Fußball-Rheinlandliga, 15. Spieltag
Aufatmen an der Brauerstraße
SG Eintracht Mendig/Bell - SG Hochwald Zerf 3:0 (1:0)
Mendig. Kollektives Aufatmen: Durch einen 3:0 (1:0)-Erfolg am 15. Spieltag der Fußball-Rheinlandliga über Vorjahresaufsteiger SG Hochwald Zerf hat sich die SG Eintracht Mendig/Bell vorerst aus den unteren Tabellenregionen verabschiedet und ist mit nunmehr 21 Punkten auf Platz sechs geklettert. Die personell arg gebeutelte Mannschaft von Spielertrainer Kodai Stalph musste allerdings bis an die Grenze gehen, um die abstiegsbedrohten und unangenehmen Gäste in die Knie zu zwingen.
Vor 160 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz an der Brauerstraße tat sich in den ersten 20 Minuten der Partie nur sehr wenig. Eine Halbchance durch Niklas Heinemann hüben (4.) und eine durch Patrick Dres drüben (9.), das war es auch schon, was lange Zeit auf dem Zettel stand. Wie aus heiterem Himmel gingen die Gastgeber nach 28 Minuten in Führung: Rechtsverteidiger Milan Rawert, der in der Offensive einige gute Aktionen hatte, hielt aus 18 Metern einfach mal drauf. Der Aufsetzer drehte sich zum 1:0 ins lange Eck, Gästetorwart Jan Niklas Koltes sah etwas unglücklich aus. „In dieser Situation haben wir den Ball am eigenen 16-Meter-Raum leichtfertig verschenkt, das darf uns in dieser Form natürlich nicht passieren“, ärgerte sich der verletzte Spielertrainer der SG Hochwald Zerf, Robin Mertinitz, der zusammen mit Fabian Mohsmann, der 90 Minuten auf dem Feld stand, für das Team verantwortlich ist.
„Wir sind alle sehr erleichtert“, fiel bei Eintracht-Spielertrainer Stalph nach den spannenden, aber zerfahrenen 90 Minuten eine große Last von den Schultern. „In der ersten Halbzeit hatten wir noch die Spielkontrolle und hätten vielleicht auch mit 2:0 vorn liegen können, aber im zweiten Abschnitt sind uns viele Fehler unterlaufen. Teilweise haben wir in höchster Not klären müssen.“ Ab der 65. Minute mussten die Gastgeber viele bange Momente überstehen. Eintracht-Torhüter Robin Rohr parierte einen gefährlichen Freistoß von Lucas Thinnes (67.) und behielt nur 240 Sekunden später in einer Eins-gegen-eins-Situation mit Dres die Oberhand.
Spielertrainer verzweifelte
Als René Mohsmann in der 76. Minute einen Freistoß von Spielertrainer Fabian Mohsmann aus kurzer Distanz nicht über die Linie drücken konnte, schien der Spielertrainer an der Seitenlinie zu verzweifeln. „Es ist schade , dass wir uns in dieser Drangphase nicht belohnt haben. Wir haben in der Regel in jedem Spiel nur drei oder vier Möglichkeiten, heute waren es vielleicht zwei oder drei. Eine davon hätten wir nutzen müssen“, ärgerte sich Mertinitz. „Nach einem weiteren Konzentrationsfehler fangen wir uns auch noch das zweite Gegentor.“
Das erzielten die Gäste sogar selbst. Nach einem Eckball von Niklas Heinemann köpfte Lars Bohm das Spielgerät Richtung Tor. Johannes Carl spritzte dazwischen und lenkte den Ball mit seinem obersten Körperteil ins eigene Netz. „Erst dieses 2:0 hat uns ein wenig Sicherheit gegeben“, analysierte Stalph. „Vorher hatten wir große Schwierigkeiten, in die Grundordnung zu kommen.“ In der ersten Minute der Nachspielzeit stellte Joker Alexander Huber auf Vorlage des ebenfalls eingewechselten Marcel Berg den in dieser Höhe unverdienten 3:0-Endstand her.
SG Eintracht Mendig/Bell: Robin Rohr, Milan Rawert, Florian Schlich, Florian Wirths (78. Philipp Franzen), Björn Gilles, Kodai Stalph, Manuel Oster, Magomed Ibragimov, Niklas Heinemann, Lars Bohm (88. Alexander Huber), Mats Weiler (86. Marcel Berg).
SG Hochwald Zerf: Jan Niklas Koltes, René Mohsmann, Fabian Mohsmann, Patrick Dres, Sebastian Dengler (15. Benedikt Haas, 70. Kevin Keck), Peter Irsch, Johannes Carl, Matthias Burg, Dominik Fisch, Lucas Thinnes, Yannik Stein.
Schiedsrichter: Oliver Sons (Koblenz).
Zuschauer: 160.
Tore: 1:0 Milan Rawert (28.), 2:0 Johannes Carl (85., Eigentor), 3:0 Alexander Huber (90. + 1).
Nächste Aufgabe für die SG Eintracht Mendig/Bell: am Sonntag, 10. November, um 15 Uhr gegen den SV Mehring.
Nächste Aufgabe für die SG Hochwald Zerf: am Samstag, 9. November, um 18 Uhr gegen die SG Schneifel Stadtkyll.
Milan Rawert (rechts) war einer der Aktivposten bei der SG Eintracht Mendig/Bell. Hier musste er Yannik Stein ausnahmsweise einmal hinterherlaufen.
Spektakuläre Einlage zwischen Björn Gilles (am Boden) und seinem Zerfer Gegenspieler. Mats Weiler (links) sieht ungläubig zu.
