Fußball-Rheinlandpokal, dritte Runde
Am Mittwoch gehen alle Blicke Richtung Bitburg
SG Eintracht Mendig steht nach einem 3:2 (2:2, 1:2)-Sieg nach Verlängerung über den Ligakonkurrenten SV Oberzissen im Achtelfinale und hofft auf eattraktives Los
Mendig. Am Mittwoch, 18. Oktober, wird um 18 Uhr in den Räumlichkeiten des Hauptsponsors, der Bitburger Brauerei, das Achtelfinale, das Viertelfinale und das Halbfinale um den lukrativen Fußball-Rheinlandpokal ausgelost. Als Losfee fungiert Schiedsrichterin Naemi Breier aus Konz, die als Unparteiische unter anderem Partien der Frauenfußball-Bundesliga leitet. Mit im Topf ist dabei auch noch die SG Eintracht Mendig (Bezirksliga Mitte), die sich in der dritten Runde gegen den Ligakonkurrenten SV Oberzissen mit 3:2 (2:2, 1:2) nach Verlängerung durchsetzen konnte.
Bei der Auslosung kommen alle 16 qualifizierten Vereine in einen Topf. Es wird nicht mehr zwischen den drei Bezirken West, Mitte und Ost unterschieden. Bislang qualifiziert sind die Oberligisten FV Engers, FC Cosmos Koblenz, FC Karbach und Eintracht Trier, die Rheinlandligisten Ahrweiler BC, FSV Salmrohr, FSV Trier-Tarforst, SG Schneifel und SV Rot-Weiß Wittlich sowie die vier Bezirksligisten SV Anadolu Spor Koblenz, SG Müschenbach, TuS Burgschwalbach und eben die SG Eintracht Mendig. Die restlichen drei Achtelfinalisten werden am Dienstag, 17. Oktober, in den Duellen zwischen dem FC HWW Niederroßbach und den Sportfreunden Eisbachtal, zwischen dem SV Weitersburg und der TuS Koblenz (beide 19.30 Uhr) sowie zwischen dem VfB Linz und der SG Neitersen (20 Uhr) ermittelt. Die Runde der letzten 16 steigt bereits am Mittwoch, 1. November (Allerheiligen). Das Viertelfinale ist für Mittwoch, 6. März 2024, terminiert. Am Mittwoch, 10. April 2024, folgt das Halbfinale. Das Finale wird im Rahmen des „Tags der Amateure“ am Samstag oder Sonntag, 25. oder 26. Mai 2024, ausgetragen.
Der Mendiger Erfolg über Niederzissen hing am seidenen Faden. Nach einer knappen halben Stunde führten die Gäste mit 2:0. Der wieselflinke Stürmer Tim Esten hatte einen Steckpass von Jannik Schneider (9.) und eine Steilvorlage von Tobias Arenz (26.) eiskalt ausgenutzt und dabei die Defensive der Eintracht zweimal schlecht aussehen lassen. „Wir haben schwach begonnen. Ich hatte den Eindruck, dass die Mannschaft die schwache Leistung aus dem Spiel in Laubach noch aus den Klamotten schütteln musste“, resümierte SG-Trainer Jörg Schäfer. „Es ist genau das eingetreten, was wir verhindern wollten: Wir konnten das schnelle Umschaltspiel des Gegners nicht unterbinden und wurden bitter bestraft. Die Briefmarke war schon fast drauf.“ Pascal Zimmer hielt sein Team mit dem 1:2-Anschlusstreffer kurz vor der Pause zumindest in der Partie, der Innenverteidiger hatte eine Ecke von Niklas Heinemann mit dem obersten Körperteil über die Linie gewuchtet (44.). 60 Sekunden zuvor war ein Kopfballtreffer von Lukas Binder wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung aberkannt worden.
Drei Minuten nach Wiederanpfiff stellte Heinemann mit einem 20-Meter-Flachschuss den 2:2-Ausgleich her. Anschließend neutralisierten sich beide Teams, die Begegnung plätscherte förmlich der Verlängerung entgegen. In der ersten Halbzeit der Verlängerung vergaben die Gäste zwei große Chancen: Zunächst übersah Doppeltorschütze Esten den besser postierten Nicolas Kather und jagte den Ball allein vor SG-Schlussmann Robin Rohr in den Mendiger Abendhimmel (95.), fünf Minuten später fehlte Jannik Schneider die berühmte Fußspitze. Als Brice Braquin mit einem von Patrick Adams verursachten Handelfmeter an der Latte scheiterte (105.), schien alles auf ein Elfmeterschießen hinauszulaufen. Mit einem umstrittenen Freistoß fast von der Seitenauslinie überraschte Heinemann mit ein wenig Windunterstützung den ansonsten aufmerksamen Oberzissener Torhüter Florian Dünker und machte mit dem 3:2 den Einzug ins Achtelfinale perfekt (112.).
„Ein Unentschieden wäre das gerechte Ergebnis, aber das gibt es halt bei einem Pokalspiel nicht“, brachte es SG-Übungsleiter Schäfer auf den Punkt. Sein Gegenüber sah es ähnlich. „Das Schlimmstmögliche ist eingetreten: Wir sind ausgeschieden und haben viele Körner gelassen. Um hier zu gewissen, hätte alles passen müssen. Wir waren nah dran“, erklärter ein enttäuschter Julian Hilberath. „In der Verlängerung habe ich uns sogar etwas besser gesehen, aber es hatte nicht sollen sein.“
SG Eintracht Mendig: Robin Rohr, Lukas Binder (101. Martin Breil), Pascal Zimmer, Nikolas Groß, Johannes Limbach (46. Julian Groß), Niklas Heinemann, Damir Mrkalj, Florian Birnstock (71. Tim Montermann), Brice Braquin, Leonard Zerwas, Joachim Akwapay (46. Alexander Court, 120. Lars Assenmacher).
SV Oberzissen: Florian Dünker, Christian Heuser, Tim Esten, Dane Irmgartz (61. Satbir Singh), Eric Naumann, Patrick Adams, Jannik Schneider, Jonas Welter, Luca Baltes (90. John Marc Schneider), Tobias Arenz (61. Nicolas Kather), Lukas Groß (111. Joshua Schmickler).
Schiedsrichter: Robin Parsch (Hillesheim).
Zuschauer: 160.
Torfolge: 0:1, 0:2 Tim Esten (9., 26.), 1:2 Pascal Zimmer (44.), 2:2, 3:2 Niklas Heinemann (48., 112.).
Besonderheit: Brice Braquin (SG Eintracht Mendig) schießt einen Handelfmeter an die Latte (105.).
