Kim Kossmann von der SG 99 Andernach im Interview
„Die beste SG 99 aller Zeiten“
Kapitän der Seniorenmannschaft und A-Jugend-Trainer Kim Kossmann über die Arbeit bei der SG 99 Andernach
Andernach. Die SG 99 Andernach ist mit 14 Punkten aus Sieben Spielen mehr als ordentlich in die Saison gestartet. Zwischendurch flog das Team allerdings im Pokal gegen einen A-Ligisten raus. Es herrscht dennoch gute Stimmung beim „Kernstadtclub“. Einer hat mit fünf Toren und vier Torvorlagen einen ganz besonderen Anteil. Nebenbei trainiert er noch die A-Jugend in der Rheinlandliga, ab November mit Trainerschein. Blick aktuell im Interview mit Kim Kossmann, dem Kapitän der „Ersten“ und zugleich Cheftrainer der A-Jugend in der Rheinlandliga.
Blick: Herr Kossmann, bis auf ein Jahr in Mendig haben Sie bisher immer für die SG 99 gespielt, was macht diesen Verein aus Ihrer Sicht aus?
Kossmann: Jeder Spieler bei uns kommt aus Andernach oder hat bei uns in der Jugend gespielt. Der Zusammenhalt ist unglaublich und das nicht nur auf dem Platz. Wir Spieler haben die SG 99 im Herzen und das sieht man Woche für Woche auf dem Platz.
Blick: Sie haben selber die Zeiten in der Kreisliga A miterlebt, inwieweit hat sich der Verein seitdem entwickelt?
Kossmann: Daran kann ich mich noch sehr gut erinnern. Wir haben aus den Fehlern von damals gelernt und sind gestärkt als Einheit zurückgekommen. Es ist Wahnsinn, was seitdem hier entstanden ist. Die Jugendarbeit ist das A & O im Verein. Es ist Gold wert, wenn man Jahr für Jahr seine eigenen Jungs in den Seniorenbereich ziehen kann.
Blick: Wer hat denn Ihrer Meinung nach den größten Anteil an dem Aufschwung?
Kossmann: Besonders hervorzuheben ist die Leistung von unserem Trainer Jupp Kowalski. Er opfert unglaublich viel Zeit für den Verein und uns als Mannschaft. Er ist ein Glücksfall, nicht nur für die Mannschaft, sondern für den ganzen Verein.
Blick: Selber läuft es bei Ihnen sportlich richtig gut, warum liegt Ihnen die Rheinlandliga so?
Kossmann: Ich spiele dieses Jahr bei der besten SG 99 aller Zeiten. Das Umfeld unterstützt jeden hier einfach so gut, dass man Woche für Woche Leistung bringen kann. Als Mannschaft entwickeln wir uns Woche für Woche weiter.
Blick: Seit fünf Jahren sind Sie nun auch Jugendtrainer, wie läuft es mit dem Trainerschein?
Kossmann (grinsend): Mitte November absolviere ich den letzten Lehrgang für die B-Lizenz. Mit fast 30 Jahren muss ich langsam vorsorgen.
Blick: Gibt es als Trainer auch einen Kim Kossmann, der ein Leben lang bei der SG bleibt oder streben Sie da höheres an?
„Ein Leben lang SG 99? Warum nicht“
Kossmann: Ein Leben lang SG 99? Warum nicht. Ich denke, jeder weiß, was mir der Verein bedeutet. Auch wenn der Fußball inzwischen so schnelllebig ist, dass man kaum noch auf Jahre planen kann.
Blick: Im vorigen Jahr hatte die A-Jugend am Anfang Probleme. Nach dem Trainerwechsel von Schleich zu „Paddy“ Schmitz zeigte die A-Jugend konstant starke Leistungen. Wie wird es dieses Jahr laufen?
Kossmann: Ja, nachdem Paddy das Zepter da in die Hand geholt hat, lief es super. Dieses Jahr sind wir ganz ordentlich aus den Startlöchern gekommen, schauen wir mal, wofür es am Ende der Saison reicht. Es bereitet uns als Trainerteam unheimlich viel Spaß mit den Jungs. Jeder zieht super mit und es ist eine richtige Einheit geworden.
Blick: Saisonziel Ihrer A-Jugend?
Kossmann: Wir wollen ganz klar oben mitspielen.
Blick: Bei den Proficlubs spricht man oft über den Kapitän, wie wichtig sehen Sie da Ihre Rolle?
Kossmann: Es macht mich unheimlich stolz, Kapitän dieser Mannschaft zu sein. Ich versuche, auf und neben dem Platz so viel Verantwortung wie möglich zu übernehmen.
Blick: Sie gelten als sehr kommunikativ, wie hat sich die Stimmung in der Stadt zu der SG die letzten Jahre verändert?
Kossmann: Nach dem Aufstieg wurdest du an jeder Ecke angesprochen. Sogar von Leuten, die man gar nicht kannte. Auch wenn manche uns den Schritt in die Rheinlandliga nicht zugetraut haben, aber denen haben wir schnell den Zahn gezogen. Jeder einzelne Spieler war unfassbar stolz, seine Heimatstadt in die Rheinlandliga geführt zu haben. Der Zuschauerschnitt ist überragend.
Blick: Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Saison und vielen Dank für das offene Gespräch.
Das Interview führte
Kai Franzke Junior
