Lokalsport | 13.05.2019

Fußball-Rheinlandliga, 33. Spieltag

„Bei uns ist ein wenig die Luft raus“

SG Eintracht Mendig/Bell - SG 99 Andernach 2:3 (1:0)

Vor Björn Gilles (am Ball) ging der Andernacher Maximilian Hirt regelrecht in die Knie. Lars Bohm (rechts) und Hannes Lutz (hinten) mussten nicht eingreifen.Fotos: SK

Mendig. Die dritte Heimniederlage der Saison war besonders bitter, auch wenn es für die Gastgeber um nichts mehr ging: Am 33. Spieltag der Fußball-Rheinlandliga unterlag die SG Eintracht Mendig/Bell im Derby gegen die SG 99 Andernach durch ein Tor in der 90. Minute mit 2:3 (1:0). Die Bäckerjungen entledigten sich durch diesen Erfolg vor 220 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz an der Brauerstraße endgültig aller (theoretischer) Abstiegssorgen und werden auch in der Saison 2019/2020 im Verbands-Oberhaus vertreten sein.

„Der letzte Wille vor dem Tor hat heute gefehlt, vielleicht ist bei uns auch ein wenig die Luft raus. Wir hätten das 2:0 machen müssen, dann wären wir möglicherweise als Sieger vom Platz gegangen“, ärgerte sich der scheidende Mendiger Trainer Cornel Hirt. „Beim Stand von 2:2 haben wir alles riskiert und schließlich einen Konter eingefangen. Wichtig war mir, dass sich die Mannschaft gut bewegt hat. Am Ende hat es einfach nicht sollen sein.“

In den ersten 30 Minuten sahen die Besucher eine lebhafte Partie mit Möglichkeiten hüben wie drüben. Eintracht-Torhüter Benjamin Dietz, der den verletzten Jan Heinemann zwischen den Pfosten vertrat, konnte sich bei einem Schuss von Daniel Neunheuser (5.) und bei einer Gelegenheit von Jan Engels (9.) auszeichnen. Nach 17 Minuten war Dietz geschlagen, doch Lars Bohm wehrte einen weiteren Versuch von Neunheuser gerade noch mit dem Körper ab. Für die Mendiger Führung durch Marcel Berg (20.) musste ein grober Fehler der Andernacher Defensive herhalten: Abwehrspieler Tim Hoffmann hatte zuvor ein Luftloch getreten. Auf der Gegenseite schoss Torjäger Jan Hawel aus kurzer Distanz über das Tor (26.), danach herrschte Flaute bis zur Pause.

„Wir wollten in der ersten Halbzeit destruktiv und passiv sein, unseren Gegner einschläfern und das Tempo aus dem Spiel nehmen. Bis auf das Gegentor ist uns das ganz gut gelungen“, erläuterte der Andernacher Trainer Franz-Josef Kowalski. „In den zweiten 45 Minuten hatten wir einen anderen Plan, der Doppelschlag spielte uns da sicherlich voll in die Karten.“

120 Sekunden nach Wiederanpfiff staubte Hawel zum 1:1 ab, Engels hatte zuvor die Latte getroffen. Mit einem fulminanten Schuss aus fast 25 Metern drehte Philipp Schmitz die Begegnung mit dem 1:2 endgültig (55.).

Der eingewechselte Mustafa Madanoglu glich zum 2:2 aus, nachdem Andernachs Torwart Niklas Nett, zu Beginn der Saison noch für die Eintracht aktiv, einen Schuss von John Rausch nicht hatte festhalten können (71.). Mendig wollte nun unbedingt den Sieg, aber Manuel Oster (74.) und erneut Madanoglu (77.) scheiterten an Nett, ihrem ehemaligen Mannschaftskameraden. Diese Fahrlässigkeit bestraften die Bäckerjungen in der Schlussminute: Auf Vorlage des eingewechselten Hendrik Köhler drosch Ole Conrad den Ball humorlos unter die Latte, Dietz im Eintracht-Tor war chancenlos.

„Ob unser Sieg verdient war oder unverdient, das sei einmal dahingestellt“, räumte Kowalski in der obligatorischen Pressekonferenz ein. „Wir haben jedenfalls das Optimale herausgeholt. Ich war immer über die Ergebnisse auf den anderen Plätzen informiert und wusste, dass wir nächste Woche am letzten Spieltag gegen die Spvgg Wirges nicht mehr zittern müssen. Wir hatten fast während der gesamten Saison Druck im Abstiegskampf, nun haben wir eine bescheidene Saison mit ein wenig Spaß zu Ende gebracht.“

Statistik

SG Eintracht Mendig/Bell: Benjamin Dietz, Milan Rawert, Florian Schlich, Florian Wirths (66. Mustafa Madanoglu), Kodai Stalph, Manuel Oster, John Rausch, Niklas Heinemann (66. Philipp Geisen), Björn Gilles, Marcel Berg, Lars Bohm.

SG 99 Andernach: Niklas Nett, Tim Hoffmann, Maximilian Hilt, Philipp Schmitz, Alexander Unruh (50. Hannes Lutz), Daniel Neunheuser, Jan Hawel (78. Hendrik Köhler), Kim Kossmann (64. Daniel Kossmann), Ole Conrad, Jörn Heider, Jan Engels.

Schiedsrichterin: Christina Hehn (Vallendar).

Zuschauer: 220.

Torfolge: 1:0 Marcel Berg (20.), 1:1 Jan Hawel (47.), 1:2 Philipp Schmitz (55.), 2:2 Mustafa Madanoglu (71.), 2:3 Ole Conrad (90.).

Nächste Aufgabe für die SG Eintracht Mendig/Bell: am Samstag, 18. Mai, um 17.30 Uhr bei der SG Hochwald Zerf.

Nächste Aufgabe für die SG 99 Andernach: am Samstag, 18. Mai, um 17.30 Uhr gegen den FSV Salmrohr.

Routinier John Rausch (am Ball) stellte die Defensive der Andernacher (von links Jörn Heider, Philipp Schmitz und Daniel Neunheuser) häufig vor Probleme.

Routinier John Rausch (am Ball) stellte die Defensive der Andernacher (von links Jörn Heider, Philipp Schmitz und Daniel Neunheuser) häufig vor Probleme.

In der Strafraumbeherrschung hatte der Mendiger Ersatztorhüter Benjamin Dietz so seine Probleme, bei allen drei Gegentoren der Andernacher (rechts Maximilian Hilt) traf ihn aber keine Schuld.

In der Strafraumbeherrschung hatte der Mendiger Ersatztorhüter Benjamin Dietz so seine Probleme, bei allen drei Gegentoren der Andernacher (rechts Maximilian Hilt) traf ihn aber keine Schuld.

Vor Björn Gilles (am Ball) ging der Andernacher Maximilian Hirt regelrecht in die Knie. Lars Bohm (rechts) und Hannes Lutz (hinten) mussten nicht eingreifen.Fotos: SK

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