2. Bundesliga Damen: In der Nachspielzeit erkämpft sich die SG99 gegen Bayern II den Sieg

Der Bayern-Dusel der Bäckermädchen

Der Bayern-Dusel der Bäckermädchen

Dieses kleine, sympathische Team mischt die Liga auf. 8. Sieg in den letzten zehn Spielen. Souveräne Führung in der Rückrundentabelle! Foto: Roland Schäfges - www.myfoto24.eu

09.05.2022 - 12:21

Andernach. Gerade der ersten Herrenmannschaft des FC Bayern München sagt man ja nach, wichtige Spiele oder Rückstände, dank des legendären „Bayern-Dusels“, meistens noch in letzter Sekunde zu korrigieren. Dieses mal schlug das Pendel jedoch gegen den FC Bayern aus. Es steht 1:1 unentschieden. Wir schreiben die 94. Spielminute, einer gerade in der zweiten Halbzeit ziemlich hektischen und wilden Partie. Eine hohe Flanke von Spielführerin Lisa Umbach landete exakt vor den Füßen von Carolin Dillenburg, deren erster Versuch noch von den in Schwarz-Gold spielenden Bayern-Mädels geblockt werden konnte. Der Ball blieb aber gefährlich nahe am Strafraum und landete schließlich auf dem Kopf von Kathrin Schermuly, die ihn mit vermeintlich letzter Energie über die Torlinie drückte. Was folgte, war grenzenloser Jubel unter den Spielern und auf der Tribüne. Selbst Torhüterin Laura van der Laan legte einen Jubelsprint bis an die Eckfahne des gegnerischen Tores hin, um mit Ihren Mädels zu feiern.


Die durch die ukrainische FIFA-Schiedsrichterin Kateryna Usova geleiteten Partie, einer wegen des Kriegs zwischen der Ukraine und der Russischen Föderation geflüchteten 30-jährigen aus Kiew, sahen über 170 zahlenden Zuschauern im Andernacher Stadion. Sie sahen auch, dass das Trainer-Duo Isabel Hawel und Florian Stein aufgrund der aktuellen Personalsituation, abermals auf die gleiche Truppe zu beginn setzte, die in den drei Spielen vor dem Bayern-Spiel drei Siege, elf Tore und null Gegentore erreicht hatte. So spielten nunmehr bereits zum vierten Mal unverändert Laura Van der Laan im Tor, Beseta Hisenaj, Zoe Brückel, Magdalena Schumacher und Carolin Dillenburg in der Verteidigung, Karla Engels, Kapitänin Lisa Umbach, Kathrin Schermuly gemeinsam mit Vanessa Zilligen im Mittelfeld so wie Julia Schermuly und Carolin Asteroth im Angriff. Auf der Bank bei schönsten Frühlingstemperaturen nahmen diesmal Platz das junge Torwarttalent Lisa Krupp, Laetitia Theis, Alina Wagner, Joker Laura Weißenfels, die junge Mayenerin Anga Bartzen so wie Theresa Brück, welche am Vortag sogar noch beim Auswärtsspiel der B-Juniorinnen beim TuS Insel zum Einsatz kam.

Im Kader vermissen tat man unter anderem Antonia Hornberg, nach wie vor wegen Ihrer Fußverletzung und Maren Weingarz, welche gegen Hoffenheim jedoch bereits 20 Minuten ran durfte, gegen Bayern aber mal wieder geschont wurde.


Arbeitssieg gegen Münchens Reserve


Aber nicht nur die Gastgeberinnen arbeiteten mit einem kleinen Kader, auch die Reserve des FC Bayern reiste mit einem kleinen, aber spannenden Kader an. So war die Bank zwar nur mit zwei Feldspielerinnen und Torhüterin Julianne Schmidt besetzt, jedoch standen in der Startelf die erfahrene Jana Kappes, Bayerns-Bundesliga-Ersatztorhüterin Maria-Luisa Grohs, das badische Supertalent Dafina Redzepi, welche sicher bald den Sprung in den Bundesliga-Kader des FC Bayern packt oder sogar die 19-fache deutsche Nationalspielerin und ehemalige U20-Weltmeisterin Marina Hegering, welche ab der kommenden Saison das Trikot des VfL Wolfsburg tragen wird und die nach Ihrer Auswechslung in der 61. Minute förmlich noch zur zweiten Co-Trainerin wurde.

Doch all das schien wenig zu beeindrucken! Bereits in der vierten Minute nutzte Stürmerin Julia Schermuly einen Fehler des FC Bayern und drücke freistehend den Ball zur Führung ins Netz. Für „Jules“ bereits der dreizehnte Treffer in der laufenden Saison. Auch mit der Führung behielten die Gastgeberinnen die Zügel in der eigenen Hand, ohne jedoch für wirkliche Gefahr zu sorgen. Ausnahmen bildete jeweils Lisa Umbach in der 30. Minute mit einem Ball aus spitzem Winkel gegen das Außennetz und mit einem Freistoß, kurz vor Halbzeit, aus rund 20 Metern.

In der zweiten Halbzeit, die Laura Johanna Weissenfels für Karla Engels beschritt, änderte sich am grundsätzlichen Bild wenig. Auch wenn Bayern jetzt doch stärker wurde. Was auch mit dem Ausgleich, jedoch aus abseitsverdächtiger Position in der 68. Minute durch die von Franzi Klett angespielte Amelie Roduner belohnt wurde.

Den größten Schockmoment des Spiels gab es kurz danach, als Bayern-Kapitänin Jana Kappes mit Kathrin Schermuly kollidierte und mit offener Platzwunde Minutenlang behandelt werden musste. Für die ins Krankenhaus verbrachte Top-Spielerin kam, da Bayern beide Ersatzspielerinnen bereits drin hatte, Torhütertalent Julianne Schmidt ins Spiel. Die bereits in Paris bei der Champions League fast als Feldspielerin eingewechselte Torhüterin machte Ihre Rolle als Feldspielerin sehr gut.

Ab jetzt spielte fast nur noch Andernach. Trotz einer wahren Flut an Chancen, wollte das wichtige Tor nicht gelingen. Wegen der langen Verletzungspause gab es jedoch acht Minuten Nachspielzeit. Das Ende ist bekannt!

Gegenüber BLICK aktuell sagte Trainer Stein unmittelbar nach dem Spiel: „Wir hatten den absoluten Willen, das Spiel heute hier zu gewinnen! Wir haben das Spiel von hinten angeschoben. Zoe oder Maggi haben richtig gut die Linien nach vorne geschoben. Wir waren die klar bessere Mannschaft, hatten gerade in der ersten Halbzeit sowie in den letzten 20 Minuten die deutliche Kontrolle über das Spiel und hätten hinten raus, auch noch mehr Tore machen können. Trotzdem! 43 Punkte sind unfassbar! Was die Mädels, die alles keine Profis sind hier leisten, ist Sensationell. Heute noch ist Carolin Asteroth in der 65. Minute ausgewechselt worden, weil Sie zum Dienst musste. Jetzt wollen wir Platz vier verteidigen. Das ist unser (neues) Selbstverständnis.“ Bezüglich dem Tor kurz vor Schluss sagte der Coach: „Die Mädels haben sehr viel investiert, weil heute nicht alles so reibungslos funktioniert hat wie die letzten Wochen. Aber am Ende hat das ganze Team aber große Moral bewiesen. Wir sind sehr stolz!

Nach der 2:1-Niederlage von Nürnberg gegen Leipzig, hat die auf Platz vier stehende SG99 nun mit 43 Punkten drei Spiele vor Ende, drei Punkte Vorsprung auf Platz fünf.

Ausblick: Bereits am kommenden Samstag, dann um 15 Uhr im Stadion am Brentanobad, besucht die SG99 die zweite Mannschaft der Eintracht aus Frankfurt. Frankfurt, welche nach vier Unentschieden in Folge und zwei Siegen, u.a. gegen den FC Bayern II, am Wochenende gegen Meppen mal wieder verloren hat, sind ein durchaus gefährlicher Gegner, für die Überflieger der zweiten Halbserie.

Zumal die Mädels aus dem Rheinland im Hinspiel, auch wegen einer schlechten ersten Halbzeit, nicht über ein 1:1 hinaus kamen. Wer nicht die rund 130 km weite Fahrt in die hessische Bankenmetropole auf sich nehmen möchte, um das Spiel vor Ort sich anzuschauen, findet auch für die Partie des 24. Spieltag wie gewohnt einen Livestream auf www.soccerwatch.tv.

Roland Schäfges -

www.myfoto24.eu

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