Auswirkungen der Corona-Krise auf den Sport in der Region
„Die Geselligkeit fehlt zur Zeit komplett“
BLICK aktuell sprach mit drei Vereinen aus dem Raum Koblenz
Die Corona-Krise macht leider nicht vor den Sportvereinen in unserer Region halt. Auch wenn es mittlerweile Lockerungen für den Trainingsbetrieb gibt, bedrohen fehlende Einnahmen durch Wettkämpfe oder Kursangebote die Existenz vieler Vereine. Wir haben mit dem TV Moselweiß, der Coblenzer Turngesellschaft und der Turngemeinde Oberlahnstein über die aktuelle Situation gesprochen.
Gero Heibel, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit vom TV Moselweiß (TVM), bringt die Lage der Vereine im Raum Koblenz auf den Punkt: „An einen Wettkampf bzw. Trainingsbetrieb ist derzeit nicht zu denken.“ Gleiches gilt auch für die Coblenzer Turngesellschaft (CTG), die ihr Hallenangebot und das Fitness-Studio geschlossen halten muss. Lediglich die Freiluftsaison konnte schon in der vergangenen Woche, wenn auch nur schleppend mit zwei Personen, in Anspruch genommen werden. Während auch beim Mehrspartenverein TG Oberlahnstein (TGO) der Großteil des sportlichen Vereinsgeschehens heruntergefahren wurde, können dort immerhin einige Sportler, wie bspw. die Läufer, Nordic Walker oder die Triathleten zwar alleine, aber dennoch fast unbeirrt, trainieren.
Natürlich fehlen allen Vereinen durch die Corona-Pandemie Einnahmen in der Vereinskasse. Allerdings sind die Auswirkungen sehr unterschiedlich zu spüren. Der TVM kann sich auch in dieser schwierigen Phase voll auf seine Mitglieder verlassen, die solidarisch monatlich ihre Beiträge zahlen, ohne eine Gegenleistung zu erhalten. Auch die TGO hofft auf die Solidarität und Treue der über 1500 Mitglieder, denn die Einbußen durch Ruhen des Gruppen- und Kursangebots sind noch nicht einzuschätzen. Anders stellt sich die Lage bei der CTG aus: „Das Überleben ist eine Frage der Zeit. Wenn wir als Verein noch lange keine persönlichen Angebote anbieten dürfen, wird es dramatisch.“ Daher hat der Verein auch einen Antrag auf finanzielle Hilfe beim Sportbund Rheinland und der Landesregierung stellen müssen.
Viele Vereine entwickeln in der Krise neue und kreative Ideen, um ihre Mitglieder bei Laune zu halten. So haben die Trainer der CTG Trainingspläne erstellt und alle Informationen sind über die Homepage oder die Geschäftsstelle verfügbar. Auch auf der neu gestalteten Homepage der TGO versucht Pressewart Peter Radermacher die Mitglieder durch kurze Beiträge der noch aktiven Gruppen zu sportlichen Aktivitäten zu motivieren. Ob solche Online-Angebote auch noch nach Ende der Pandemie angeboten werden, wissen die Vereine noch nicht. Allerdings können Telefon- oder Videokonferenzen, die auch vom TVM zur Planung der Saison 2020/21 rege genutzt werden, auch in Zukunft in einigen Situationen behilflich sein.
Was bei allen Vereinen fehlt, ist das Vereinsleben. „Ein Verein lebt von persönlichen Kontakten, Gesprächen und Geselligkeit in den Sportgruppen, dies fehlt zur Zeit komplett und wird besonders vermisst,“ heißt es von Monika Sauser, Vorsitzende der CTG. Aber dennoch gibt es von den Vereinen Verständnis für die getroffenen Maßnahmen: „Dies ist zwar schwierig, aber wir hoffen auf Verständnis, da es die erste Pandemie ist, die in dieser Form zu bewältigen ist – und die Gesundheit geht vor, denn dafür steht der Sport,“ erläuterte die TGO.
Ein positiver Aspekt an der Corona-Krise ist die Solidarität zwischen den Menschen und genau da liegt eine der Stärken von (Sport-)Vereinen. So hat die die TGO in Zusammenarbeit mit der Stadt Lahnstein, der Caritas und der Kirchengemeinde St. Martin eine Einkaufshilfe für Senioren ins Leben gerufen. Auch die Mitglieder und Trainer der CTG engagieren sich in vielfältigen Hilfen und Projekten.
Seit kurzem ist Sport- und Trainingsbetrieb im Breiten- und Freizeitsport unter freiem Himmel unter bestimmten Hygiene-Bedingungen wieder erlaubt. Nicht nur deshalb stehen die Sportvereine schon in den Startlöchern und könnten nach Öffnung der Sportstätten zumindest den Trainingsbetrieb schnell wieder komplett aufnehmen.
-DOS-
