Fußball-Rheinlandliga, 16. Spieltag
Die größten Sorgen sind verflogen
SG Eintracht Mendig/Bell - SV Mehring 3:1 (0:0)
Mendig. Die SG Eintracht Mendig/Bell hat sich der größten Abstiegssorgen entledigt: Am 16. Spieltag der Fußball-Rheinlandliga bezwang die Mannschaft von Spielertrainer Kodai Stalph vor 150 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz an der Brauerstraße den SV Mehring verdientermaßen mit 3:1 (0:0), holte sich die Punkte 22, 23 und 24 und nistete sich auf dem sechsten Platz ein. „In der ersten Hälfte stand bei uns die Defensive im Vordergrund, wir wollten uns weiter stabilisieren“, erklärte Stalph in der obligatorischen Pressekonferenz. „Im zweiten Abschnitt hatten beide Teams ihre Phasen, beim Gegentor haben wir nicht gut verteidigt. Danach haben wir das Heft in die Hand genommen und in der Defensive kontrolliert agiert. Von daher geht der Erfolg sicherlich auch in Ordnung.“
Die Gastgeber gaben in den ersten 20 Minuten klar den Ton an. Marc Schulte klärte einen Kopfball von Florian Wirths nach einer Ecke von Niklas Heinemann auf der Linie (5.), ein Schuss von Milan Rawert zischte knapp am linken Pfosten vorbei (16.). Die größte Möglichkeit vergab nur 120 Sekunden später Marcel Berg, der Torjäger scheiterte an der Latte. Bis zur Pause plätscherte die Partie, die von vielen Zweikämpfen und zahlreichen Abspielfehlern geprägt war, nur vor sich hin. Tormöglichkeiten waren Mangelware.
Das sollte sich nach Wiederanpfiff fortsetzen, die Lethargie auf beiden Seiten hielt an. Die Führung der Gäste durch den erst sieben Minuten zuvor eingewechselten Florian Mertes (er traf mit einem leicht abgefälschten Schuss aus 16 Metern) fiel wie aus heiterem Himmel und stellte den Spielverlauf ein wenig auf den Kopf. Einen Schuss von Björn Gilles konnte SV-Schlussmann Philipp Basquit großartig parieren (64.), sieben Minuten später aber war er machtlos: Nach herrlichem Doppelpass mit Berg drosch Niklas Heinemann den Ball humorlos in die Maschen.
Die Entscheidung ließ bis in die Schlussphase auf sich warten. Nach einem fast perfekten Solo bekam Niklas Heinemann im letzten Moment den Ball von Torhüter Basquit vom Fuß gefischt, Berg aber stand goldrichtig und brachte das Spielgerät in Abstaubermanier über die Linie (86.). Nur 60 Sekunden später profitierte der eingewechselte Alexander Huber von einem Missverständnis in der Mehringer Abwehr. Seinen Schuss konnte Anthony Delgado Bailon zwar noch von der Linie kratzen, doch wiederum Berg setzte auch diesen Abpraller ganz cool ins Netz.
„Ob der Sieg verdient war oder nicht, das ist letztendlich egal. In den vergangenen beiden Jahren mussten wir hier klare Niederlagen einstecken. Diesmal konnten wir das Spiel lange offenhalten, am Ende hat die individuelle Klasse entschieden“, meinte der Mehringer Trainer Frank Meeth. „Als Mendig stärker wurde, haben wir einen Konter gesetzt, danach fehlte uns aber die Durchschlagskraft. Die Eintracht hat etwas mehr investiert, der Erfolg ist nicht unverdient. Es war aber etwas mehr drin für uns.“
Statistik
SG Eintracht Mendig/Bell: Robin Rohr, Milan Rawert, Florian Schlich, Florian Wirths (10. Philipp Franzen), Björn Gilles, Kodai Stalph, Magomed Ibragimov (89. Jakob Breil), Niklas Heinemann, Manuel Oster, Mats Weiler (75. Alexander Huber), Marcel Berg.
SV Mehring: Philipp Basquit, Anthony Delgado Bailon, Maximilian Meyer, Jonas von dem Broch, Fabio Fuhs, Johannes Diederich, Marc Schulte (47. Lukas Jakobi), Ediomo Donald Mbosowo, Alexander Dietz, Nico Stadtfeld, Tilmann Meeth (53. Florian Mertes).
Schiedsrichter: Yannick Horten (Niederstadtfeld).
Zuschauer: 150.
Torfolge: 0:1 Florian Mertes (60.), 1:1 Niklas Heinemann (71.), 2:1, 3:1 Marcel Berg (86., 87.).
Nächste Aufgabe für die SG Eintracht Mendig/Bell: am Samstag, 16. November, um 18 Uhr bei der SG Schneifel Stadtkyll.
Nächste Aufgabe für den SV Mehring: am Sonntag, 17. November, um 14.30 Uhr gegen die SG 2000 Mülheim-Kärlich.
Überragende Zweikampfwerte hatte wieder mal der Mendiger Kapitän Florian Schlich, der gegen Mehring (blaue Trikots) nichts anbrennen ließ.
Vergebliche Liebesmüh: Der Schiedsrichter-Assistent hatte Marcel Berg (rechts) im Laufduell mit Anthony Delgado Bailon im Abseits gesehen.
