Lokalsport | 22.02.2022

Volleyball-Bundesliga: VC77 Neuwied

Deichstadtvolleys zurück in eigener Halle

Spiel am Mittwoch: VC Neuwied – USC Münster

Dank ihres Kampfgeistes konnten die Deichstadtvolleys auch vor Schwerins „gelber Wand“ Sympathien gewinnen. Foto:Michael Dittmer

Es war am frühen Montagmorgen, als die Spielerinnen des VC Neuwied 77 wieder daheim waren, eine Woche Schwerin und Potsdam mit vier Spielen lag hinter ihnen: Jetzt trainingsfreier Tag, Physiotherapie, Regenerieren. Die Tourneebilanz fällt gemischt aus: Einerseits vier Niederlagen gegen die Bundesliga-Elite, also nichts Zählbares?

Neuwied. Andererseits ergeht es den meisten Teams im Nordosten nicht anders. Wer hätte mehr erwarten können? – Bleiben also andere Werte: Die Mädels um Dirk Groß haben leidenschaftlich und tapfer gekämpft, hatten Schwerin am Rande eines Satzverlustes und Potsdam gefordert. Dieser Teamgeist und Fighting Spirit in fast aussichtslosen Spielen hat den Deichstadtvolleys viele Sympathien eingebracht. In den „Sozialen Medien“, den Kommunikationsplattformen, gibt es viel Lob, so dass man meinen könnte, Anna, Alexis, Haile, Isabelle, Lauren, Lexi, Maddy, Maike, Rachel, Sarah, Senta und Taylor hätten genauso viele Fans in Aachen, Wiesbaden, Schwerin und Potsdam wie am Mittelrhein. Gewiss aber erinnert man sich bei erfahrenen Erstligafans mehr an die eigenen oft bitteren Anfänge im Oberhaus, an die langen Jahre, in denen Lehrgeld bezahlt werden musste, bis man endlich Strukturen geschaffen hatte, um Spielerinnen wie eine Jana Franziska Poll, eine Laura Künzler, eine Indy Baijens oder Laura Emonts für sich interessieren oder gar verpflichten zu können, Spielerinnen, die in einem 28:30 „den Unterschied ausmachen“… Die Deichstadtvolleys sind ganz am Anfang des Weges, machen ihre Sache mehr als gut und ernten Sympathien im Land, das zählt.

In den Kommentaren in TV und Livestream wusste man zunächst nur grob, dass Neuwied irgendwo in Rheinland-Pfalz und wohl in der Nähe von Koblenz liegt…, aber Deichstadt? Im Laufe der Übertragung wurde recherchiert und es erfolgte die Aufklärung, es fiel sogar der Name des Deicherbauers Robert Krups. Der tapfere und sympathische Neuling hatte Interesse an seiner Stadt und der Region geweckt. Das zählt.

Nicht zu vergessen, dass dank der Kooperation der Gastgeber auch Werbung für die regionalen Unterstützer des Neuwieder Volleyballprojekts über LED-Banden und Bildschirme flimmerte. Die Deichstadtvolleys haben also die Reichweite und den Bekanntheitsgrad Neuwieds erweitert – auch das zählt.

Jetzt sind die „Prophetinnen wieder im eigenen Land“ und zweimal in Folge in eigener Halle zu sehen. Zunächst am Mittwoch, 23. Februar., um 19 Uhr gegen Bundesliga-Urgestein USC Münster mit seiner Leistungsträgerin Iris Scholten. Tickets dafür gibt es im Internet oder an der Abendkasse. Es gelten die 2G+-Regeln und Maskenpflicht.

Dirk Groß‘ Zeitspanne zur Vorbereitung ist knapp bemessen. Nach dem Regenerationsmontag folgen noch zwei Trainingseinheiten am Dienstag. Dann geht es schon weiter. „Wir wollen wie schon in den letzten Spielen versuchen, emotional und kämpferisch aufzutreten, um unsere Chance zu wahren, ein gutes Spiel abzuliefern“, zählt er dabei auf die Qualitäten seines Teams. „Aufgrund der hohen Gesamtbelastung werden wir aber sicher noch Auswirkungen spüren. Aber die Mädels haben immer wieder gezeigt, dass sie sich trotz der vielen Niederlagen nicht so leicht unterkriegen lassen und sich immer wieder aufrappeln. Damit rechne ich auch am Mittwoch fest“, verspricht er ein spannendes Spiel.

Ob es auch als Folge der anstrengenden Tourneewoche, die das Team nach seinen Aussagen hat weiter zusammenwachsen lassen, zu unverhofft Zählbarem kommt, bleibt abzuwarten. Das Zuschauen allein lohnt sich – lassen Sie sich vom Charme der Deichstadtvolleys einfangen, der auch im scheinbar kühlen Nordosten verfangen hat! Weshalb dann nicht zur Karnevalszeit am Mittelrhein? (hw)

Der Fighting Spirit der Deichstadtvolleys ließ auch im 4.Spiel binnen einer Woche nicht nach. Foto: Nicol Marschall

Der Fighting Spirit der Deichstadtvolleys ließ auch im 4.Spiel binnen einer Woche nicht nach. Foto: Nicol Marschall

Dank ihres Kampfgeistes konnten die Deichstadtvolleys auch vor Schwerins „gelber Wand“ Sympathien gewinnen. Foto:Michael Dittmer

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