3. Box-Gala der Weißenthurmer Box-Union
15 Kämpfe „nur so zum Spaß“
200 Sportler hatten sich beworben — Aus Deutschland und Holland nahmen 12 Vereine teil
Weißenthurm. „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren“, schrieb einst der Dramatiker und Lyriker Berthold Brecht und dieses Zitat passt genau zur dritten Box-Gala der Weißenthurmer Box-Union. So sahen in der Turnhalle der Grundschule über 100 Besucher 15 Boxkämpfe, bei denen es zwar einige Sieger gab, aber keine Punkte – alles war eigentlich nur so zum Spaß.
„Es ist ein Einladungsturnier, bei dem Boxer Erfahrungen sammeln können. Wir hatten über 200 Anmeldungen und konnten so eine Auswahl treffen, um den Zuschauern schöne Kämpfe zu zeigen“, erläuterte die Pressesprecherin der Box-Union Christina Nickenig. Und es sollte auch der Boxsport, den ja viele Bürger kritisch sehen, in Weißenthurm publik gemacht werden.
Dafür arbeiteten etwa zehn freiwillige Helfer, darunter auch die Vorstandsmitglieder Florian Nickenig (Vorsitzender), Martin Friedrich (Stellvertreter), Serge Wunder (Geschäftsführer), Heinrich Ottersbach (Sportwart), Claudia Brüggemeyer sowie Christian und Christina Nickenig Stunden lang für die Organisation und den Aufbau in der Halle.
Da mussten Stühle und Tische gestellt sowie Speisen und Getränke – es gab auch ein Kuchenbuffet – herbeigeschafft und auch der Boxring aufgebaut werden. „Den haben wir uns geliehen vom Kampfsportverein Haiger, mit dem wir seit drei Jahren zusammen arbeiten“, erklärte Christina Nickenig, die den 80 Mitglieder starken Verein, etwa 35 sind sportlich aktiv, in der Öffentlichkeit vertritt. Die Ring- und Punktrichter hatte der Boxverband Rheinland ausgesucht, da sie ja nicht aus den 12 teilnehmenden Vereinen kommen durften. Ringsprecher Werner Nickenig, er wurde unterstützt von Zeitnehmer Kevin Miah, kündigte während etwa fünf Stunden Sportler aus 12 Vereinen aus den Städten Dortmund, Rotterdam, Hamburg, Duisburg, Köln, Montabaur, Aschaffenburg, Essen, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Limburg, Weißenthurm und dem Westerwald an.
Von der Box-Union sollten eigentlich sechs Athleten in den Ring steigen, doch einmal trat der Gegner wegen Krankheit nicht an und zum anderen war ein Weißenthurm Boxer selbst krank.
So stiegen dann Daniel Abay, Evren Gedik, Florian Nickenig und Mehmet Can Uzun, der aber für den SC Colonia Köln startete, in den Ring.
„Das macht er zum ersten Mal, da er dort erst seit Kurzem im Leistungszentrum ist. Mehmet hat in der Box-Union trainiert, es ist uns Jung`“, betont Christina Nickenig stolz.
Box-Unions-Vorsitzender Florian Nickenig kämpfte als Schwergewichtler gegen Abazi Quendrim vom BC Montabaur in der Seniorenklasse; beim Boxen gehört man dazu schon ab 19 Jahren. Der Kampf wurde aber nicht gewertet, da die beiden Fighter unterschiedliche Gewichtsklassen hatten.
Apropos Gewicht: Das wurde Stunden vorher bei jedem Sportler exakt ermittelt, der amtierende Arzt Dr. Brecht stellte die Boxtauglichkeit der Teilnehmer fest und untersuchte sie auch nach den Kämpfen, konnte aber nichts Besonderes feststellen.
Und so ging dann die dritte Weißenthurmer Box-Gala, die die Zuschauer begeisterte, ohne irgendwelche Vorkommnisse friedlich zu Ende. HEP
