Simone Busch vom AC Mayen belegte in ihrer ersten Formel-Ford-Saison den sechsten Platz in der Jahreswertung
„Das hätte ich nie zu träumen gewagt“
Mendig. Nachdem Simone Busch als absoluter Motorsport-Neuling im Jahr 2017 mit ihrem Caterham Super Seven erste Erfahrungen sammelte und in der Jahreswertung der Sportwagenklasse auf Platz vier landete, setzte sie sich für 2018 neue Ziele. Sie fuhr im Team Färber Motorsport einen Formel Ford 2000 Reynard SF 86 und begann mit Tests am Flughafen Mendig und in Chambley (Frankreich). „Es ist einfach ein großartiges Gefühl, in so einem Auto zu sitzen. So langsam stellt sich bei mir der Gedanke ein: Das muss echtes Rennfeeling sein“, so der Formel-Neuling nach dem Test in Chambley. Sie lernte den Formel-Rennwagen immer ein Stückchen besser kennen und startete sehr gut vorbereitet und voller Euphorie in ihre Saison im April in Hockenheim. „Ich war super aufgeregt, aber fühlte mich wohl im SF 86 und hatte ein sehr gutes Gefühl. Im ersten freien Training lief alles bestens. Mein erstes Mal mit dem Formel Ford auf dem Grand-Prix-Kurs am Hockenheimring. Im freien Training lief es so gut, dass ich im Feld von 39 Startern auf den 22. Platz gefahren bin.“
Am nächsten Tag wendete sich allerdings das Blatt. „Zu Beginn der zweiten Runde des Zeittrainings unterschätzte ich meine Geschwindigkeit auf noch kalten Reifen, verbremste mich und landete mit einem Dreher rückwärts im Reifenstapel. Dieser Unfall warf meine Saisonplanung völlig über den Haufen und kostete Zeit und Geld. Daher setzte ich in Oschersleben aus und startete erst in Colmar wieder.“
Die Erzieherin aus Hardert ließ sich nicht entmutigen und freute sich, im Juni in Colmar wieder in „ihren“ Formel Ford steigen zu können. Dort stimmte einfach alles, das Wetter, die Stimmung im Team, im Fahrerlager. Auf der Strecke zeigte sie eine stetige Leistungssteigerung. „Das hätte ich nie gedacht. Ich habe mich von Training zu Training verbessert, in jeder Runde gewann ich an Sicherheit. Im Wertungslauf fuhr ich meine Runden einfach, mit einem sehr guten Gefühl. Bei der Siegerehrung war ich dann wirklich überrascht, dass ich in diesem starken Feld Platz drei in der GLP-Wertung erreichte. Dieses Wochenende war perfekt.“
Weiter ging es im Juli am Hockenheimring, bei Sommerhitze und bester Laune. Simone Busch startete eher verhalten, da sie im ersten Training Probleme mit der Kupplung hatte. Im Zeittraining waren die technischen Schwierigkeiten noch nicht ganz behoben. Im Wertungslauf startete sie daher im hinteren Mittelfeld, hier verbesserten sich ihre Zeiten von Runde zu Runde. Dadurch kam es in der GLP-Wertung zu keiner guten Platzierung.
„Ich war mit meiner Leistung dennoch zufrieden. Ich habe wieder einiges dazugelernt. Auch, dass technische Defekte bei den Oldies immer wieder auftreten können, das gehört einfach dazu. Daher habe ich mich im Wertungslauf dafür entschieden, die Gleichmäßigkeit eher zu vernachlässigen, um meine Leistung verbessern zu können und das Fahrverhalten des Formelrennwagens intensiver kennenzulernen.“
Als Saisonfinale folgte im Oktober der Nürburgring. Bei sehr untypischem Nürburgring-Wetter starteten die Teilnehmer bei strahlendem Sonnenschein ins Training. Im Zeittraining landete Busch auf Platz 15. Im Wertungslauf machte sie zwischenzeitlich fünf Plätze gut und lag für zwei Runden auf Platz zehn. 10. Allerdings verlor sie durch einen Dreher in der Veedol-Schikane Zeit und fiel auf Platz 13 zurück. „ Das war einfach der Wahnsinn. So muss sich Rennen fahren anfühlen. Ich habe aus eigener Kraft vier meiner Mitstreiter überholt. In der Veedol-Schikane versuchte ich, meinen Bremspunkt noch etwas später zu setzen, was aber in einem Dreher endete.“
Trotzdem konnte sie feiern, denn durch ihr gleichmäßiges Fahren erzielte sie Platz zwei in der Formelwertung der GlpPro. „Das hätte ich nie zu träumen gewagt, aber es macht mich schon sehr stolz, meine erste Saison im Formel-Rennwagen so positiv abschließen zu können.“ In der Jahreswertung bedeutete das für die Rennfahrerin aus Hardert sogar den sechsten Platz unter 39 Startern. „Ich kann dazu nur sagen, dass ich in diesem Jahr sehr viel gelernt habe und unwahrscheinlich viel Spaß hatte. Einen solchen Rennboliden auf weltbekannten Rennstrecken an meinem persönlichen Limit zu fahren, ist ein Wahnsinnsgefühl. Das musst du einfach mal erlebt haben. Natürlich habe ich auch erfahren, wie dicht Erfolg und Enttäuschung im Motorsport nebeneinanderliegen, aber ehrlich gesagt macht das auch den Reiz für mich aus, mich stetig zu verbessern und mich von Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen. Nun kann ich mit einem guten Gefühl auf die Saison 2019 blicken und mich um Sponsoren bemühen.“
Pressemitteilung
des AC Mayen
