68. Mittelrheinische Geländefahrt des ADAC in Kempenich
Der Motorsport-Klassiker trotzte Corona
Kempenich. In der Geschichte der Mittelrheinischen Geländefahrt des ADAC galt es schon manche Herausforderung zu meistern. Meistens waren diese wetterbedingt, der Kurs von Schnee bedeckt, im wabernden Nebel verborgen oder im Schlamm versunken. In diesem Jahr drohte Ungemach von ganz anderer Seite. Steigende Corona-Infektionszahlen deutschlandweit und schließlich auch im Kreis hätten beinahe zu einer Absage im letzten Augenblick geführt. Und das, obwohl der Veranstalter, der ADAC Mittelrhein e.V. und der gastgebende MSC Kempenich, im Vorfeld ein überzeugendes Hygienekonzept für die älteste Motorsportveranstaltung des ADAC Mittelrhein e.V. entwickelt hatten. Es gab keine Werbung, um den Kreis der Besucher möglichst klein zu halten. Außerdem wurde der beliebte Vintage Cup mit Teilnehmern aus den besonders betroffenen Ländern Italien, Frankreich und Spanien frühzeitig abgesagt. Und schließlich verzichtete der ADAC Mittelrhein schweren Herzens (Damoon Keschawarz) bei seiner 68. Mittelrheinischen Geländefahrt auf die Ausrichtung der Internationalen Deutschen Enduro-Meisterschaft (DEM). Ein Corona-bedingtes Light-Konzept der traditonsreichen Veranstaltung, die trotz der Beschränkungen am letzten Oktober-Sonntag spannenden und spektakulären Motosport bieten sollte.
Erleichterung und Freude war jedenfalls zu spüren, als pünktlich um 8 Uhr morgens der erste von 210 Teilnehmern von der Startrampe rollte und auf den 52 Kilometer langen Kurs rund um Kempenich, Spessart und Engeln einbog. Packenden Motorsport bekamen die Zuschauer, die sich bei trockenem Wetter an der Strecke einfanden, vor allem im Kempenicher Industriegebiet und in der Engelner Sandgrube zu sehen. Die beiden Cross-Sonderprüfungen machen das spektakuläre Herzstück der Mittelrheinischen Geländefahrt aus. Neben Mut und fahrerischem Können braucht man auf dem anspruchsvollen Terrain auch ein gut abgestimmtes Enduro-Bike. Am vergangenen Wochenende war hier alles zu sehen, was den Endurosport ausmacht: spannende Positionskämpfe und tolle Fahrkünste.
Von den insgesamt 210 Teilnehmern erreichten 173 nach 4 bzw. 3 anspruchsvollen Umläufen das Ziel in Kempenich, 37 schieden aufgrund von technischen Problemen oder Fahrfehlern aus, darunter auch 3 Fahrer vom Team der Gastgeber. Insgesamt waren im Enduro Cup 208 Kilometer zu absolvieren, die Belastung von Mensch und Maschine entsprechend hoch. Gesamtschnellster am Wochenende wurde Jan Schäfer, der bei einer Stunde Prüfungszeit mit nur 10 Sekunden Vorsprung vor seinem Kontrahenten Yanik Spachmüller ins Ziel kam. Im DMSB (Deutscher Motor Sport Bund) Enduro Cup belegte Maximilian Wills den ersten Platz vor Mark Risse. Bei den Senioren wurde Dirk Peter erster vor Rene Uhle . Bei den Super Senioren kam Mario Krimm vor Falk Ziegler und Olaf Szukat ins Ziel. Bei den Damen gewann Tanja Schlosser vor Vanessa Danz und Stefanie Sonnenberg. In der Klassik Klasse gewann Rolf Nickolai vor Sven Roth und dem letztjährigem Gewinner Richard Minderlein ,
Von den 7 Fahrern des gastgebenden MSC Kempenich, die unter dem Namen ADAC Mittelrhein MSC Kempenich an den Start gingen, schaffte es bei der 68. Auflage des Motorsport-Klassikers zwar noch keiner aufs Siegertreppchen, aber beim Verein ist man dennoch stolz auf das Nachwuchsteam. Eins der beiden Vereinsteams belegte in der Mannschaftswertung einen guten 5. Platz. Auch die Einzelergebnisse können sich sehen lassen. In der mit 35 Starten stark besetzten Klasse E2B belegten Sven Ellingen den 24., Mirco Schlich den 25. und Niko Schäfer den 26. Platz. Timo Zapf schloss mit Rang 24 in der ebenfalls mit 35 Teilnehmern stark besetzen Klasse E3B ab. Paul Gabriel, Daniel Handwerk und Max Hartnack schieden mit technischen Problemen aus.
Stellt eine Veranstaltung wie diese schon in normalen Zeiten eine Herausforderung für Vereine und freiwillige Helfer dar, war die Unterstützung in diesem Jahr erst recht von unschätzbarem Wert. Ralf Caspers, der Fahrleiter und Vorstandsmitglied des MSC Kempenich: „Unser großer Dank gilt den Gemeinden und den Genehmigungsbehörden, die die Veranstaltung ermöglicht haben. Und den freiwilligen Helfern, der Feuerwehr, dem DRK und den Partnern, die uns finanziell unterstützen. Aber wir sind auch froh, dass sich alle, auch die Teilnehmer, an die Hygiene- und Abstandsregeln gehalten haben.“ Und Kempenichs Bürgermeister Dominik Schmitz bedankte sich im Namen der Ortsgemeinde , „ aber auch persönlich für die wieder sehr gelungene und professionelle Durchführung dieser Veranstaltung bedanken - und das in diesen besonderen Zeiten mit all den damit verbundenen Herausforderungen. Die Ortsgemeinde Kempenich hat sich dank der vielen ehrenamtlich Mitwirkenden wieder als Top-Adresse im Bereich Motorsport positioniert. Besonders freut es mich, dass auch 7 Vereinsmitglieder aktiv an der Geländefahrt teilgenommen haben und die Vereinsfarben besten vertreten haben“.
Die Nachwuchshoffnungen des MSC Kempenich! Von rechts nach links: Timo Zapf (KTM) , Sven Ellingen (Husquarna), Mirco Schlich (KTM), Nico Schäfer (Husquarna), Paul Gabriel (Fantic ), Daniel Handwerk (KTM) und Max Hardnack (KTM). Foto: MSC Kempenich
