Lokalsport | 22.06.2021

Formel 1 am Wendepunkt

Corona, neue Regeln und mehr. Vielleicht am Nürburgring?

Auch einem Weltmeister Hamilton passieren Fehler. Nach dem Re-Start in Baku verbremst sich der siebenfache Weltmeister und fährt in die Reifenstapel. Vorn rechts der Sieger von Baku, Sergio Perez auf Red Bull. Ganz links Sebastian Vettel auf Aston Martin. Foto: Daimler AG

Nürburgring. Die Formel 1, noch im letzten Jahr langweilig durch die Überlegenheit von Lewis Hamilton (Mercedes), wird auf einmal spannend. In sechs Rennen hat es drei Sieger gegeben und es führt in der Weltmeisterschaft der Niederländer Max Verstappen (Red Bull). Wer hätte das gedacht?

Überraschend auch die zweite Pole Position des wiedererstarkten Ferrari-Teams mit Charles Leclerc. Schade nur, dass die bisher spannende Saison 2021 nur im Bezahlfernsehen Sky zu sehen ist, nachdem sich RTL, wohl in Erwartung einer langweiligen Saison 2021, Ende 2020 von der Übertragung der F1-Rennen zurückgezogen hatte (man will nur vier Rennen übertragen). Für den Rückzug von RTL war sicher auch entscheidend, dass keine Spitzenplätze der beiden deutschen Fahrer Sebastian Vettel und Mick Schumacher (Schumi III) zu erwarten waren. Auch war kein Rennen in Deutschland geplant. Aber, man soll niemals aufgeben. Wie auch im letzten Jahr, könnten Rennen ausfallen und dann würden sich die Fans freuen, wenn der Nürburgring einspringen könnte.

Nur zwei deutsche Fahrer

Aus deutscher Fahrersicht war für die Saison 2021 nicht viel zu erwarten. Bei Ferrari wurde der vierfache Weltmeister Sebastian Vettel nach einer glücklosen Ferrarizeit ausgemustert und fand dann einen Platz im Mittelklasse-Team Aston Martin (vorher Racing Point F 1). Die ersten vier Rennen waren für beide deutschen Fahrer enttäuschend: 0 Punkte. Das erste Erfolgserlebnis war ein fünfter Platz für Vettel beim prestigeträchtigen Rennen in Monaco – und dann ganz überraschend ein zweiter Platz in Baku mit einem sagenhaften Überholmanöver an seinem Ferrari-Nachfolger Charles Leclerc.

Und Mick Schumacher? Neu in der Formel 1 und mit viel Vorschusslorbeeren bedacht. Mick Schumacher hatte die Aufbauserien, angefangen von den Karts, über die Formel 4, dann Formel 3 und zuletzt die Formel 2, alle gewonnen. Doch die Formel 1, das ist die Creme de la Creme der Rennfahrer, da hängen die Erfolgsaussichten sehr hoch. Und für Schumi III sollte es ein Lehrjahr werden, zumal auch der Haas-Rennwagen als leistungsschwächster im Feld der F1-Boliden gilt. Also, Schumi III Zeit gönnen, dass er sich für die anspruchsvolle Formel 1 aufbaut.

Ja, und ganz vorne? Da sind natürlich von Lewis Hamilton (GB) wieder Siege zu erwarten. Doch der Ausnahmefahrer Max Verstappen hat einen hohen Ehrgeiz entwickelt und auch schon zwei Siege eingefahren. In Baku führte er das Feld an, bevor ihm bei über 300 km/h der Hinterreifen platzte.

Dritte Kraft bei den Fahrern, das ist der Monegasse Charles Leclerc. Zweimal war er in Monaco und in Baku im Qualifying der Schnellste; man kann hoffen, dass er das ansonsten langweilige Duell Hamilton-Verstappen aufmischt.

Ab 2022 – Formel 1 wird billiger

Schon der kürzlich verstorbene ehemalige FIA-Präsident Max Mosley hatte versucht, das technische Wettrüsten in der Formel 1 zu bremsen – ohne Erfolg. Mercedes und Honda, aber auch Ferrari geben Unsummen für die Fortentwicklung der Motoren aus, um ganz vorne mit dabei zu sein. Mercedes liegt weiterhin ganz vorne, gefolgt von Honda. Ferrari hatte 2020 einen Durchhänger, weil die „Schummelmotoren“ aus dem Jahr 2019 nicht mehr eingesetzt werden durften.

Honda wird sich 2022 ganz vom Formel 1-Sport zurückziehen und es ist im Gespräch, das Red Bull wohl die Entwicklung der leistungsstarken F1-Motoren fortsetzen wird. Ob das wohl gut geht?

Man spricht davon, dass 2021 die Entwicklung der F1-Renngeräte auf Sparflamme vorangeht. Die Rennställe sparen Entwicklungsarbeit an den Boliden der Saison 2021 ein und konzentrieren sich jetzt schon auf die neuen Rennwagen 2022. Die Formel 1 startet 2022 in eine neue Ära, das neue Reglement wird eingeführt. Eigentlich hätte es schon 2021 soweit sein sollen. Doch wegen der Corona-Krise haben sich Teams, FIA und Formel 1 darauf geeinigt, die Autos von 2020 auch 2021 zu nutzen und die Einführung der neuen Regeln aufzuschieben.

Die Formel 1 soll künftig preisgünstiger für die Teams und spannender für die Zuschauer werden. Technisch erfährt die Formel 1 2022 die wohl größte Veränderung ihrer Geschichte. Eine wahre Revolution steht bevor. Im Zentrum steht das Zweikampfverhalten. Dafür ist ein komplett neues Aerodynamik-Reglement vonnöten. Die Frontflügel werden noch ein Stück simpler, die Dimensionen bleiben weitestgehend stabil. Dahinter wird es interessanter. Die extrem komplexen Bargeborards hinter den Vorderreifen werden komplett verboten.

Eine weitere große Änderung betrifft die Reifen, wobei groß hier wörtlich zu verstehen ist. Die Formel 1 wechselt von 13 Zoll auf 18 Zoll Felgen. Der Reifenaußendurchmesser steigt dadurch von 670 auf 725 Millimeter.

Doch es gibt auch Nachteile: Die größeren Räder bringen zusätzliches Gewicht. Sie sind der Hauptfaktor, weshalb das Mindestgewicht von 743 auf 768 Kilogramm ansteigt. Weniger Antrieb und mehr Gewicht bedeuten zwangsläufig langsamere Autos. Die FIA rechnet mit Rundenzeiten auf dem Niveau von 2016, rund 3,5 Sekunden soll die Formel 1 langsamer werden.

Nicht alles kommt neu, die Motoren bleiben nahezu unverändert, die Getriebeentwicklung wird eingefroren.

Corona-Rennen ohne Zuschauer

Die Corona-Pandemie hat das Geschehen um die Formel 1 im Jahre 2020 vollkommen verändert: Fast ausschließlich fanden die Rennen ohne Zuschauer statt. Viele Rennen fielen aus, es wurden Ersatzrennen auf unbekannten Rennstrecken durchgeführt und auf einer Rennstrecke wurde sogar an zwei hintereinander folgenden Wochenenden gestartet. So kam auch Deutschland mal wieder in den Genuss eines Formel 1 GP. Im Oktober 2021 fand der Große Preis der Eifel statt – mit wenigen Zuschauern bei saumäßigem Eifelwetter. Aber, Oktober in der Eifel?. Sicher nicht geeignet für ein F1-Rennen.

Der Saisonstart 2021 fand unter ähnlichen Bedingungen statt: Keine oder nur wenige Zuschauer. Danach Absage von Rennveranstaltungen, z.B. Großer Preis der Türkei, weil es Einreisebeschränkungen für die Teams gab. Neu sind Rennen in den Niederlanden „zu Ehren“ von Max Verstappen und ein Rennen in Saudi Arabien. Man braucht in dem superreichen Wüsten- und Ölstaat etwas „Modernes“, um das angeschlagene Image zu verbessern. Eine allerletzte Meldung: Der Große Preis von Singapur auf dem Stadtkurs des kleinen Stadtstaates in Fernost soll ausfallen. Ob das eine Chance für den Nürburgring sein kann?

Ist?

Insgesamt sollen 2021 22 Rennen stattfinden, das ist ein neuer Rekord, leider aber nicht in Deutschland, dem Land wo die Weltmeister der letzten Jahre, Mercedes, und Sebastian Vettel, zu Hause sind.

Resümee

Die Formel 1 am Wendepunkt. Hoffen wir, dass bald wieder Zuschauer zugelassen sein werden und das Jahr 2022 mehr Ausgeglichenheit unter den Teams bringen wird. Aber, für das Jahr 2021 soll es auch noch spannende Rennen geben.

Klaus Ridder

Nach Michael Schumacher fährt auch Sohn Mick in der Formel 1. Allerdings ist das erste Jahr wohl ein Lehrjahr. Foto: Ridder

Nach Michael Schumacher fährt auch Sohn Mick in der Formel 1. Allerdings ist das erste Jahr wohl ein Lehrjahr. Foto: Ridder

Die Formel 1 Truppe fährt dort, wo es mehr Geld für die Teams und Veranstalter gibt, hier in der malerischen Altstadt von Baku. Foto: Daimler AG

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Man fährt nach vielen ‚Skandalrennen‘ mit tödlichen Unfällen wieder im niederländischen Zandvoort‚ zu Ehren‘ von Max Verstappen. Hier Bilder vom Großen Preis der Niederlande 1961. Foto: Ridder

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Auch einem Weltmeister Hamilton passieren Fehler. Nach dem Re-Start in Baku verbremst sich der siebenfache Weltmeister und fährt in die Reifenstapel. Vorn rechts der Sieger von Baku, Sergio Perez auf Red Bull. Ganz links Sebastian Vettel auf Aston Martin. Foto: Daimler AG Foto: Daimler AG

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