Interview mit dem Vorsitzenden des Turnvereins Rheinbach 1905 e.V.
Ehrenamt im Sport: Herausforderung und gute Sache
Dieter Huth führt den mitgliederstärksten linksrheinischen Sportverein
Rheinbach. Seit dem 20. November ist Dieter Huth aus Rheinbach der neue Mann beim Turnverein Rheinbach 1905 e.V. (RTV). Er löst damit die bisherige Vorsitzende, Kerstin Klier ab, die nach fast 20-jährigem Vorsitz ihr Amt zur Verfügung stellte. Als frisch gewählter Vorsitzender des mitgliederstärksten linksrheinischen Sportvereins mit etwa 1.400 Mitgliedern steht Huth vor gewaltigen Herausforderungen. Mit ihm sprach „Blick aktuell.“
Blick aktuell: Herr Huth, Sie sind jetzt circa drei Monate der neue Vorsitzende des RTV. Wie wurden Sie aufgenommen?
Dieter Huth: „Ich fühle mich im Verein sehr wohl. Vom ersten Tag an habe ich die Herzlichkeit und Offenheit seitens der Abteilungsleiter und Angestellten mir gegenüber schätzen gelernt.“
Blick aktuell: Wie sind Sie zu diesem Posten gekommen?
Dieter Huth: „Nun, ich treibe selbst mein ganzes Leben lang schon Sport, Handball, Kugelstoßen, Speerwerfen gehörten zu meinen Lieblingsdisziplinen. Außerdem bin ich selbst Mitglied im RTV und mache beim Nordic-Walking mit. Auf Anfrage des Vereins, ob ich den Vorstandsposten annehmen würde, habe ich mich gern bereit erklärt. Ich bin seit dem 1. Januar 2011 pensioniert und habe jetzt Zeit, noch etwas Gutes zu leisten. Ich meine, für den Sport im Ehrenamt tätig zu sein, ist eine gute Sache und eine Herausforderung.“
Blick aktuell: Herr Huth, wo sehen Sie im Verein den dringendsten Handlungsbedarf?
Dieter Huth: „Ein erstes wichtiges Anliegen von mir ist, den Riesenverein mit 54 Übungsleitern und Trainern, sieben Abteilungen und circa 1.400 Mitgliedern unter „einen Hut“ zu bringen, den Zusammenhalt zu fördern und nach außen als ein Verein aufzutreten. Ein zweiter Punkt ist, die Angebote des Vereins zu aktualisieren und zu modernisieren.“
Blick aktuell: Was heißt das konkret?
Dieter Huth: „Ich meine, es ist wichtig, bereits im frühen Alter die Kinder mehr für sportliche Aktivitäten zu gewinnen, reizvolle Angebote für die Erwachsenen in den Abendstunden zu erstellen und mit einer Erweiterung der Angebotspalette den Sport für die vielen älteren Bürgerinnen und Bürger attraktiv zu gestalten.“
Blick aktuell: Wie entwickeln sich in Ihrem Verein die Mitgliederzahlen?
Dieter Huth: „Auch wir haben, wie die meisten Vereine, mit sinkenden Mitgliederzahlen zu tun. Eine der großen Herausforderungen als Vorsitzender des RTV ist für mich, mit geeigneten Maßnahmen den Mitgliederschwund zu bremsen, bzw. zu halten oder sogar zu erhöhen. Die oben beschriebenen Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Attraktivität des Vereins nach außen zu steigern und damit neue Mitglieder zu gewinnen.“
Blick aktuell: Sie als Vorsitzender des RTV müssen auch die Finanzen des Vereins im Blick haben und für die notwendige Liquidität Sorge tragen. Wie schaffen Sie das?
Dieter Huth: „Natürlich ist die finanzielle Lage eines Vereins sehr wichtig. Vor dem Hintergrund der Erhöhung der Angebotsvielfalt haben wir eine neue Beitragsstruktur geschaffen und konnten so ab diesem Jahr die Aufwandsentschädigung für unsere Übungsleiter deutlich erhöhen. Auch für dringende Arbeiten am und im Vereinsheim kann damit eine kleine Rücklage gebildet werden. Gleichwohl werden noch mehr Übungsleiter gesucht. Näheres kann man auf der Homepage des Vereins oder unter Tel. (0 22 26) 1 08 99 erfahren.“
Blick aktuell: Vielen Dank für das Gespräch.
Zur Person
Dieter Huth wurde 1949 an der Weser geboren und wuchs ab 1955 in Stade an der Elbe auf. Sein Abitur legte er 1968 ab. Ab dem 1. Oktober 1968 trat er in den Dienst der Bundeswehr und war bis 1979 bei der Luftwaffe, unter anderem als Kompaniechef. Danach wechselte er zum militärischen Abschirmdienst mit anderen interessanten Tätigkeitsfeldern. So war er über zehn Jahre als MAD-Abteilungsleiter für den Bereich Extremismus-/terrorismusabwehr tätig. Seit dem 1. Januar 2011 ist er Oberst a.D. Dieter Huth ist seit 1972 verheiratet und stolzer Vater zweier erwachsener Kinder. Er lebt seit 1986 in Rheinbach. Neben seinem Engagement in der Rheinbacher UWG und als Vorsitzender des Turn-Vereins Rheinbach 1905 e.V., hat er für seine Hobbys auch noch Zeit: Angeln, Kunst, Musik und Politik.
