Lokalsport | 13.09.2021

Fußball-Rheinlandpokal, zweite Runde

Der Favorit wankte, aber fiel nicht

SG Eintracht Mendig/Bell unterlag der TuS Koblenz unglücklich mit 2:5 (1:1, 0:0) nach Verlängerung

Der französische Neuzugang Brice Braquin stand gegen die TuS Koblenz (links Michael Stahl, rechts Daniel von der Bracke) gleich in der Startformation und rackerte komplette 120 Minuten. Fotos: SK

Mendig.An Spannung und Dramatik war sie kaum zu überbieten, die Partie der zweiten Runde um den Fußball-Rheinlandpokal zwischen der SG Eintracht Mendig/Bell und der TuS Koblenz. Und wieder mal hatte der favorisierte Oberligist vom Deutschen Eck, der sich überhaupt erst durch einen Treffer in der ersten Minute der Nachspielzeit in die Verlängerung retten konnte, das bessere Ende für sich. Die intensive und hochklassige Begegnung auf dem Kunstrasenplatz an der Brauerstraße, die die TuS nach 120 Minuten mit 5:2 (1:1, 0:0) für sich entschied, hatte sicherlich mehr als die nur 360 Zuschauer verdient.

Schiedsrichter Torsten Moog aus Oberwesel hatte gerade zwei Minuten Nachspielzeit angezeigt, als Niklas Heinemann weit in der gegnerischen Hälfte zum Freistoß bereitstand und sich zunächst alle Zeit der Welt ließ. Sein Ball landete in der vielbeinigen TuS-Abwehr, gleich vier Eintracht-Spieler setzten zum Pressing an. Das misslang. Anschließend wurde der Gastgeber, der zu diesem Zeitpunkt durch ein Eigentor des Koblenzers Marc Richter (55.) mit 1:0 führte, klassisch ausgekontert. Der eingewechselte Yusupha Sawaneh schaltete den Turbo ein, zog über die verwaiste linke Seite unwiderstehlich davon und flankte nach innen. Dominic Fuß trat am kurzen Pfosten über den Ball, weiter hinten musste Tom Gürel das Spielgerät aus einem Meter nur noch über die Linie drücken. Exakt 90 Minuten und 45 Sekunden waren zu diesem Zeitpunkt gespielt.

„Es war im Rückblick die entscheidende Szene“. räumte SG-Spielertrainer Kodai Stalph unmittelbar nach Ablauf der 120 Minuten ein. „Wir waren ganz einfach zu blauäugig und wollten zu viel. Das war der einzige Fehler, den wir im gesamten Spiel gemacht haben. Die TuS hatte keine Idee gegen uns. Es ist natürlich eine ganz bittere Niederlage.“ Der Ex-Koblenzer André Marx, der das Team für den verletzten Kapitän Florian Schlich aufs Feld führte, pflichtete ihm dabei: „Möglicherweise waren wir in dieser Szene zu euphorisch und mit dem Kopf irgendwo anders, aber gegen einen solchen Gegner musst du bis zum Schluss konzentriert sein.“

Die Leistung der Eintracht ist dabei noch höher zu bewerten, da sie ab der 73. Minute in Unterzahl agierte. Angelo Heid stoppte den wieselflinken Sawaneh kurz vor dem Strafraum, SG-Schlussmann Robin Rohr zögerte ein wenig mit dem Herauslaufen. Der Unparteiische sah in dem Vergehen von Heid eine Notbremse und schickte ihn mit Rot vom Platz, mit etwas Wohlwollen hätte es auch eine Gelbe Karte getan. „Aus meiner Sicht war Angelo nicht unbedingt der letzte Mann“, meinte Marx als Augenzeuge vor Ort.

In der 99. Minute zeigte der Mann in Schwarz nach einem Zweikampf zwischen Tim Montermann und Tom Gürel auf den ominösen Punkt, Marc Richter verwandelte den umstrittenen Foulelfmeter zum 1:2. Zu diesem Zeitpunkt gab niemand mehr einen Pfifferling auf die Eintracht, doch das ersatzgeschwächte und nummerisch unterlegene Team zeigte eine großartige Reaktion. Und tatsächlich gelang Marx nach einer Standardsituation der Ausgleich: Nachdem die TuS-Defensive eine Ecke von Niklas Heinemann nicht klären konnte, drosch er den Ball humorlos zum 2:2 ins Netz (103.).

Erst in der zweiten Hälfte der Verlängerung ließen die Kräfte bei den Gastgebern nach. Eine gefühlvolle Flanke von Umut Sentürk beförderte Dominic Fuß per Kopf ins Tor (106.). Marc Richter erhöhte vier Minuten später auf 2:4 und feierte seinen Treffer in Cristiano-Ronaldo-Manier vor den mitgereisten Anhängern. Ein Beweis dafür, wie viel Ballast von den TuS-Spielern abgefallen war. Wiederum Dominic Fuß stellte schließlich in der 117. Minute den 2:5-Endstand her.

SG Eintracht Mendig/Bell: Robin Rohr, Milan Rawert, Pascal Zimmer, André Marx, Niklas Heinemann, Tim Montermann, Kodai Stalph, Manuel Oster (77. Ali Mirzaie), Angelo Heid, Petar Shopov (86. Antonio Donkov), Brice Braquin.

TuS Koblenz: Jonas Bast, Daniel von der Bracke, Michael Stahl, Gianluca Cicatelli (72. Umut Sentürk), Marc Richter, Armend Qenaj, Adrian Knop (46. Yusupha Sawaneh), Clinton Asare (46. Marcel Wingender), Lukas Szymczak (80. Dominic Fuß), Tom Gürel, André Mandt.

Schiedsrichter: Torsten Moog (Oberwesel).

Zuschauer: 360.

Torfolge: 1:0 Marc Richter (55., Eigentor), 1:1 Tom Gürel (90. + 1), 1:2 Marc Richter (99., Foulelfmeter), 2:2 André Marx (103.), 2:3 Dominic Fuß (106.), 2:4 Marc Richter (110.), 2:5 Dominic Fuß (117.).

Besonderheit: Rote Karte gegen Angelo Heid (73., SG Eintracht Mendig/Bell) wegen einer Notbremse.

Im letzten Moment pflückt TuS-Torhüter Jonas Bast dem Mendiger Pascal Zimmer den Ball vom Kopf.

Im letzten Moment pflückt TuS-Torhüter Jonas Bast dem Mendiger Pascal Zimmer den Ball vom Kopf.

Der französische Neuzugang Brice Braquin stand gegen die TuS Koblenz (links Michael Stahl, rechts Daniel von der Bracke) gleich in der Startformation und rackerte komplette 120 Minuten. Fotos: SK

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