen konfrontiert – eine Herausforderung für das ehrenamtliche Engagement.
Der Brohler Kulturverein Aalschokker Katharina e.V. bietet Raum für neue Initiativen und Sparten. Interessierte sind herzlich eingeladen, aktiv oder als Fördermitglied mitzuwirken. Eine Kontaktaufnahme ist persönlich, per E-Mail oder über die Vereinshomepage möglich, auf der auch ein Beitrittsformular bereitsteht. Ebenso freut sich der Verein über Besucherinnen und Besucher seiner VeranstaltungYen und das persönliche Gespräch vor Ort.
ROB
