Lokalsport | 19.05.2016

Laufgemeinschaft Laacher See

Am Yukon sind die Sterne mit den Händen zu greifen

Christoph Mintgen bezwang den Yukon Arctic Trail in Kanada

Christoph Mintgen in Kanada. privat

Nickenich/Alaska. Der 28-jährige Christoph Mintgen (LG Laacher See) aus Nickenich lebt seinen Traum. Laufend erkundet er seine Umwelt. Beim berühmt berüchtigten Yukon Arctic Trail in Kanada hat er über die Marathon-Distanz von über 42 Kilometern seine verdiente „Finisher-Medaille“ überreicht bekommen, die ihn als echten Gewinner auszeichnet. In 5:40 Stunden hat er sich Temperaturen von minus Fünfzehn Grad Celsius ausgesetzt.

Christoph berichtet augenzwinkernd: „Das Wetter war für die Einheimischen eher mild. Sonst herrschen zu dieser Jahreszeit manchmal Temperaturen von über minus vierzig Grad. Was mir eher Sorgen machte, waren die Risse an der Eisdecke. Das knisternde Geräusch während des Laufens war ganz schön mulmig. Ich hatte nie Angst, doch die Befürchtung des Einbrechens war allgegenwärtig.“ Ausgangspunkt war die Distrikthauptstadt Whitehorse im kanadischen Territorium Yukon an. Dawson City, wo Ende des 19. Jahrhunderts der Goldrausch tobte, ist nur einen Katzensprung entfernt und ein geschichtsträchtiger Ort. Lange und intensiv hat sich der Extremsportler auf seine Reise ins Nirgendwo vorbereitet. Akribisch wurde fast ein Jahr trainiert und geplant. Christoph war sich sicher: „Ohne Organisationstalent und Mut wirst Du den Yukon Arctic Trail nicht bezwingen.“ Gemeinsam mit 21 Marathonteilnehmern ging es in Whitehorse immer Richtung Norden. Manche „Verrückte“ haben sich sogar zu 160 Kilometern aufgemacht, wie Christoph verriet: „Erst wollte ich das auch, doch dann hat mir mein Bauchgefühl gesagt, dass das doch eine Nummer zu groß für mich ist, denn das Training ist nicht so optimal gelaufen wie geplant. Ein Risiko wollte ich auf keinen Fall eingehen.“

Gegen 10:30 Uhr setzten sich die Sportbegeisterten, Freigeister und Abenteurer in Bewegung. Sie teilten die Sehnsucht nach der Weite und der physischen sowie psychischen Herausforderung. Als der Nickenicher gegen 16 Uhr das Ziel seiner Ankunft, Rivendell Farm, erreichte, war er erschöpft aber glücklich. Die Schönheit der endlos kalten Natur, nicht die Bestleistung, sind der Grund, weshalb sich Christoph diesen Extremsituationen aussetzt. Der „Abenteurer“, so nennt sich Mintgen auf seinem Facebook-Profil, schwärmt für etwas ganz anderes: „Nicht Streckenrekorde treiben mich an. Ich möchte den Menschen zeigen, wie schön unsere Welt ist. Die Natur offenbart so viele Eindrücke. Sie ist ein beständiger Inspirationsquell für mich. Eine tief stehende Sonne lockt in Kanada mit atemberaubenden Lichtreflexionen. So etwas habe ich noch nie gesehen. Wer Fantasie hat, kann am fast unendlich weiten Horizont Polarlichtern nachspüren. Und was das Schönste ist: Am Yukon sind die Sterne mit den Händen zu greifen!“ Nach seinem beachtenswerten Erfolg gönnte sich Christoph im Wettkampfhotel erst einmal eine ordentliche Mahlzeit nach der ganzen Entbehrung: „Bei einem preisverdächtigen Burger und einem erfrischenden Guinness habe ich die Akkus wieder aufgeladen – ein toller Moment!“ Nach dem Rennen war sein Aktiv-Urlaub aber noch längst nicht vorbei. In einer einsamen Hütte, die von einem deutschen Auswanderer bewirtschaftet wird, quartierte sich Christoph für sieben Tage ein. Dieses intensive Erlebnis hat ihn dann doch zum Nachdenken gebracht: „Ich liebe die Ruhe und Weite der Landschaft, kann mich an ihrem Reichtum nicht satt sehen. Doch die Einsamkeit liegt mir nicht. So ganz ohne Menschen zu sein, belastet mich. Deshalb bin ich auch zwei Tage früher nach Whitehorse ins Hotel zurückgekehrt. Es ist schön, wieder in Nickenich zu sein!“ Auf die Frage, wohin ihn seine Füße demnächst tragen werden, hielt sich Christoph, der Abenteurer, noch bedeckt: „Gerne würde ich einmal im Dschungel laufen. Ich habe noch viel vor. Erst einmal werde ich aber Deutschland in den Fokus nehmen. Der Ruhrtalwanderweg ist ebenfalls lang und anspruchsvoll.“

Christoph Mintgen in Kanada. Foto: privat

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