TV Welling, Handball-Rheinlandliga
Der Blick geht mehr und mehr nach unten
Welling. Die Rheinlandligahandballer des TV Welling haben ihr Heimspiel gegen die SG Gösenroth/Laufersweiler trotz zähen Ringens mit 30:33 (15:16) verloren. Dabei boten die Wellinger eine gute Leistung, hätten nach Einschätzung ihres Spielertrainers Kai Schäfer aber einen „Tag gebraucht, an dem bei uns alles perfekt läuft“, um zu punkten.
Schäfer outete sich gar als regelrechter „Fan“ der Gästemannschaft, indem er diese in hohen Tönen lobte. „Wenn sie auf diesem Weg weiter machen, werden sie in den kommenden Jahren noch sehr positive Schlagzeilen schreiben. Soweit ich weiß, betreiben sie sehr gute Jugendarbeit. Die aktuelle erste Mannschaft ist ein richtig starkes Team. Sowohl spielerisch als auch von der Fitness her. Wer die Körper der Torjäger Anton Domaschenko und Heinrich Löwen sieht, der weiß, dass die nicht ein- oder zweimal die Woche trainieren, sondern auch außer der Reihe noch individuell was tun. Ich bin echt beeindruckt davon, wie sie sich hier präsentiert haben.“
Schäfers Lob rückt aber auch das eigene Resultat ins rechte Licht, denn auf dem Spielfeld selbst boten die Gastgeber engagierten Widerstand und waren nicht gewillt, in Ehrfurcht zu erstarren. Allerdings gelang es ihnen nur in der ersten Halbzeit, diese Gegenwehr auch in ein ansprechendes Resultat umzumünzen. Die Maifelder erwischten den besseren Start und profitierten von ihrer 3:1-Führung bis zum 5:4, ehe die Hunsrück-SG beim 5:6 erstmals selbst vorn lag.
Als die Gastgeber in ihrer stärksten Phase sogar von 9:9 auf 13:10 davonzogen, nährte das kurzzeitig die Träume von einer Überraschung. Doch während die TVW-Akteure dafür schon ans Limit gehen mussten, hatten die Gäste noch etliche Reserven. Besonders der achtfache Torschütze Löwen und die je siebenmal erfolgreichen Domaschenko und Maximilian Friedrich waren kaum zu bremsen, sodass Gösenroth zur Pause bereits wieder knapp (15:16) vorn lag.
Nach der Rückkehr aus der Kabine setzten sich die Hunsrücker auf 18:15 ab. Welling ließ sich zwar bis zum 19:22 nicht abschütteln, war nun aber im Verschleißkampf das Opfer, denn die zu Recht von Schäfer auch wegen ihrer Physis gelobten Gäste drückten jetzt ordentlich aufs Tempo und hatten beim 19:26 die Partie entschieden. Neben den schwer zu bremsenden SG-Angreifern stand auch deren Defensive gut. So gestattete die Gästeabwehr den häufig als Haupttorschützen bei Welling in Erscheinung tretenden Schäfer und Kai Orth jeweils nur einen Treffer. Dank der Paraden des Tagesbesten in Reihen des TV, Torhüter Christian Esch, sowie der weiterhin vorbildlichen kämpferischen Einstellung verstanden es die Einheimischen in der Schlussphase noch, die Niederlage in Grenzen zu halten. „Welling hat gezeigt, warum es so heimstark ist. Sie haben uns gefordert, wir mussten eine Menge investieren“, lobte SG-Trainer Igor Domaschenko. Dafür konnten sich die Schäfer-Schützlinge unterdessen wenig kaufen. Schließlich bleibt der Blick „nach unten“ noch immer etwas bange. Sollte Kastellaun/Simmern aus der Oberliga ab- und Bitburg nicht aufsteigen, dann kann es bei zwei Absteigern aus der Rheinlandliga nochmals kritisch werden. „Unser Restprogramm ist nicht ohne. Wir sollten gut aufpassen und nach der Osterpause möglichst doch noch mal punkten“, so Schäfer.
TV Welling: S. Monschauer, Esch, Welsch (8/2), F. Monschauer (6/4), Schwarz (5), Hürter (4), Mannheim (3), Lichtl (2), Orth (1), Schäfer (1), Loos und Schnor.
