Lokalsport | 25.10.2017

SV Untermosel - Abteilung Handball

Comeback in zweiter Hälfte führt zu glücklichem Sieg

Herren-Landesliga: TV Güls II – SV Untermosel 27:28 (16:11)

Koblenz-Güls. Kürzlich stand mit der Partie beim TV Güls II ein Auswärtsspiel an. Gegen diese Mannschaft absolvierte die Mannschaft bereits in der Saisonvorbereitung ein Testspiel, das nach desolater Leistung des SVU unentschieden endete. Entsprechend wollte das Team Wiedergutmachung betreiben. Doch das ging gänzlich in die Hose, denn nach fünf Minuten führten die Hausherren mit 4:0. Dabei schienen die Gülser wesentlich fokussierter auf das Spiel und zeigten deutlich mehr Einsatz als der SVU.

Nach einer Auszeit fiel zunächst noch das 5:0, ehe der SVU das erste Mal einnetzen konnte. Scheinbar war damit der SVU im Spiel angekommen, denn die Mannschaft konnte bis zum 7:4 nach zwölf Minuten verkürzen. Individuelle Fehler in der Abwehr und vermeidbare Zeitstrafen sorgten jedoch weiter für einen deutlichen Gülser Vorsprung. So liefen die Spieler bis zur Pause dem anfänglichen Rückstand hinterher und ging beim 16:11 in die Kabine. Zudem hatte Marco Görres bereits zwei Zeitstrafen.

Das einzig Positive war eigentlich, dass erst eine Hälfte gespielt war. Trainer Christian Metz forderte für den zweiten Spielabschnitt, dass die Abwehr wesentlich mehr als Mannschaft agieren müsse, vorne sollten die Chancen klar ausgespielt und verwertet werden. Diese Ansage zeigte scheinbar Wirkung, denn keine zehn Minuten später war die Partie beim 18:18 wieder ausgeglichen. Leider verletzte sich während dieser Aktion Lars Langen bei einem Zusammenprall, zum Glück konnte er einige Minuten später wieder eingesetzt werden. Ebenfalls schwerwiegend war die Zeitstrafe gegen Matthias Brod kurz darauf. Denn die Gülser nutzen ihre Überzahl, um die Führung wiederzuerlangen.

Über 21:19 (42.) setzten sie sich einmal mehr ab, führten mit 25:21 (50.).

Der Drops schien gelutscht, doch der SVU kämpfte sich nochmal zurück. Nur drei Minuten später stand es 25:24 und die Gäste waren wieder in Schlagdistanz. Zudem standen sie nun zwei Minuten in Überzahl auf dem Feld. Trotzdem führte nach 56 Minuten der TV Güls mit 27:25.

Ziemlich genau zwei Minuten vor dem Ende der Partie schaffte der SVU dann – erst zum zweiten Mal überhaupt an diesem Tag – den Ausgleichstreffer zum 27:27. Der Gülser Angriff endete mit der Entscheidung der Unparteiischen auf Strafwurf. Diesen konnte Niklas Kroth sicher entschärfen, wie bereits zuvor einige Bälle, vor allem von der Rechtsaußenposition des TVG. Nun war noch eine Minute zu spielen, es stand unentschieden und der SVU war im Ballbesitz. Sollte also doch noch alles gut werden?

Zunächst nahm das Team etwas Zeit von der Uhr, legte dann die grüne Karte um sich bei einer Auszeit noch einmal zu besprechen. Auf keinen Fall durften die Spieler den Ball mehr verlieren. Das Spiel lief weiter, 15 Sekunden vor Schluss dann das Anspiel an den Kreisläufer Felix Naunheim, Ball gefangen, Wurf unter Bedrängnis.

Der Ball verfehlte das Tor, doch die Schiedsrichter entschieden auf Siebenmeter-Strafwurf für den SVU. Während sich Christoph Apel, der zuvor alle Strafwürfe verwandelt hatte, den Ball schnappte, lief die Hallenuhr weiter und das Schlusssignal ertönte. Es stellte sich also nur noch die Frage, ob es ein Sieg oder ein Unentschieden werden würde. Güls wechselte noch einmal den Torwart, doch auch das half nichts. Großer Jubel auf Seiten des SVU, hängende Gesichter beim TVG. 27:28 zeigte die Anzeigetafel letztendlich.

Im Nachhinein betrachtet ist der Sieg glücklich und nicht wirklich verdient, denn die einzige Führung des SVU war nach Ablauf der Spielzeit!

Die Gülser hätten für ihren Einsatz sicherlich einen Punkt verdient gehabt. Dennoch zeigt das Spiel auch die Wichtigkeit der Siebenmeterquote: Während die Gastgeber nur 4/7 verwandeln konnten, traf beim SVU Christoph Apel 7/7 mal. So kam er auf insgesamt zehn Treffer und wurde vor Lars Langen mit acht Treffern bester Torschütze der Partie.

Auch wenn das Team beim SVU über weite Strecken unter den Möglichkeiten blieb, muss auch erwähnt werden, dass die Mannschaft bei sechs zu verzeichnenden Pfostentreffern etwas Pech hatte.

Mit dem Sieg steht der SVU nun bei 8:0 Punkten an der Tabellenspitze, wobei die stärksten Gegner wohl noch vor ihnen liegen.

Am kommenden Samstag steht die längste Auswärtsreise an, wobei der Begriff „Reise“ sicherlich passend ist: Um 18 Uhr ist Anwurf in der Halle in Wissen.

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