Lokalsport | 02.07.2018

Fünf Wochen lang bereitet sich Fußball-Rheinlandligist SG Eintracht Mendig/Bell auf die neue Saison vor

Aller Anfang ist (natürlich) schwer

Im ersten Testspiel setzte es an der Brauerstraße gegen den Oberligisten FV Engers eine 1:4 (0:0)-Niederlage

Im Test gegen den Oberligisten FV Engers (im grünen Trikot Goran Naric) hatte die Abwehr der SG Eintracht Mendig/Bell (von links Kodai Stalph, Torhüter Niklas Nett und Milan Rawert) alle Hände voll zu tun.SK

Mendig. Die neue Saison 2018/2019 in der Fußball-Rheinlandliga beginnt am Samstag und Sonntag, 28. und 29. Juli. Wer der Gegner sein wird und ob die SG Eintracht Mendig/Bell mit einem Heim- oder einem Auswärtsspiel startet, steht noch nicht fest. Klar hingegen ist, dass sich die Mannschaft von Trainer Cornel Hirt fünf Wochen lang intensiv auf die kommende Spielzeit vorbereiten wird. Am Montag der vergangenen Woche drehte der Kader, der insgesamt 20 Spieler umfasst, auf dem Kunstrasenplatz an der Brauerstraße die ersten Runden. Zum Auftakt fehlten nur Marcel Berg, Jan Heinemann und Magomed Ibragimov.

Gerade mal drei Tage später stand das erste Testspiel auf dem Programm, auf heimischem Boden setzte es eine vorhersehbare 1:4 (0:0)-Niederlage gegen den Oberligisten FV Engers. Bis zur Pause hielt die Eintracht das torlose Unentschieden. 20 starke Minuten nach Wiederanpfiff genügten den Gästen, um durch Neuzugang Jonathan Kap (2) und Kristijan Grzobic entscheidend auf 3:0 davonzuziehen. SG-Kapitän Florian Schlich, der kurz vor Schluss mit einer klaffenden Platzwunde im Gesicht das Feld verlassen musste, gelang in der 78. Minute mit einem verwandelten Foulelfmeter zwar noch da 1:3, doch vier Minuten vor dem Abpfiff stellte Goran Naric den alten Abstand wieder her.

„Wir hatten bisher gerade mal zwei Trainingseinheiten, dann ist eine solche Leistung normal“, konnte SG-Übungsleiter Hirt die Niederlage gegen den höherklassigen Gegner leicht verschmerzen. „Engers war uns spielerisch überlegen und hat auch mehr Qualität als in der vergangenen Saison. Heute waren die Beine noch etwas schwer, aber in drei Wochen wird eine Tendenz zu sehen sein, das kann ich versprechen.“

Im Spiel gegen Engers probierte Hirt, bislang ein Verfechter des 4-2-3-1-Systems, erstmals eine 4-1-4-1-Grundformation aus. Im Tor stand Niklas Nett, der seinen Status als Nummer eins gegen Jan Heinemann verteidigen muss. Jan Heinemann fällt aber vorerst aus, er hat sich den linken Mittelfinger gequetscht. Bereits in der vergangenen Saison hatte eine langwierige Schleimbeutelentzündung im Ellenbogen die Vorbereitung des Schlussmanns empfindlich gestört. A-Jugend-Torhüter André Friedrich, gerade erst mit dem Nachwuchs in die Bezirksliga aufgestiegen, soll langsam als dritter Mann herangeführt werden.

In der Vierer-Abwehrreihe kamen mit Milan Rawert, den beiden Innenverteidigern Matthias Strahl und Kapitän Schlich sowie Kodai Stalph vier gestandene Spieler zum Einsatz. Alle vier Neuzugänge hatte Hirt im Mittelfeld aufgeboten. Niklas Heinemann, vom TuS Mayen an die Brauerstraße zurückgekehrt, versuchte als Sechser, das Spiel zu ordnen. Vor ihm in der nächsten Vierer-Reihe spielte der vom Bezirksligisten SG Elztal gekommene Björn Gilles sogar 90 Minuten durch. Der 21-jährige Joachim Akwapay, fünf Jahre jünger als sein Bruder Jeset und vom Rheinlandliga-Aufsteiger Spvgg Wirges nach Mendig gewechselt, deutete sein Potenzial ebenso an wie der 22-jährige Vietnamese Anh Tuan Pham, der zuletzt mit dem FV Rübenach in die Bezirksliga Mitte aufgestiegen war und bei der SG 99 Andernach seine fußballerische Grundausbildung genoss.

Jugend im Blickpunkt

Das Alter der Neuzugänge verdeutlicht, dass bei der SG Eintracht Mendig/Bell verstärkt auf die Jugend gesetzt wird. Schließlich haben mit Damir Mrkalj (Spielertrainer beim B-Ligisten SG Wehr/Niederzissen, zusammen mit dem Ex-Mendiger Kevin Kostrewa), Sebastian Mintgen (zum Bezirksliga-Absteiger SG Niederburg), Florian Wirths (Ziel unbekannt) und Jörg Jenke (wieder mal zum TuS Mayen) vier Routiniers den Verein verlassen. Auch Tobias Schmitz (zum Ligakonkurrenten VfB Linz) wird das Eintracht-Trikot (zumindest vorerst) nicht mehr tragen.

Die wenigsten Anpassungsschwierigkeiten dürfte erfahrungsgemäß Mittelfeldspieler Niklas Heinemann haben. Vom Potenzial der anderen drei Neuzugänge ist Hirt ebenfalls überzeugt: „Wenn sie sich erst mal an die Rheinlandliga gewöhnt haben, werden sie uns viel Freude machen. Meine spannende Aufgabe wird es nun sein, sie auf das erforderliche Niveau zu bringen.“

Drei weitere Vorbereitungsspiele stehen innerhalb der nächsten zwei Wochen auf dem Programm. Am Mittwoch, 4. Juli, stellt sich Oberliga-Aufsteiger TSV Emmelshausen um 19 Uhr in Mendig vor, ein weiterer echter Härtetest. Danach wird es eine Nummer kleiner, wenn es am Sonntag, 8. Juli, um 13 Uhr (ebenfalls in Mendig) gegen den SV Vesalia 08 Oberwesel (Bezirksliga Mitte) geht. Am Samstag, 14. Juli, ist die SG Eintracht Mendig/Bell um 14 Uhr beim Bezirksligisten SG Gönnersdorf-Brohl zu Gast.

Nach seiner Einwechslung setzte Marcel Berg von der SG Eintracht Mendig/Bell im Freundschaftsspiel gegen den FV Engers (rechts Yannik Finkenbusch) gleich Akzente.

Nach seiner Einwechslung setzte Marcel Berg von der SG Eintracht Mendig/Bell im Freundschaftsspiel gegen den FV Engers (rechts Yannik Finkenbusch) gleich Akzente.

Zurück an alter Wirkungsstätte: Rückkehrer Niklas Heinemann (rechts).

Zurück an alter Wirkungsstätte: Rückkehrer Niklas Heinemann (rechts).

Im Test gegen den Oberligisten FV Engers (im grünen Trikot Goran Naric) hatte die Abwehr der SG Eintracht Mendig/Bell (von links Kodai Stalph, Torhüter Niklas Nett und Milan Rawert) alle Hände voll zu tun.Fotos: SK

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