Auf dem Hartplatz im Beller Waldstadion fand erstmals ein Spiel der Fußball-Rheinlandliga statt
Eine äußerst späte Premiere
Bell. Der staubige Hartplatz im Beller Waldstadion hat sicherlich schon bessere Zeiten erlebt, nicht nur die Werbebanden zeugen von längst vergangenen Tagen. Als Schiedsrichter Robert Depken aus Koblenz am Sonntag um 15.04 Uhr die Partie zwischen der SG Eintracht Mendig/Bell und den Sportfreunden Eisbachtal anpfiff, durfte die Traditionssportstätte allerdings eine besondere (und äußerst späte) Premiere feiern: Es gab dort das erste Fußball-Rheinlandligaspiel überhaupt zu sehen. Der Grund für diese besondere Erstaufführung? Der Kunstrasenplatz an der Mendiger Brauerstraße war (kurzfristig) bis einschließlich Mittwoch gesperrt worden.
„Der SV Bell ist Mitglied unserer Spielgemeinschaft, da kam es für uns nicht in Frage, auf eine vergleichbare Anlage nach Kottenheim oder nach Mayen auszuweichen“, begründete SG-Geschäftsführer Hermann Krings den Umzug in die höher gelegene Nachbargemeinde. Zehn Helfer hatten sich am Sonntag um 8 Uhr aufgemacht und Essen und Getränke nach Bell gebracht und zudem Mikrofone und andere Hilfsmittel für die Stadiondurchsage und die obligatorische Pressekonferenz befördert. Die Freiwillige Feuerwehr Bell hatte die gesamte Sportanlage seit den frühen Morgenstunden bewässert. Ein Zustand, der im Kreis Cochem-Zell unmöglich gewesen wäre, weil die dortige Kreisverwaltung den Bürgern aufgrund der Wasserknappheit schon das Bewässern der eigenen Rasenflächen untersagt.
An der Mendiger Brauerstraße gibt es seit Monaten Probleme mit dem fehlerhaften Granulat, das bei den hohen Temperaturen schmilzt und mit dem Kunstrasen verklebt. Der Belag bleibt unter den Schuhen hängen und lässt sich teilweise nur noch mit dem Schraubenzieher entfernen. Aus diesem Grund musste am vergangenen Mittwoch auch das traditionelle Feriencamp der SG Eintracht Mendig/Bell abgebrochen werden. In der Zukunft soll der Kunstrasenplatz mit Quarzsand aufgefüllt werden. Betreuer Willi Tegeler brachte es anschließend süffisant auf den Punkt: „Wir haben es gegen die Koblenzer Reserve geschafft, fast das gesamte Spielfeld von Schnee und Eis zu befreien. Da werden wir auch einen Umzug nach Bell stemmen können. In Mendig ist halt nichts unmöglich.“
Naturgemäß ging es auf dem Beller Hartplatz sehr staubig zu.
Manchmal ließen die Akteure den nötigen Durchblick vermissen.
