Fußball-Rheinlandliga
Die Becker-Elf zeigte Moral und Einsatz
SG Neitersen/Altenkirchen – VfB Linz 2:2 (2:0)
Neitersen. Am 26. Spieltag der Fußball-Rheinlandliga erreichte der VfB Linz nach zuletzt zwei Niederlagen gegen Mehring (1:2) und Oberwinter (0:3) ein wertvolles 2:2 (0:2)-Unentschieden beim Tabellenachten SG Neitersen/Altenkirchen.
In der ersten Halbzeit präsentierte sich allerdings eine verunsicherte Becker-Elf, die zunächst gegen eine aggressive und früh störende Heimelf nicht ins Spiel fand. Die Neitersener profitierten von der VfB-Abwehrschwäche schon früh, als Johannes Kühne (4.) mit einem sehenswerten 30-Meter-Schlenzer die 1:0-Führung für seine Mannschaft markierte. Ein Treffer, der den Linzer Keeper Sebastian Seitz nicht glücklich aussehen ließ. Stark indessen seine Reaktion zehn Minuten später, als er einen Distanzschuss von SG-Spielertrainer Lukas Haubrich entschärfte. In der 28. Minute erhöhte der Ex-Ellinger Torjäger Florian Raasch auf 2:0, der nach einer Flanke von Stefan Peters und einem Linzer Abwehrfehler zur Stelle war und zum 2:0 einnetzte. „Bei den beiden Gegentoren machen katastrophale Fehler“, ärgerte sich VfB-Trainer Paul Becker, dessen Elf aber nicht aufsteckte und Moral bewies. Nach der Pause warfen die Linzer viel Einsatzfreude und Konzentration in die Waagschale, zeigten sich bissiger, laufstärker und willens, aus einer jetzt massierten Abwehr heraus zu Tormöglichkeiten zu kommen. In der 55. Minute mit Erfolg, als Benedikt Joch den Ball aus dem Gewühl heraus zum 2:1-Anschlusstreffer in den SG-Kasten stocherte. Drei Minuten später war erneut Torjubel im Linzer Lager zu vernehmen. Leonor Tolaj hatte einen direkten Freistoß zum 2:2-Ausgleich verwandelt. Danach verloren die Platzherren völlig den Faden und besaßen Glück, dass Joch nach einer Flanke von Mario Seitz den Ball völlig freistehend dem SG-Keeper Rene Schröter direkt in die Arme köpfte. In der Nachspielzeit stand die souverän pfeifende Schiedsrichterin Christina Hehn aus Vallendar im Mittelpunkt. Der einheimische Stürmer Kühne lief Richtung Gästetor und wurde durch ein vermeintliches Foulspiel gebremst. Eine Aktion, die die Unparteiische auch nach minutenlangen Diskussionen mit Freund und Feind ungeahndet ließ. So blieb es bei einem leistungsgerechten 2:2-Endstand. VfB-Coach Becker war mit dem Punktgewinn zufrieden. „Der Punkt ist nach dem Spiel gegen Oberwinter für uns enorm wichtig“, resümierte der Linzer Coach. „Die Mannschaft hat Charakter bewiesen und ist zurückgekommen.“ Der SG-Übungsleiter Maik Rumpel war dagegen verärgert: „Wir waren selbst schuld, wenn wir das 3:0 machen, ist das Spiel gelaufen.“
VfB Linz: S. Seitz, Aslan, Dillmann, Lacher, Y. Becker, M. Seitz, Tolaj (89. Böcking), E. Becker, Kizilkan (72. Knopp), Burghard (75. Bündgen), Joch.
Schiedsrichter: Christina Hehn (Vallendar).
Zuschauer: 150.
Torfolge: 1:0 Johannes Kühne (4.), 2:0 Florian Raasch (28.), 2:1 Benedikt Joch (55.), 2:2 Leonor Tolaj (58.).
Vorschau
Der VfB Linz steckt wieder mitten im Abstiegskampf. Lediglich zwei Punkte trennen Linz vom drittletzten SG Betzdorf. Allerdings haben die Westerwälder noch drei Nachholspiele zu bestreiten. Da hilft gegen den kommenden Gast aus Malberg und Rosenheim, der am Sonntag um 15.30 Uhr auf dem Kaiserberg aufläuft, nur ein Erfolgserlebnis. Vier Siege, drei Unentschieden und fünf Niederlagen – die Auswärtsbilanz der Gäste zeigt, dass sich die Elf von SG-Trainer Michael Boll auf fremden Terrain nicht versteckt. Im Hinspiel landete das Becker-Team nach Toren von Michael Fiebiger und Leonor Tolaj einen verdienten 2:1-Erfolg. LS
