Traditionsveranstaltung „Lohners Vulkan-Marathon“ stand zum 43. Mal auf dem Programm
Christian Steffes hatte es so richtig eilig
Kapazitätsgrenze ist erreicht: In Mendig soll in den nächsten Jahren bei 1800 Teilnehmern Schluss sein
Mendig. Mit 2141 Startern wurde im vergangenen Jahr der Teilnehmerrekord bei der Traditionsveranstaltung „Lohners Vulkan-Marathon“ pulverisiert, die Laufgemeinschaft Laacher See um ihren damaligen Vorsitzenden Klaus Jahnz war in neue Dimensionen vorgestoßen. Mittlerweile hat die LG die Kapazitätsgrenze erreicht, bei 1800 Läufern soll in der Zukunft Schluss sein. „Wir wollen ein Premium-Event darstellen“, verdeutlichte Streckensprecher Michael Münz. „Die Leute sollen sich frühzeitig anmelden. Am Freitag, 1. Mai 2026, ist es wieder so weit.“
Vor allem die Sporthalle an der Fallerstraße platze aus allen Nähten, unterstrich Anita Massion. Die 65-jährige Frau aus Thür, die mit dem Laufen erst mit 40 Jahren und quasi als Spätzünder begann, hat im September des vergangenen Jahres das Amt von Jahnz übernommen. „Ich bin seit 18 Jahren Mitglied und möchte dem Verein etwas zurückgeben, er liegt mir am Herzen. Der neunköpfige Vorstand arbeitet Hand in Hand. Vor allem Frank Schäfer und Fred Wehren haben sich um die Organisation und um die 200 Helfer gekümmert.“ Bei um die 430 Mitgliedern eine stolze Zahl, fast jeder Zweite packte mit an.
Pünktlich um 8 Uhr schickte Massion bei Temperaturen um die 18 Grad mit ihrer Startklappe die 73 Marathonläufer auf die 42,195 Kilometer lange und mit 800 Höhenmetern gespickte Strecke durch die Vulkanlandschaft mit ihren leuchtenden Rapsfeldern. Gegen 11 Uhr sollte der Sieger eintreffen, da das fast schon sommerliche Wetter eine Zeit von um die drei Stunden erwarten ließ. Zumindest Christian Steffes von der DJK Ochtendung hatte etwas dagegen: Er lief nicht nur nach 2:47:34 Stunden als Erster durchs Ziel, sondern stellte auch einen Streckenrekord auf, den Thomas Sendker seit 2019 gehalten hatte (2:48:10). Den Einlauf von Steffes bekam Massion im Übrigen nicht mit, sie stand zu der Zeit den Pressevertretern Rede und Antwort.
Das nahm ihr Steffes aber nicht übel, er freute sich derzeit mit seiner Ehefrau und seinen beiden Kindern im Ziel über seinen großen Erfolg. „Ich hatte großen Respekt und eine Zeit von drei Stunden angepeilt. Die erste Runde bin ich vorsichtig angegangen. Wir waren in einer kleinen Gruppe unterwegs, ab Kilometer 16 sind aber alle Gegner zurückgefallen, ohne dass ich das Tempo erhöhen musste“, blickte der 32-Jährige zurück. „Es war eine kluge Taktik von mir. Danach bin ich einfach meinen Stiefel durchgelaufen. Wenn du weißt, dass du gewinnen und vielleicht einen Streckenrekord erreichen kannst, werden nochmals Energien freigesetzt.“ Seit Kindeszeiten ist Steffes läuferisch unterwegs, in Mendig in den vergangenen Jahren zumeist über 5000 oder 10.000 Meter. Nun holte er beim für ihn ersten Marathon-Wettbewerb in Mendig zum großen Schlag aus.
Eine kleine Premiere feierte Achim Grün. Im vergangenen Jahr trat er noch als Erster Beigeordneter in Vertretung von Hans Peter Ammel in Erscheinung, 2025 nun erstmals als Mendiger Stadtbürgermeister. „Ich kenne die Strecke, da ich dort mit meinem Hund spazieren gehe. Von daher weiß ich, was die Läufer leisten“, erklärte Grün. „Die LG Laacher See macht hervorragende Arbeit, ein Rad greift ins andere. Und wenn in Mendig eine solche Veranstaltung ansteht, dann herrscht schönes Wetter. Das haben sich alle verdient.“
Sein Glück teilte er mit seinen beiden Kindern: Marathon-Sieger Christian Steffes von der DJK Ochtendung.
Schon zu Beginn lag Christian Steffes (rechts) an der Spitze. Nach 2:47:34 Stunden hatte er einen Streckenrekord aufgestellt.
