Lokalsport | 12.10.2020

Fußball-Rheinlandliga, siebter Spieltag

„Diese Niederlage im Derby tut weh“

SG Eintracht Mendig/Bell verlor vor 479 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz an der Brauerstraße gegen die SG 99 Andernach verdientermaßen mit 0:2 (0:0)

Hoch das Bein: Der Andernacher Kapitän Philipp Schmitz (rechts) ist wieder mal einen Schritt schneller am Ball als Marcel Berg.Fotos: SK

Mendig. So schnell kann es gehen: Durch das 0:2 (0:0) am siebten Spieltag der Fußball-Rheinlandliga im Derby gegen die SG 99 Andernach musste die SG Eintracht Mendig/Bell nicht nur erstmals in dieser Saison als Verlierer vom Platz gehen, sondern zudem die Bäckerjungen aufgrund des Torverhältnisses in der Tabelle an sich vorbeiziehen lassen. Beide Mannschaften haben 16 Punkte auf dem Konto. An der Spitze thront mit 19 Zählern weiterhin die SG Hochwald Zerf, die sich beim deutlichen 5:0 (1:0) über den FC Germania Metternich keine Blöße gab. Schon im ersten Abschnitt gingen die Gäste vor 479 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz an der Brauerstraße aggressiver zur Sache, ihre Körpersprache war eine ganz andere. „Vielleicht haben wir den Sieg einen Tick mehr gewollt“, fand der Andernacher Trainer Kim Kossmann in der obligatorischen Pressekonferenz schnell eine Erklärung für den Sieg. „Wir wussten, was uns hier erwartet. Unser Ziel war es, das Kombinationsspiel des Gegners zu unterbinden und Derbycharakter ins Spiel reinzubringen. Das ist uns von der ersten Sekunde an gelungen. Wenn du vor Selbstvertrauen strotzt, dann kannst du halt auch hier in Mendig gewinnen.“ Die Gastgeber verzeichneten in Halbzeit eins zwar die besseren Möglichkeiten, eine hochkarätige war aber nicht dabei: Marcel Berg fand mit seiner Hereingabe keinen Abnehmer (19.), der Andernacher Jörn Heider klärte vor dem einschussbereiten Leander Mombaur (25.). Ein Schlenzer von Mombaur verfehlte nur knapp das Ziel (42.). Die Bäckerjungen konzentrierten sich vor der Pause auf die Defensive. Vor dem gegnerischen Tor tat sich nur wenig, es fehlten die zündenden Ideen.“ Das sollte sich nach Wiederanpfiff ändern, und wie so oft entpuppte sich eine Standardsituation der Andernacher als Dosenöffner. Nach einer Ecke von Daniel Kossmann konnte der Mendiger Schlussmann Robin Rohr den Kopfball von Ole Conrad zwar noch parieren, doch Max Kossmann stocherte das Spielgerät aus kurzer Distanz über die Linie (59.). Der überragende Conrad, den nach dem Spiel „die letzten 20 Sprints schmerzten“, war auch am 0:2 beteiligt. Nach einer Flanke des eingewechselten Maicol Oligschläger scheiterte er zunächst mit einer Volleyabnahme an Torhüter Rohr, wurde aber anschließend von ihm von den Beinen geholt. Die umsichtige Schiedsrichterin Franziska Hilger zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt, Kapitän Philipp Schmitz ließ sich diese Chance zum 0:2 nicht entgehen (85.). Zwischen der 60. und der 80. Minute, also nach dem 0:1 und vor dem 0:2, hatten die Mendiger ihre stärkste Phase und stemmten sich vehement gegen die Niederlage. Sie bissen sich aber immer wieder die Zähne aus, es fehlte oft die Kreativität, die das Team zuletzt noch so ausgezeichnet hatte. Die Gäste hingegen holten alles aus sich raus und warfen sich immer wieder ins Getümmel. Vielleicht wäre es in der Schlussphase nach dem 0:2 noch einmal spannend geworden, wenn der Kopfball des aufgerückten Mannschaftsführers Florian Schlich nicht am rechten Pfosten, sondern im Netz gelandet wäre (87.). Der Eintracht war an diesem Sonntagnachmittag auch das Spielglück abhandengekommen. „Diese Niederlage im Derby tut weh, aber wir werden uns nicht runterziehen lassen“, analysierte SG-Spielertrainer Kodai Stalph. „Es war eine intensive Partie, auf dem Platz hat es heute gebrannt. Auch wir hatten unsere Chancen, aber vielleicht hat der Gegner ein wenig mehr investiert. Wir waren auf die Standards vorbereitet, dennoch sind wir nach einer Ecke in Rückstand geraten. Als wir am Ende alles riskiert haben, sind wir noch in einen Konter gelaufen.“

SG Eintracht Mendig/Bell: Robin Rohr, Björn Gilles, Florian Schlich, Pascal Zimmer, Florian Wirths (68. Milan Rawert), Kodai Stalph, Niklas Heinemann (68. Julian Schäfer), Manuel Oster, André Marx, Marcel Berg, Leander Mombaur.

SG 99 Andernach: Steffen Weber, Tim Hoffmann, Louis Hild, Philipp Schmitz, Alexander Unruh, Jörn Heider, Ole Conrad (90. + 3 Burim Zeneli), Max Kossmann (77. Maicol Oligschläger), Elias Matzon (90. + 2 Philip Oster), Daniel Kossmann (88. Jakob Weiler), Jan Hawel.

Schiedsrichterin: Franziska Hilger (Glees).

Zuschauer: 479.

Tore: 0:1 Max Kossmann (59.), 0:2 Philipp Schmitz (85., Foulelfmeter).

Nächste Aufgabe für die SG Eintracht Mendig/Bell: am Sonntag, 18.Oktober, um 14.30 Uhr gegen die SG Ellscheid.

Nächste Aufgabe für die SG 99 Andernach: am Freitag, 16. Oktober, um 20 Uhr gegen den TuS Montabaur.

Hoch das Bein: Der Andernacher Kapitän Philipp Schmitz (rechts) ist wieder mal einen Schritt schneller am Ball als Marcel Berg.Fotos: SK

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