Fußball-Rheinlandligist SG Eintracht Mendig/Bell nimmt am Sonntag, 8. Januar, das Training wieder auf
Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos
Mendig. Auch nach der Spielzeit 2016/2017 werden Mannschaften aus der Fußball-Rheinlandliga in die Bezirksliga Mitte, West oder Ost absteigen. Mindestens zwei, höchstens fünf. So viel ist sicher, nicht mehr und nicht weniger. Der 38. und letzte Spieltag in der Rheinlandliga wird komplett am Samstag, 20. Mai, ab 17.30 Uhr ausgetragen. Die endgültige Zahl der Absteiger steht aber erst knapp zwei Wochen später fest, wenn die Aufstiegsrunde zur Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar beendet ist.
Eine echte Hängepartie also für die zahlreichen gefährdeten Mannschaften, zu denen auch die SG Eintracht Mendig/Bell gehört. Zwei Siege, fünf Unentschieden und 13 Niederlagen (sprich gerade mal elf Punkte) haben die Vulkanstädter auf den vorletzten Platz zurückfallen lassen.
Die Lage ist ernst, aber beileibe nicht hoffnungslos. „Der Patient befindet sich im Krankenhaus, aber er liegt noch nicht auf der Intensivstation“, hatte Trainer Florian Stein schon nach der deutlichen Niederlage im Derby beim TuS Mayen analysiert.
Die Mannschaft von der Brauerstraße wird sich nach der Winterpause runderneuert präsentieren. Nach Innenverteidiger Alexej Eberhardt, mit dem es andauernd atmosphärische Störungen gab, und Mittelfeldspieler Hamza Khallouk kehrte auch völlig überraschend Milan Rawert seinem Heimatverein den Rücken zu.
Mit Rawert, am 11. November 1994 geboren, verlässt ausgerechnet ein Eigengewächs den Verein in Richtung FC Plaidt. Der 22-jährige teilte der Eintracht seinen Entschluss nach der 1:3-Niederlage im abschließenden Spiel vor der Winterpause in Nentershausen bei den Sportfreunden Eisbachtal mit und stellte die Verantwortlichen an der Brauerstraße damit vor vollendete Tatsachen.
In 19 von 20 Spielen kam der wieselflinke Stürmer, mit drei Saisontreffern sogar der erfolgreichste Mendiger Torschütze im bisherigen Saisonverlauf, zum Einsatz. Nach Mittelfeldspieler Niklas Heinemann wies Rawert die meisten Einsatzminuten auf.
Ferhan Güngörmüs zog sich beim Spiel in Windhagen eine schwere Knieverletzung zu, für ihn ist die Saison beendet. Mark Spohler wird der Mannschaft wegen eines Betriebspraktikums noch bis in den April hinein fehlen.
Diese Verluste müssen kompensiert werden. Aus der „Konkurs-Masse“ des abgemeldeten Oberligisten SpVgg Burgbrohl verpflichteten die Mendiger (ablösefrei) Innenverteidiger Charles Butte, der auch auf der Sechs spielen kann, und den zentralen Mittelfeldspieler Joshua Schmickler.
Zudem schlossen sich die beiden Stürmer Malte Wedemeyer von der DJK Kruft/Kretz und Stephan Schikora, der zuletzt pausierte und früher für den TuS Mayen im Einsatz war, den Vulkanstädtern an. Wedemeyer erzielte für die DJK Kruft/Kretz in der Kreisliga A Rhein/Ahr sage und schreibe 23 der bisherigen 34 Saisontore. Ob er am Sonntag, 19. Februar, um 14.30 Uhr zum Auftakt nach der Winterpause gegen den SV Morbach allerdings zum Kader gehört, steht nicht fest: Beide Vereine konnten sich hinsichtlich der Ablösesumme (noch) nicht einigen.
„Gefühlte Neuzugänge“
Als „gefühlte Neuzugänge“ können Florian Schlich und Kevin Kostrewa gezählt werden. Kapitän Schlich nahm nach seinem Bandscheibenvorfall, der ihn zu einer Operation zwang, schon vor der Winterpause das Training wieder auf. Kostrewa soll nach seinem Mittelfußbruch, den er sich bei der Partie in Emmelshausen zugezogen hatte, langsam wieder herangeführt werden. Das Sorgenkind bleibt Damir Mrkalj, der dem Team zuletzt in der Innenverteidigung mit seiner Erfahrung und Übersicht viel Sicherheit gegeben hatte. Der 26-Jährige laboriert an einem Impingement-Syndrom in der linken Hüfte. Ein zwischen Hüftgelenk und Hüftpfanne eingeklemmter Nerv sorgt für dauerhafte Schmerzen. Es droht eine Operation. Mrkalj und Trainer Stein hoffen darauf, die Verletzung konservativ behandeln zu können. Am Samstag, 7. Januar, steht in Bad Neuenahr-Ahrweiler die nächste Untersuchung an.
Vorbereitung beginnt
Nur einen Tag später bittet Stein zum Trainingsauftakt nach der kurzen Winterpause. Am Sonntag, 8. Januar, 11 Uhr, steht in der Mendiger Grundschule Kraft- und Zirkeltraining auf dem Programm. In den anschließenden sechs Wochen bis zum Meisterschaftsspiel gegen Morbach sind sechs Einheiten pro Woche vorgesehen.
In den Freundschaftsspielen gegen den VfL Oberbieber (Freitag, 20. Januar, 19.30 Uhr), gegen die SG Elztal (Mittwoch, 25. Januar, 19.30 Uhr), beim FC Hennef 05 (Sonntag, 29. Januar, 13.30 Uhr), gegen die SG Weitefeld (Dienstag, 7. Februar, 19.30 Uhr) und gegen den TuS Oberwinter (Sonntag, 12. Februar, 14 Uhr) will Stein seinen Akteuren den nötigen Feinschliff verpassen.
Damit der große Traum vom Nichtabstieg doch noch realisiert werden kann - auch wenn es Juni werden sollte.
Für Damir Mrkalj (am Ball) steht am Samstag die nächste Untersuchung an. Der 26-Jährige laboriert an einem Impingement-Syndrom in der linken Hüfte.
Niklas Heinemann (links) muss nach der Winterpause im Mendiger Mittelfeld wieder eine die Führungsrolle übernehmen. Genau so, wie das Abwehrorganisator Philipp Schmitz bei der SG 99 Andernach tut.
