SG Eintracht Mendig/Bell steht im Halbfinale des Fußball-Rheinlandpokals 2020/2021

„Das hätte niemals sein dürfen“

Nach dem souveränen 2:0 (2:0) im Viertelfinale beim VfB Linz (Bezirksliga) Ost übte der Sportliche Leiter Frank Schmitz herbe Kritik am Verband

19.07.2021 - 10:56

Linz. Die SG Eintracht Mendig/Bell steht im Halbfinale des Fußball-Rheinlandpokals der abgelaufenen Saison 2020/2021. Die Mannschaft von Spielertrainer Kodai Stalph setzte sich am vergangenen Mittwoch vor 100 Zuschauern auf dem gut bespielbaren Kunstrasenplatz am Kaiserberg beim VfB Linz, der in der Bezirksliga Ost beheimatet ist, souverän mit 2:0 (2:0) durch. So richtig freuen über den Einzug in die Vorschlussrunde konnte sich bei den Gästen allerdings niemand.


„Es war grob fahrlässig vom Verband, das Spiel unbedingt an diesem Termin über die Bühne bringen zu wollen. Die Wettervorhersagen waren allen bekannt. Überall war Blaulicht zu sehen, Sirenen heulten auf“, ließ Frank Schmitz, einer der beiden sportlichen Leiter der Eintracht, mächtig Dampf ab. Während sich auf der anderen Rheinseite im Landkreis Ahrweiler die verheerende Flutkatastrophe anbahnte, rollte auf dem Kaiserberg der Ball. „Es war den Spielern, den Fans und den Verantwortlichen beider Vereine gegenüber absolut unzumutbar. Alle wussten im Vorfeld, was auf uns zukommt, von Gewittern und von allem her. Überall wurden Vorsichtsmaßnahmen mit Sandsäcken getroffen, und wir fahren nach Linz, um Fußball zu spielen. Das hätte niemals sein dürfen, die Partie hätte auf keinen Fall stattfinden dürfen.“

Die Begegnung in Linz verlief in den ersten 45 Minuten sehr ausgeglichen, der leicht favorisierte Rheinlandligist zeichnete sich aber durch eine gnadenlose Effizienz aus. Nach einem Konter traf Neuzugang Angelo Heid mit einem Flachschuss von der Strafraumgrenze zum 0:1 (13.). Sechs Minuten vor der Pause musste Gästespieler André Marx, der sich mehr und mehr zum Torjäger entwickelt, nach einem Fehler von VfB-Schlussmann Leon Feuring aus kurzer Distanz nur den Fuß hinhalten. Mit diesem Tor zum 0:2 war die Partie praktisch entschieden.

Vielleicht wäre es noch einmal spannend geworden, wenn der Linzer Stürmer Manuel Simons eine seiner beiden Möglichkeiten (60., 79.) zum Anschlusstreffer genutzt hätte. Auf der Gegenseite scheiterte Heid am Pfosten (85.), ein 0:3 wäre aber auch zu viel des Guten gewesen. „Wir haben zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht“, resümierte Schmitz die 90 Minuten am Kaiserberg. „Wir waren kaltschnäuzig und ließen nur wenig Chancen des Gegners zu. Es war eine reife Leistung.“

Die anderen drei Viertelfinalpaarungen (TuS Oberwinter gegen die TuS Koblenz, SV Eintracht Trier gegen den FC Rot-Weiß Koblenz und SG Ahrbach/Heiligenroth/Girod gegen die FV Morbach) waren im Gegensatz zur Partie in Linz frühzeitig abgesagt worden und sollen am Samstag und Sonntag, 24. und 25. Juli, nachgeholt werden. Was bedeuten könnte, dass die SG Eintracht Mendig/Bell in der nächsten Runde beim Sieger des Spiels zwischen der SG Ahrbach (Bezirksliga Ost) und Ligakonkurrent FV Morbach während der Woche anzutreten hätte. „Wir waren noch nie in einem Halbfinale des Rheinlandpokals, es ist für uns alle ein großes Spiel. Und ein Halbfinale sollte auch an einem Wochenende stattfinden“, legte Bernd Brück, neben Schmitz ebenfalls sportlicher Leiter, den Finger in die Wunde. „Wenn es nach Morbach geht, sind wir schon hin 90 Minuten unterwegs, die Jungs müssen ja auch noch arbeiten. Zudem sind wir auf die Zuschauereinnahmen angewiesen. Wir sollten eine vernünftige Vorbereitung haben, schließlich geht es im Rheinlandpokal ja auch um ein paar Euro.“

SG Mendig/Bell: Robin Rohr, Milan Rawert, Florian Schlich, Pascal Zimmer (90. Tim Montermann), Florian Birnstock (90. + 1 Lars Assenmacher), Kodai Stalph, Manuel Oster, Björn Gilles, Niklas Heinemann (75. Ali Mirzaie), Angelo Heid, André Marx (84. Mats Weiler).

Schiedsrichter: Lukas Wilzek (Höchstenbach).

Zuschauer: 100.

Tore: 0:1 Angelo Heid (13.), 0:2 André Marx (39.).

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Marlene Rolser:
Gut, dass es eine offizielle Stellungnahme des Bürgermeisters zu all den absurden Behauptungen gibt. Schade, dass die Person,die die Falschmeldung, kurz nach der Flut, über den angeblichen Dammbruch nicht zur Rechenschafft gezogen werden kann. Vielleicht meldet sich ja jetzt noch jemand,der die...
Lothar Skwirblies :
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