Der Neuwieder Mike Rockenfeller fuhr auf dem Mount Fuji Raceway auf Rang 13 und im zweiten Rennen auf Rang 7
„Die Erfahrung im Japan-Rennen hat uns allen viel gebracht!“
Oyama(Japan). Sieben Rennwagen aus der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft DTM und 15 Teilnehmer der japanischen Super-GT-Meisterschaft fuhren auf dem Fuji Speedway die beiden sogenannten „Dream Race“-Rennen. Der Fuji International Speedway wurde 1966 eröffnet und war 1976 und 1977 Austragungsort des Formel 1-Grand-Prix in Japan. Auch 2007 und 2008 fuhr die Königsklasse des Motorsports hier Rennen. Die 4,563 Kilometer lange Rennstrecke hat es in sich, denn die Start-Ziel-Gerade misst fast 1,5 Kilometer Länge, bis zu 350 km/h sind in der WEC keine Seltenheit auf der Geraden.
Die Rennstrecke ist auch Neuland für Mike Rockenfeller, der den Audi RS5 DTM fuhr, allerdings unter Einsatz des Abt-Teams aus Kempten.
„Ich bin beeindruckt von der Strecke, der Atmosphäre und natürlich den Menschen, die sind noch motorsportverrückter als an manch‘ anderen Rennstrecken. Der Asphalt der Strecke ist anders als zum Beispiel in Deutschland, da müssen sich Fahrwerk und die Reifen erstmal dran gewöhnen. Die japanischen Piloten und Ihre Rennwagen habe hier Vorteile gegenüber unseren DTM-Boliden. Trotzdem freue ich mich, hier Rennen fahren zu dürfen und mich mit den stärksten japanischen Fahrern zu messen.“
Zu den DTM Fahrzeugen der Marke Audi und BMW mit Rockenfeller, Wittmann, Rene Rast, Rockenfellers Teamkollege in der DTM Loic Duval, Alex Zanardi als Gaststarter und Benoit Treloyer und der Japaner Kobayashi gesellten sich 15 Werksautos der japanischen Super GT der Marken Nissan, Honda und Lexus.
Man war also gespannt auf das erste Rennen über die Distanz von 55 Minuten plus einer Runde (gleich wie in der DTM). Der Neuwieder startete aus der fünften Position ins Rennen, das im Gegensatz zu den DTM-Rennen fliegend gestartet wurde. Rockenfeller dominierte im freien Freitagstraining bei nassen Bedingungen, unterstrich gleichzeitig seine Ambitionen auf ein gutes Rennergebnis. 60.000 Fans rund um die Strecke sahen den Vergleich DTM gegen Super GT. Rockenfeller machte nach dem Start sofort Boden gut und fuhr auf vier vor, während der Polesetter Nick Cassedy aus Neuseeland im Lexus auf und davonfuhr. In der Folge bleibt festzuhalten, dass Rockenfeller und auch der amtierende DTM Champion Rene Rast weiter zurückfielen, es dominierten die Japanboliden, als achter ist Mike Rockenfeller aktuell im Rennen bester DTM-Pilot. Es sieht ganz nach einem Durchmarsch der japanischen Rennwagen aus, die auf der langen Geraden an den DTM-Autos vorbeizogen. Noch 27 Minuten an Rennzeit verblieben, mittlerweile war die Strecke fast ganz abgetrocknet und nachdem der führende Cassedy zum Pflichtboxenstopp kam, folgte danach auch der Stopp von Rockenfeller – beim Reifenwechsel sind nur sieben Mechaniker zugelassen, in der DTM neun.
Ein fairer Zweikampf und ein faires Rennen
Durch den Stopp fiel Rockenfeller bis auf Rang 15 zurück, kämpfte aber den Ex-Formel 1-Fahrer Kamui Kobayashi nieder und arbeitete sich nach vorne. Ein fairer Zweikampf und ein faires Rennen. Zum Rennende wurde es noch einmal spannend, denn acht Minuten vor Schluss gab es eine Savetycarphase, die das Feld zusammenrücken ließ. Rockenfeller hatte sich wieder nach vorne gearbeitet, doch dann drehte sein Markenkollege Benoit Treloyer den Neuwieder um, der zurückfiel und schon ein wenig sauer war. So kam am Ende nur der 13. Platz für Rocky im ersten Rennen heraus.
„Mit Rang 4 hatte ich ein gutes Quialifying, doch im Rennen hatte ich und auch meine DTM Kollegen mit dem Sieg nichts zu tun. Die Jungs von Abt haben einen Superjob gemacht, aber unsere Autos waren eine Sekunde langsamer. Vor allem auf der ultraschnellen Geraden zischten die Japaner an uns vorbei. Vielleicht wäre eine BoP(Balance of Performance)-Anpassung sinnvoll gewesen, dann hätten wir Chancen auf die vorderen Plätze gehabt. Keine Frage, die Japaner waren heute zu gut für die DTM, aber in Rennen zwei am Sonntag werden die Karten neu gemischt.“
Von der achten Position ging der Viertplatzierte der DTM 2019 ins zweite Rennen, ebenfalls über 55 Minuten plus einer Rennrunde Renndauer. Teamkollege Loic Duval war im Quali auf feuchter Strecke Schnellster. Nach zwei Einführungsrunden wurde das Feld der 22 Boliden auf die Reise rund um den Mount Fuji geschickt. Rockenfeller kam gut weg, verlor aber auch an Boden. Die Boliden von Honda, Lexus und Nissan diktieren das Geschehen. Rockenfeller kämpfte Kobayashi nieder und rückte einen Rang nach vorn. Nachetwa 25 Minuten kam Rockenfeller zum Pflichtstopp und fileel danach bis auf 18 zurück. Viele Piloten mussten zu dem Zeitpunkt noch zum Stopp. Nach einer Savetycarphase rückte das Feld wieder dicht zusammen. Bester DTM-Pilot war Marco Wittmann auf BMW, doch als siebter rangierte schon wieder Rockenfeller. Nach dem Restart ist Wittmann auf dem Vormarsch und belegte am Ende Rang zwei, Rocky fährt als sehr guter sechster über die Ziellinie. Die DTM hat im zweiten Rennen gezeigt, wie stark die Meisterschaft ist. 60.000 Rennfans mit wehenden Flaggen honorieren das mit Applaus. Loic Duval, der Teamkollege von Rockenfeller, wurde Dritter im Rennen.
„Heute haben wir DTM-Piloten gezeigt, dass wir in der Super GT locker mithalten können. Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis im zweiten Rennen. Die Erfahrung im Japan-Rennen mit der stärksten Tourenwagenmeisterschaft zu fahren, hat uns allen viel gebracht. Das ist ein motorsportverrücktes Land! Mit Platz zwei und drei haben wir Fahrer aus der DTM im Land des Lächelns bewiesen, wie stark wir sind.“ DEB
Mike Rockenfeller: „Mit Platz zwei und drei haben wir Fahrer aus der DTM im Land des Lächelns bewiesen, wie stark wir sind.“ Fotos: DEB
