Fußball-Rheinlandpokal, 1. Runde
Beide Teams boten Kampf und Spannung pur
SG Kempenich/Spessart – TuS Oberwinter n.E. 13:12 (3:2, 4:4)
Kempenich. Für eine Überraschung in der ersten Runde des Fußball-Rheinlandpokals hat der A-Liga-Aufsteiger SG Kempenich/Spessart gesorgt, der sich gegen den Bezirksligisten TuS Oberwinter nach Verlängerung und Elfmeterschießen mit 13:12 (3:2, 4:4) durchsetzte.
In der letzten Saison trennten beide Teams noch drei Klassen voneinander. Die Kempenicher in der Kreisliga B Mayen, Oberwinter in der Rheinlandliga. Nach dem Abstieg aus der Rheinlandliga hat TuS-Trainer Deniz Öztürk eine starke Mannschaft zusammengestellt, die in der Bezirksliga vorne angreifen will.
Im ersten Pflichtspiel - sprich Rheinlandpokal - gab es einen Fehlstart. Die 150 Zuschauer im Rudi-Klein-Stadion erlebten einen Pokalkampf über 120 Minuten und anschließendem Elfmeterschießen, der Spannung pur bot. Der Favorit von der Bandorfer Höhe ging programmgemäß durch Thomas Enke (4.) früh in Führung. Ein Treffer, der die Gastgeber nicht schockte. SG-Spielertrainer Patrick Melcher (21.) glich aus und zehn Minuten später gingen die Einheimischen durch Jakob Schumacher mit 2:1 in Front. Oberwinters Enke (38.) markierte den 2:2-Ausgleich. Für die 3:2-Pausenführung der Kempenicher sorgte Nico Degen (45.) kurz vor dem Halbzeitpfiff. „Wir haben zu langsam von Offensive auf Defensive umgeschaltet und uns vor allem in der Hintermannschaft unkonzentriert verhalten“, analysierte TuS-Trainer Deniz Öztürk die erste Halbzeit und fuhr fort: „Unser Gegner hat uns immer wieder mit langen Bällen in Verlegenheit gebracht. Da fehlte einfach die Cleverness, um die gegnerischen Angreifer ins Leere laufen zu lassen.“
Im zweiten Durchgang setzte sich das muntere Torschießen fort. Antonio Halfen (53.) traf zum 3:3. Tim Montermann (62.) brachte Kempenich erneut in Front, ehe wieder Enke egalisierte (78.). Die Öztürk-Elf blieb bis zum Schlusspfiff überlegen, nutzte aber die guten Tormöglichkeiten nicht. Das setze sich auch in der Verlängerung fort, konnten die Gäste ihre Dominanz nicht in Tore ummünzen.
Im anschließenden Elfmeterschießen waren bereits alle Feldspieler angetreten, bis zum 12:12 war noch keine Entscheidung gefallen. TuS-Torwart Benjamin Kauert schoss links am Tor vorbei. Kempenichs Keeper Tim Schüller machte es besser und lochte den Ball zum viel umjubelten 13:12-Sieg ein.
„Ich bin unheimlich stolz. Wir haben toll dagegengehalten. In der Verlängerung haben wir nur noch verteidigt und uns in jeden Ball geworfen“, freute sich Melcher, dessen Trainerkollege Öztürk enttäuscht war: „Ich will keinem meiner Spieler den Willen absprechen, das Spiel nicht gewinnen zu wollen. Aber nur 90 Prozent reichen - vor allem im Pokal - nicht.“
SG Kempenich/Spessart: Schüller, Bell, Melcher, Arenz (70. Retterath), Schumacher (83. Heinrichs), Deuster (58. Kohlenbeck), Schricker, Montermann, Degen, Kimmich.
TuS Oberwinter: Kauert, Koll, Welter, Groß (83. Manneh), Halfen (70. Wiest), Selbmann, Münch, Lefevre, Merken, Enke, Klein.
Schiedsrichter: Jan Ulmer (Schuld).
Zuschauer: 120.
Torfolge: 0:1 Thomas Enke (4.), 1:1 Patrick Melcher (21.), 2:1 Jakob Schumacher (31.), 2:2 Enke (38.), 3:2 Nico Degen (45.), 3:3 Antonio Halfen (53.), 4:3 Tim Montermann (62.), 4:4 Enke (78.).
LS
