Lokalsport | 15.08.2018

24 h Rad am Ring

Daniela Gerhards und Markus Risse sprengen Herrenpodium

Daniela und Markus während der Siegerehrung. privat

Adenau. Im Rahmen des großen heimischen Radsportevents Rad am Ring fand auch dieses Jahr wieder das legendäre 24 h Rennen für Rennradfahrer und Mountain Biker statt.

Neben einem Rennrad Vierer- und einem Rennrad Achter-Team, welche mit einheimischen Sportlern aus Adenau und Umgebung und Fahrern aus der französischen Partnerstadt Sillery zusammengesetzt war, startete auch ein aussichtsreiches MTB Zweier-Team.

Denn mit der mehrmaligen 24 h Rennrad Solo Gesamtsiegerin auf dem Nürburgring und amtierenden Vize Rheinland Pfalz Meisterin im MTB Marathon, Daniela Gerhards (RC Herschbroich), und dem erfahrenen 24 h Athleten (u.a. Sieger 2er MTB Mixed Team 24 h Duisburg) und amtierenden Rheinland Pfalz Meister im MTB Marathon Markus Risse (RSC Mayen) starteten unter dem Team-Namen RC Herschbroich / RSC Mayen / Radsport Breuer zwei ausgewiesene Langstreckenathleten im MTB 24 h Rennen.

Da es allerdings bei Rad am Ring keine getrennte Wertung für entsprechend zusammengesetzte Mixed Teams gibt, musste man in der Herren Wertung antreten. Doch auch hier rechnete man sich ein gutes Ergebnis aus, denn es galt ja 24 Stunden durchzufahren. Am Ende wurde es ein überragendes Ergebnis.

Gestartet wurde das 24 h MTB Rennen wie auch das Rennradrennen auf der Start und Zielgeraden der Nürburgring Grand Prix Strecke um 12:45 Uhr. Als Startfahrer ging für das Duo Markus Risse an den Start und obwohl es der Start zu einem Rennen über 24 Stunden war, ging es von Beginn an richtig zur Sache, wobei an mancher Stelle auch etwas über das Ziel hinaus geschossen wurde. Markus konnte sich dank seiner Routine aus allen Zwischenfällen heraushalten und bog als Zweiter von der Grand Prix Strecke auf die ca. 9,2 km lange MTB Strecke ab. Dort ging er das Tempo des Führenden noch einige Kilometer mit, bis er sich auf ein der Länge des Wettkampfs entsprechenderes Tempo besann. So absolvierte Markus die ersten vier Runden, bevor in ihrer Klasse in Führung liegend der erste Wechsel auf seine Teamkollegin Daniela Gerhards anstand. Der Wechsel wurde routiniert bei voller Fahrt durch die Boxengasee vollzogen, Daniela startete ins Rennen und Markus fuhr in die vom RC Herschbroich belegte Box 9. Hier angekommen säuberte Markus die Kette und füllte die Trinkflasche für den nächsten Turn. Jedoch klingelte kurz nach Ankunft in der Box Markus´ Handy, welches er nicht schnell genug entsperrt bekam, um den Anruf entgegen zu nehmen. Als Anruferin auf dem Display erschien Daniela und Markus ahnte nichts Gutes. Nach erfolglosem Rückruf und erneutem Anruf von Daniela erreichte man sich endlich und Daniela teilte Markus mit, dass sie einen Hinterraddefekt hätte. Nach Durchgabe des Streckenabschnitts einigte man sich darauf, dass Markus dort hin gefahren käme und Daniela in der Zwischenzeit ihren Defekt versuche zu beheben. Dies gelang Daniela auch sehr schnell und so konnte sie ihre geplanten zwei Runden fortsetzen. Nach erneutem Anruf hielt sich Markus für den geplanten Wechsel nach zwei Runden bereit.

Die Zeit, die Markus dann wieder für drei Runden auf der Strecke war, nutze Daniela, um bei Radsport Breuer, die wie jedes Jahr den technischen Service der gesamten Veranstaltung stemmten, den lädierten Mantel des Hinterrades gegen ein neues Exemplar austauschen zu lassen. Obwohl dies natürlich fachmännisch und im Eiltempo realisiert wurde, ging Daniela diese Zeit als Erholungszeit oder zur Nahrungsaufnahme verloren. So früh im Rennen sollte dies jedoch noch kein großes Problem darstellen.

Zum Glück blieb dies der einzige Defekt und Daniela und Markus konnten im gewohnten Rhythmus weiter ihre Runden ziehen und befanden sich innerhalb der Herrenkonkurrenz auf Platz drei. Dies motivierte die beiden natürlich zusätzlich, entsprechend konzentriert weiter zu machen.

Die 50 bis 60 Minuten Pause zwischen den Einsätzen müssen bei einem solchen Wettkampf zum einen zum Präparieren des Rades, aber vor allem auch zur Regeneration des Körpers genutzt werden. Hierzu konnten die beiden Athleten auf die hervorragende Verpflegung, die professionell vom RC Herschbroich realisiert wurde, zurückgreifen. Von einfachen Bananen, Müsliriegeln und Keksen bis hin zu ausgefeilten Nudelgerichten verschiedenster Art wurden hier alle Register gezogen und die Sportler bestmöglich versorgt.

So konnten Daniela und Markus bestens versorgt ihre Runden drehen, ihre Platzierung pendelte mittlerweile zwischen Platz zwei und drei und die Abendstunden standen an.

Vor Einbruch der Dunkelheit musste die Radbeleuchtung montiert werden, um auf der MTB Strecke mit ihren wechselnden Untergründen stets den Überblick zu behalten.

Zur Erleichterung sind auch einige anspruchsvollere Passagen der Strecke mit Beleuchtung versehen. Und so ist es möglich, im Dunklen und bei etwas niedrigeren Außentemperaturen sogar fast so schnelle Runden hinzulegen, wie am Tage bei Helligkeit und problemloser Sicht.

Während der Nachtstunden veränderten Daniela und Markus den Wechselrhythmus einmalig auf drei bzw. vier Runden, um sich gegenseitig etwas längere Erholungszeiten mit der Möglichkeit, sich auch einmal kurz hinzulegen, zu ermöglichen.

So kam man ganz gut durch die Nacht, befand sich mittlerweile hinter dem mit ausgewiesenen Langstreckenathleten besetzen Führungsteam auf Platz zwei und versuchte, diesen Platz mit weiter konstanten Rundenzeiten zu festigen. Nach dieser langen Renndauer beschwerte sich bei beiden Athleten zwar auch der Magen. Dies wurde jedoch mit Nudelsuppe aus der Profi-Verpflegungsabteilung des RC Herschbroich wie auch durch den vermehrten Einsatz des bekannten koffein- wie zuckerhaltigen Erfrischungsgetränks mit roter Umverpackung als Trinkflascheninhalt erfolgreich bekämpft und in den Morgenstunden bei aufgehender Sonne werden ja ohnehin wieder zusätzliche Lebensgeister geweckt.

Endspurt in Richtung Zieleinlauf

Mit einer Runde Vorsprung auf Platz zwei liegend ging man nun den Endspurt Richtung Zieleinlauf um 12:15 Uhr an. Markus checkte immer wieder die Platzierung, gab diese während der Wechsel als Motivation an Daniela weiter und konnte als Bonbon noch oben drauf legen, dass sie am Morgen schnellere Rundenzeiten in die Strecke brannte, als beide Fahrer des Verfolgerteams auf Platz drei. Mittlerweile befand man sich im Zweirunden Rhythmus, d.h. Daniela wie auch Markus fuhren jeweils zwei Runden am Stück, festigte den zweiten Platz weiter und die Zielzeit rückte immer näher.

Der Magen wurde weiterhin mit Nudelsuppe, Brötchen und ähnlichem ruhig gehalten. Jedoch war die Aussicht auf die nun immer wahrscheinlicher werdende Platzierung alleine schon Motivation und Schmerzmittel genug, um auch noch die verbleibende Zeit durchzustehen.

Kurz vor Zieleinlauf mussten beide nur noch eine Runde absolvieren, wobei man in einer solchen Situation denkt „nun bloß keinen Defekt mehr, bloß keinen Sturz mehr“.

Doch dann war es geschafft. Kurz nach 12.15 Uhr rollten Daniela und Markus gemeinsam ein letztes Mal über die Start- und Zielgerade und überquerten überglücklich als zweitplatzierte in der Herrenwertung die Ziellinie. Es war geschafft! Auch wenn Markus vor dem Rennen eine Podiumsplatzierung nicht für unmöglich hielt, auch um für entsprechende Motivation zu sorgen. Diese Platzierung als Mixed Team in einer starken Herrenkonkurrenz war überragend und mit 60 gefahrenen Runden hatte man am Ende drei Runden Vorsprung auf das drittplatzierte Team, die wohl im laufe der Morgenstunden etwas resignierten.

Vor ihnen konnten sich mit Tim Greis (amtierender Vize Rheinland Pfalz Meister MTB Marathon) und Martin Ritterbach nur zwei ebenfalls erfahrene Langstreckenathleten mit 63 gefahrenen Runden behaupten.

Alle anderen Männer konnten dank Ausdauer, Erfahrung, hervorragender Verpflegung und auch dank des Heimvorteils in Form von ständigen Anfeuerungsrufen niedergerungen werden. Chapeau!

So zeigt sich wiedermal, zu was der eigene Körper alles in der Lage ist und das die Bezeichnung „das schwächere Geschlecht“ je nach Rahmenbedingung und Distanz nicht unbedingt die Frau meinen kann.

Bestens gelaunt wartete man nun noch die Überraschung während der Siegerehrung ab, bei der man als gemischtes Team den zweiten Platz des Herrenpodiums erstürmen durfte.

Nach diesem hervorragenden Ergebnis gilt der Dank der Athleten Daniela und Markus allen, die daran mitgewirkt haben. Die außerordentliche Verpflegung seitens des RC Herschbroich, die technische Unterstützung im Eiltempo seitens Radsport Breuer zur Beseitigung des Hinterraddefekts und allen kleinen und großen Unterstützern und Fans während der 24 Stunden.

Die eingangs erwähnten Rennrad-Teams mit partnerstadtlicher Zusammensetzung konnten als Vierer-Team unter dem Teamnamen Silradnau 4 mit Peter Rollmann (RC Herschbroich) 25 Nordschleifenrunden erfahren, was für den 142. Gesamtrang und den 12. Platz der Altersklasse (AK) gereichte.

Das Partnerstädte-Team Silradnau 8 mit acht Fahrern legten zusammen mit Benedikt Lux, Arnold Hoffmann und Helmut Jaax (alle RC Herschbroich) 22 Runden zurück, was ihnen den 67. Gesamtrang und den 17. Platz AK einbrachte. Bei beiden Teams stand jedoch der Gedanke des gemeinsamen Radfahrens als Team der Partnerstädte Adenau und Sillery im Vordergrund und alle Teilnehmer hatten trotz der Strapazen über 24 Stunden auch sichtlich Spaß dabei.

Ebenfalls mit Fahrern des RC Herschbroich war das heimische Team MTB Offensive besetzt. Dieses Team trat in der Wertung der MTB Achter-Teams an, musste das Rennen nach Ausfällen jedoch nur mit sechs Teilnehmern bestreiten und konnte sich zusammen mit den Fahrern Fabian Ruffen und Julian Menningen

Daniela und Markus während der Siegerehrung. Foto: privat

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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