TV Altendorf-Ersdorf
180 Kilometer in knapp viereinhalb Stunden gelaufen
Sechs Meckenheimer Läufer bei Kölnpfad-Ultralauf-Staffel
Meckenheim/Köln. Bereits zum zweiten Mal war der TV Altendorf-Ersdorf offizieller Ausrichter eines Ultralaufs auf dem Kölnpfad. Diese vom Eifelverein definierte 171 km lange Strecke führt rund um, teilweise auch durch Köln und ist als Wanderweg markiert. Vereinsmitglied – und selbst Ultraläufer – Thomas Eller organisiert diese Laufveranstaltung mit viel Engagement und hat neben zwei eigentlichen Ultraläufen über 110 km oder die gesamten 171 km auch einen Staffellauf ins Leben gerufen. „Kölscher Klüngel“ genannt, hier können sich Teams die Strecke aufteilen und gemeinsam erleben.
Gute Vorbereitung ist alles
Natürlich war es eine Frage der Ehre, dass der Veranstalter selbst auch eine Staffel an den Start schickt. So einfach ist das aber nicht – denn trotz allem muss man erst mal sechs Läuferinnen und Läufer finden, die rund 30 km laufen können und wollen.
Mindestens genauso aufwendig wie die Vorbereitung (im Idealfall ähnlich der für einen Marathon) war aber auch die Logistik drum herum. Alle mussten entweder zum Start transportiert oder vom Zielpunkt abgeholt werden, vier weitere Vereinsmitglieder wurden aktiviert (na klar, die Ehefrauen/-männer ...). Mindestens das Dreifache der Laufkilometer sind sie mit ihren Autos zusätzlich gefahren. Mittels GPS, Handy, WhatsApp & Co. wurden ständig die Zeiten aktualisiert um auch rechtzeitig zur Übergabe des Staffelstabs am nächsten Wechselpunkt zu sein. In diesem Fall war das allerdings ein elektronischer Tracker, dessen Signale man auch live im Internet verfolgen konnte. Einer der beiden Schlussläufer zum Beispiel hat tagsüber noch entspannt von zu Hause aus verfolgt, wo die anderen gerade unterwegs waren.
Von Anfang an eine Herausforderung
Nach knapp vier Stunden und den ersten 34,8 km war Joachim im Ziel, bei etwa 28 Grad und strahlendem Sonnenschein wurde in Köln-Worringen der erste Wechsel vollzogen. Robert Dietrich übernahm die zweite Etappe, die für ihn leider vier km länger wurde als geplant, denn sich etwas zu verlaufen gehört bei dieser Veranstaltung mit dazu, fast schon zum guten Ton. 33 km und wieder knapp vier Stunden später übergab er den Tracker an Andrea Wöhlert, die anschließend durch den Kölner Süden vorbei am Forstbotanischen Garten und nach einer Schleife rheinabwärts bis zur Rodenkirchener Brücke 29,7 km in wieder knapp vier Stunden hinter sich brachte. Zwischenzeitlich knackte das Thermometer auch mal kurz die 30-Grad-Marke.
An der Brücke wartete schon Andreas Klotz, der sich ziemlich genau um 20 Uhr – also 12 Stunden nach dem Start – auf den Weg machte. Immer am Rhein entlang nach Süden bis zur offiziellen 110-Kilometer-Markierung, wo der Altendorfer Verein eine Verpflegungsstelle betreute. Elisabeth und Georg Jacoby haben sich hier von ca. 14:30 Uhr bis 22:30 Uhr um die vorbeikommenden Einzel- und Staffelläufer gekümmert. Für manche war hier auch bereits der Lauf zu Ende, nicht jeder Teilnehmer schafft die ganzen 171 km, für die 110 km Ultras war dort das Ziel. Spätestens hier wurde auch klar, dass die Meckenheimer Staffel auf dem letzten Platz lag – ein guter Gastgeber lässt natürlich allen anderen den Vortritt...
„Wir laufen die ganze Nacht...“
Andreas, der eigentlich laut Planung schon eine Stunde früher loslaufen wollte, musste noch zehn km weiter, hatte keine Lampe dabei – und kam irgendwie trotzdem im Stockdunkeln beim nächsten Wechselpunkt an. Nach 26 km und 3 Stunden 15 Minuten war er froh an Oliver Rosendahl übergeben zu können, der dann – gut vorbereitet und mit zwei Lampen ausgerüstet – die erste Nachtetappe übernahm.
Er lief 26,4 km in knapp 3 Stunden und traf sich schließlich „irgendwo in Bergisch Gladbach“ im dunklen Wald mit Frank Leuer, der um 2.15 Uhr auf das letzte Teilstück ging. Frank benötigte 4 Stunden und 9 Minuten für seine 29,8 km, die eigentlich auch etwas kürzer sein sollten, und kam kurz nach Sonnenaufgang um 6.33 Uhr glücklich im Ziel an.
Die Gesamtstrecke belief sich also auf rund 180 km – 9 km mehr als nötig – und alle zusammen brauchten dafür inkl. der Übergaben und nur kurzen Pausen 22 Stunden und 23 Minuten. Es war ein tolles Erlebnis für das Team, mal etwas anderes als ein perfekt ausgeschilderter Volkslauf über 10 km oder ein Marathon in der Stadt.
Die Läufer der Staffel waren abwechselnd im Einsatz und legten gemeinsam 180 Kilometer zurück.
