SV Rot Weiß Queckenberg
Da hing wahrlich kein Lametta dran
SV Rot Weiß Queckenberg - SSV Heimerzheim
Heimerzheim. Nach vier Spielen am Stück auf dem Mount Queck musste sich der SV Rot Weiß Queckenberg erstmals seit über 30 Tagen wieder in fremden Gefilden zurecht finden. Da die letzten drei Partien trotz Heimvorteils nicht siegreich gestaltet werden konnten, reiste man mit gemischten Gefühlen zum Tabellennachbarn SSV Heimerzheim.
Man merkte den Döring-Bures-Buben ab der ersten Umdrehung des Sekundenzeigers an, wie schwer die Bürde der sich selbst auferlegten Siegspflicht auf jedem einzelnen Queckie lastete.
Trotz Kaiserwetters und einer stattlichen Gästefankulisse im Rücken stotterten die RWQ-Maschinen mächtig und fuhren zunächst auf Reserve. Auch die frühe Führung durch Danny Bures nach Klemms geschmeidigem Wundereinwurf (05.) ließ die Motoren nur unmerklich lauter aufheulen. Vielmehr überkam einen das Gefühl, dass zähflüssiger rot-weißer Lavabrei den Gastgeber in dessen Halbfeld umzingelte und belagerte, bis die berühmte Lücke zum Einschuss frei gepresst wurde.
So schraubte man das Ergebnis bis zum Halbzeitpfiff doch auf 0:3, ohne jedoch Glanz oder gar Gloria zu versprühen. Dabei biss wieder einmal die Kobra im Doppelpack zu: zunächst veredelte Martin Rings Köpfchen eine Musterflanke von D. Bures (23.), um 21 Minuten später Paffenholz‘ Geniepass ins Heimerzheimer Abwehrherz mit einem gewieften Schlenzer ins lange Eck zu vollenden.
Wohl wissend, dass hier der Siegesdrops noch gar lange nicht gelutscht war, forderte Döring weiter auf zu höchster Konzentration und mindestens einer Schippe Fußballlust obendrauf. Zu Beginn des zweiten Durchganges schien dies auch direkt in die Blutgefäße der Kerle von der Madbach eingeimpft worden zu sein. Immerhin erspielten sich die rot-weißen ein deutliches Chancenplus, um vorzeitig den Deckel drauf machen zu können.
Doch mit dem vermeintlich beruhigenden 4:0 wurde der aufflammende Offensivgeist nur bedingt belohnt; in der 54. Minute fand eine Cipera-Ecke einmal mehr die Stirn von Strafraumungeheuer Ring, der die Kugel abermals einschädelte. In den nächsten Minuten rollten Angriffe ohne Unterlass gen SSV-Gehäuse. Auch wenn nicht immer die pure Spielfreude, die höchste Fußballkunst dabei zelebriert wurde, hätten die Voreifler in dieser Phase den Einheimischen den Garaus machen können, wenn nicht sogar müssen. Da jedoch die Murmel mal vom Torgestänge zurück ins Spielfeld schmatzte bzw. knapp neben oder über den Kasten gejagt wurde, trauerte man spätestens ab der 69. Spielminute den fahrlässig verballerten Großchancen hinterher. Denn innerhalb von 360 Sekunden verkürzten die bis dahin offensiv kaum stattgefundenen Gastgeber auf 2:4 (63./69.). Davon leicht beflügelt, brachte sich der Tabellenvorletzte nun immer wieder aussichtsreich in Position. Doch der bei den Gegentreffern machtlose P. Watty erwischte mal wieder einen Sahnetag, vernichtete beinahe emotionslos jegliche Angriffsversuche und hielt so mit Spagat, Faust, Fingerspitzen oder Köpfchen den am Ende alles in allem verdienten Auswärtsdreier fest.
Aufstellung: P. Watty – Sommer, Uygur, Becker – Cipera, Coskun, Paffenholz, Klemm, D. Bures, A. Watty – Ring.
Verstärkung: Leifer, Jablonski, Rücker, Erol, Eiserne Reserve: S. Bures, Declair, Breuer.
So kann man schlussendlich einen Sieg auf der Habenseite verbuchen, an dem zwar kein Lametta hing, der jedoch enorm wichtig für das Selbstvertrauen und die Tabellensituation ist.
Vorschau:
Nun gilt es im Nachbarschaftsduell am 20. Oktober unbedingt nachzulegen. Gegner ist dann ab 15 Uhr die A-Liga-Reserve des SC Altendorf-Ersdorf. Im Vorspiel wollen die Müllersburschen von der Zweiten Rot-Weißen Garde den zweiten Heimsieg eintüten. Dabei wartet ab 12.30 Uhr mit dem FC Pech III ein äußerst unangenehmer Gast. Doch wenn Dominik Mücklich zwischen den Pfosten dann eine ähnliche Galavorstellung abliefert wie am letzten Sonntag, und diesmal seine Vorderleute davon beflügelt werden, könnte vielleicht doppelt gejubelt werden auf dem Mount Queck. So parierte der Tausendsassa zwei Strafstöße gegen Rot Weiß Merl III und verhinderte bei der 0:5 Niederlage mit teilweise katzenartigen Reflexen und weiteren Glanztaten ein mögliches Desaster.
