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SV Rot Weiß Queckenberg - Seniorenfußball

Die alte Geschichte von den neuen Besen

Rückblick auf die abgelaufene Hinrunde - Wechsel auf der Trainerbank haucht RWQ neues Leben ein

13.01.2018 - 12:45

Queckenberg. Mit der Roten Laterne des absoluten Bummelletzen der vergangenen Kreisliga-D-Saison stürzte sich der SV Rot-Weiß Queckenberg gehörig angefressen in die neue Spielzeit. Denn gerade einmal zehn mickrige Pünktchen und lediglich 19 geschossene Tore in 18 Spielen standen auf der Habenseite des RWQ. Um ein solches Debakel nicht noch einmal erleben zu müssen, pilgerte Jürgen Kurek im Sommer vom eigenen Fußball-Mekka zu allen umliegenden Kunstrasenplätzen und hielt Ausschau nach Verstärkungen. Und als er schließlich von seiner Reise heimkehrte, hatte er wahrlich Goldstaub im Gepäck: Mit Stefan Bures, Irfan Uygur und Ugur Kaya streiften ab sofort drei absolute Kreisligatitanen das rot-weiße Trikot über. Bei dem Gedanken daran lief bestimmt dem ein oder anderen B-Liga-Trainer das Wasser im Munde zusammen. Dabei erlagen die beiden Letzteren wohl auch ihrem Heimweh zum Monte Queck, spielten sie doch bereits schon einmal unter diesen Farben. Stefan Bures dagegen, ein noch voll im Saft stehender und vor Selbstbewusstsein nur so strotzender Mittelfeldregisseur mit Knipserqualitäten, wollte unbedingt zum Abschluss seiner Karriere nochmals mit Jürgen Kurek zusammenarbeiten; war dieser doch sein allererster Wegbereiter und väterlicher Begleiter in längst zurückliegenden Bambini-Zeiten. Da der RWQ von Abgängen weitgehend verschont blieb, konnten die bereits kaum wegzudenkenden Allzweckwaffen, Declair, Klemm, von Sturm, P. Watty und Klimaszewski nun auf weitere Feuerunterstützung hoffen.

Beim Lesen dieser Ehrengarde fällt jedoch auf: Wo sind Geimer und Becker? Beide Publikumslieblinge werden mittlerweile tatsächlich schmerzlich vermisst. Während Patrick Geimer seine privaten Zelte rheinaufwärts verlegte, suchte der „Weiße Brasilianer“ Becker sein neues Glück in der unmittelbaren Nachbarschaft, bei Schwarz Weiß Merzbach. Sollte allerdings jemals der Bau einer rot-weißen Ruhmeshalle an der Madbach vollendet werden – beidehätten schon jetzt ihren Ehrenplatz darin sicher.


Brennen auf den Saisonauftakt


Aufgrund der bereits oben genannten Neuzugänge brannte die Lohaus-Truppe auf den Saisonauftakt. Zwar blieb RWQ in der ersten Runde des Bitburger Kreispokals gegen den ambitionierten B-Ligisten VfL Lengsdorf mit 0:6 chancenlos, bot dem Favoriten jedoch ganz dick Paroli und zelebrierte auf der heimischen Asche eine rauschende Pokalnacht unter Flutlicht. Auch das erste Punktspiel vergeigte die Truppe bei dem Geheimfavoriten SV Swisttal. Doch als zum Heimauftakt der SV Lannesdorf zwar nur knapp mit 3:2 geschlagen, dabei allerdings physisch und psychisch völlig überrannt wurde, tauchte die vom Himmel blinzelnde Sonne den Mount Queck in Rot und Weiß. Doch dieses Glücksgefühl hielt gerade einmal für sieben Tage. Die nächsten Wochen erwiesen sich mal wieder als enorme Belastungsprobe für alle RWQ-Seelen.

Als die vierte Niederlage in Folge zu Buche stand, das Team dabei dreimal mit 0:7 wirklich gehörig auf die Mütze bekam, warf ein sichtlich ratloser und völlig enttäuschter Uwe Lohaus das Handtuch.

Nun waren mal wieder die berühmten Stehaufmännchen aus der Voreifel gefragt. Zusammen mit dem Mannschaftsrat entschieden Kurek und Kunze, dass vorerst Stefan Bures als Spielertrainer der neue Feldherr an der Madbach ist, bis ein neuer Übungsleiter die Verantwortung übernimmt. Und der neue Besen fegte wirklich bereits unmittelbar nach Amtsantritt richtig gut. Entscheidend für das überragende und hoch verdiente 4:1 gegen den SV Buschhoven II waren wohl zwei Dinge: Zum einen ersetzte der klassische Libero die doch oftmals überfordert wirkende Viererkette. Und wer kann diese Position wohl besser bekleiden als Mr. Blutgrätsche höchstpersönlich – Dominik Declair. An dessen Seite reiften von Sturm und Jentsch zu wahren Defensivmonstern, während davor Klemm und Kaya sich zu Bilderbuch-Sechsern steigerten. Und dahinter, zwischen den Pfosten, ist mit Feuerkopf A. Watty allemal bester Beton angemischt. Zum Anderen hat der neue Spielertrainer wohl etwas mehr Gespür dafür, wie er die Kerle von der Madbach ansprechen muss, um ihnen ihre Stärken klarzumachen und die Schwächen regelrecht fortzublasen. Davon profitierten nicht zuletzt Wappenschmidt, die Meixner-Brüder sowie der blutjunge Münch, der jetzt schon das leidenschaftliche Publikum ein ums andere mal in allerhöchste Entzückung versetzt hat.


Fünf Siege in Serie


So mutierte innerhalb weniger Tage die Lohaus-Truppe zu wahren Bures-Buben. Spätestens eine Woche später, als der zu diesem Zeitpunkt ungeschlagene Spitzenreiter SC Muffendorf II auf dessen eigenen Platz niedergekämpft und nicht unverdient mit 1:0 besiegt wurde, war die Handschrift des Neuen Besens in die Queckenberger Haut eintätowiert. Und als wolle das rot-weiße Fußballmärchen gar nicht enden, als könne die Mannschaft gar nicht genug von dem süßen Siegesnektar naschen, reihte sich Erfolg an Erfolg. Nach insgesamt fünf Siegen in Folge fand der RWQ schließlich in der Veteranentruppe des VfL Meckenheim II seinen (Alt)Meister. Die souveräne Catenaccio-Bande spielte auf dem Heinrich-Kessel-Sportfeld ruhig, sachlich, gediegen. Ohne einen einzigen Schweißtropfen auf der Stirn, ohne einen einzigen Krampf, ohne auch nur einen Tropfen Eisspray besiegten die in Ehren ergrauten ehemaligen Bezirksliga- oder zumindest A-Liga-Dinos den RWQ und traten danach taufrisch und gar durstig zur dritten Halbzeit an den Queckenberger Tresen. Mit dieser 0:2-Niederlage beendete Bures‘ Rasselbande die Hinrunde alles in allem versöhnlich.

Aufgrund der zurückgewonnenen mannschaftlichen Geschlossenheit und des spürbar gestiegenen Lustfaktors bei jedem Einzelnen, aufgrund der weiteren Rückkehrer Mücklich, A. Watty und Keshikashvili, aufgrund der weiteren Neuzugänge Kansiray, Kalmykov, Cipera, Savas und Erol sowie der hoffentlich bald genesenen Uygur und Leifer pumpt das Herz derzeit rasend schnell rote und weiße Blutkörperchen in alle Kapillargefäße, und sie warten auf dem Tempelberg am Eichener Weg nur darauf, dass das Fußballfieber explodiert.

Übrigens könnte es in der Rückrunde des Öfteren von den Zuschauerrängen dröhnen: Holle, lauf! Die Insider des SV Rot- Weiß Queckenberg können jetzt gern spekulieren und rätseln, was das eventuell bedeuten könnte.

Und alle anderen, die jetzt zurecht neugierig geworden sind, denen sei versichert: Er ist zurück. Wer noch immer nicht weiß, was damit gemeint ist, oder aber wer es nun kaum noch abwarten kann sich davon zu überzeugen, denen sei gesagt: Am 18. Februar startet der RWQ um 12.45 Uhr beim TuS Odendorf II in die Rückrunde. Das erste Heimspiel 2018 findet am 25. Februar wie gewohnt um 15 Uhr statt. Spätestens dann sollte gewisser Holle sicherlich zu bestaunen sein.

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Kommentare
Uwe Klasen:
Bitte nicht Vergessen: Bekämpfung des Linkspopulismus ist und bleibt aktuelle Aufgabe! Wie machen wir die Demokratie in Zeiten des Linkspopulismus stark?
juergen mueller:
Ja, macht mal nur, Dinge zu erlernen, die fernab eurer natürlichen Gegebenheit, eurem Naturell liegen, dazu angetan sind, sich im Wort und der Körpersprache so zu verstellen, wie es in der Politik erforderlich ist und wie sie es von ihrem Nachwuchs erwartet. Das oberste Gebot eines Politikers ist nämlich darin zu sehen, immer möglichst glaubwürdig zu erscheinen, indem, was er sagt, aber weniger macht und versprochen einhält. Dieser ganze Rhetorik-Scheiss ist für unsere Bevölkerung einfach nur eine Demütigung und eine immerwiederkehrende Auffrischung alter, fossiler und unsozialer Machenschaften, die über unser Wohlergehen entscheiden, in erster Linie aber immer zuerst ihr eigenes im Blickfeld haben. Münchhausen ist in der Politik vielfach vertreten.
juergen mueller:
Mich wundert immer mehr, wofür Demokratie alles herhalten muss. Dieses nicht unbedeutende Wort ist mittlerweile zu etwas mutiert, ein Gebrauchsgegenstand, an dem die Politik die Schuld trägt, was man nur noch als Missbrauch bezeichnen kann, was bei uns in Deutschland ja nichts besonderes mehr ist. Das Einzige, was man davon noch gebrauchen kann, sind die ersten "4" Buchstaben ... "Demo", eine Buchstabenkombination, die mehr aussagen sollte, als sie darstellt und deren Bedeutung vor allem der Politik garnicht mehr bewusst ist und nur noch als Pseudonym für etwas missbraucht wird, anwendbar da, wo es passt und politisch angebracht ist, wozu natürlich die Naivität und das Unverständnis der Bevölkerung dazugehört etwas in einem Wort zu sehen, was in unserer Gesellschaft keinen Bestand mehr hat. Aber die Politik gebraucht und missbraucht es, wo es eben passt..
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