Holger Nickolaus der DJK-Tri-Andernach mit Top10-Platzierung beim COLOGNE-Triathlon
DJK-Triathlet mit tollem Comeback
Andernach. Der erfahrene DJK-Athlet und Hawaii-Daylight-Finisher von 2005 wagte nach mehr als zehnjähriger Abstinenz ein Comeback auf der Langdistanz-Strecke. Hierzu suchte sich der bekennende FC-Fan seine zweite „Heimatstadt“ - Köln - aus. Da es galt 3,8 km Schwimmen, 180 km Fahrradfahren und 42 km Laufen zu bewältigen, war ein gezieltes und langfristiges Vorbereitungstraining obligatorisch. Allerdings lief hier nicht alles optimal: „Nachdem ich im Winter mit Rückenproblemen zu kämpfen hatte, setzte mich in der direkten Vorbereitungsphase im Sommer, eine Gürtelrosen-Entzündung und eine Waden-Muskelverhärtung, weitestgehend außer Gefecht, sodass an ein vernünftiges Training in keinster Weise zu denken war. Mein Start beim Cologne-Triathlon war bis kurz vor dem Wettkampf äußerst unsicher“, berichtete Holger Nickolaus noch unmittelbar vor dem Start.
„Wer nun denkt, dass am Wettkampftag wenigstens alles glattging, der täuscht sich sehr. Ich glaubte, dass es schlimmer gar nicht mehr kommen kann, jedoch war für den Wettkampftag eine Regenfront mit Gewittern gemeldet. Teilweise dachte ich während des Wettkampfs, die Welt würde untergehen. So etwas habe ich noch nicht erlebt!“ resümierte Holger direkt nach dem Wettkampf.
Nachdem Holger morgens um 7 Uhr in der Top-Starter-Gruppe die 3,8 km in Fühlinger-See (Wendepunktstrecke) in Angriff nahm, sah er sich zur Halbzeit mit einer Durchgangszeit von 30:30 Min. „voll im Plan“ , musste aber dem Gegenwind geschuldet und als Führender der Verfolgungsgruppe -ohne Wasserschatten- auf dem Rückweg alleinige Arbeit leisten, sodass Holger sein Tempo nicht ganz halten konnte und mit 1:01:47 h dem Wasser entstieg.
Mit diesem Zwischenergebnis war Holger sehr zufrieden und startete nunmehr motiviert auf dem Fahrrad, um die 180 Kilometer in Angriff zu nehmen. Hierbei wurden die Athleten komplett durchnässt, da mehrere Regenfronten und auch ein heftiges Gewitter über Köln und das Umland niedergingen. Doch wäre das alles noch nicht genug, musste Holger weitere „Schicksalsschläge“ bewältigen:
„Nach circa 60 km hatte ich einen Platten, den ich nach circa 4 bis 5 Minuten selbst beheben konnte. Leider hatte ich mir einen Metallsplitter im Mantel festgefahren, sodass ich nach 80 Kilometern einen weiteren Plattfuß erlitt. Allerdings hatte ich nur einen Ersatzschlauch dabei und saß zu diesem Zeitpunkt auf dem Bordstein, rechnete nicht mehr damit, den Wettkampf zu beenden und wollte eigentlich auch schon aufgeben! Ich hatte jedoch Glück, da ein anderer Athlet, der nicht genug Luft in seinen Reifen hatte, nach einer Luftpumpe fragte und im Austausch dafür einen passenden Schlauch zur Verfügung stellen konnte.“
Holger konnte somit nach einer Zwangspause von einer knappen halben Stunde wieder ins Rennengeschehen eingreifen. Allerdings war es nicht möglich, diesen Rückstand bis zum Ende aufzuholen. Er erreichte eine Zeit von 6:28:47h - Ohne die beiden Defekte wäre es sicher eine Zeit von ca. 5:50h gewesen.
Nach dem Verlassen der 2. Wechselzone mit ordentlich Rückenwind, nahm Holger den abschließenden Marathon in Angriff. Von seiner Wunschzeit „SUB11“ war er um einiges entfernt und wusste zu diesem Zeitpunkt, dass dieses Ziel völlig außer Reichweite war. Dennoch schaffte er auf den ersten 10 Kilometern eine Zeit von deutlich unter 50 Minuten. Auch seine bis vor wenigen Wochen verhärtete Wade machte keinerlei Probleme. So konnte Holger ein Tempo knapp unter 6 Minuten pro Kilometer aufrechterhalten und bewältigte den abschließenden Marathon in tollen 4:00:12 h. Er lief nach insgesamt 11:40:44 h, als 8. der AK50, freudestrahlend ins Ziel, wo er von seiner ihn unterstützenden Familie freudig begrüßt wurde. Nach dem Wettkampf äußerte er: „Ohne meine Familie und insbesondere meiner Frau, die mir eine Menge Freiheiten im Rahmen der Vorbereitung gelassen hat, hätte ich dieses „Abenteuer“ nicht geschafft. Auch die Unterstützung während des Chaos-Regentages durch meine Schwiegereltern und sie war sensationell. Dementsprechend bin ich allen sehr dankbar!“
Die DJK-Familie beglückwünscht Holger Nickolaus zu diesem tollen Ergebnis und dem grandiosen Comeback. Er wird nun seine Saison etwas ruhiger ausklingen lassen, um nächstes Jahr wieder fit an Wettkämpfen teilzunehmen.
