Vom Wiesenplatz über Rote Asche hin zum modernen Sportpark
Eine neue Ära für Unkels Sportler
Unkel. Schaut man auf die Anlage, die jetzt an der Linzer Straße entstanden ist und am Freitag, den 27. April (Festakt 11 Uhr), offiziell den Sport treibenden Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen übergeben werden kann, scheint zugleich ein Blick zurück auf den Weg vom einstigen Fußballplatz an der Bruchhausener Straße über den Sportplatz auf der früheren Müllgrube an der Linzer Straße bis hin zum neuen, prächtigen BHAG-Sportpark interessant.
Es war kein Geringerer als der Düsseldorfer Großfabrikant und Gönner der Stadt Unkel, Fritz Henkel (Persil-Henkelwerke), der die Schaffung des immerhin damals schon grünen, wenn auch mehr einer Wiese ähnelndem Fußballplatzes ermöglichte. Bis Anfang 1960 bestritten Jung und Alt ihre Fußballspiele auf dem sogenannten „Fritz-Henkel-Platz“. Umkleide und Duschräume? Von so etwas wagte man damals nicht mal zu träumen. In Trikots und Fußballschuhen gekleidet, ging es durch Unkels Straßen zum Platz und nachher wieder zurück nach Hause, dreckig und speckig.
1964 wurde dann das auf diesem Gelände errichtete Freibad eröffnet und auf der einstigen Kies- und Müllgrube gleich nebenan ein neuer Aschenplatz gebaut. Umkleide und Duschräume? Nun, dazu dienten Kellerräume unter der entfernt gelegenen städtischen Turnhalle.
Dieser Sportplatz bereitete spätestens in den Jahren 1970 bis 1980 Sorgen, da es wegen der erwähnten Kies-/Müllgrube als Untergrund immer öfter zu Absackungen auf dem Spielfeld kam. Mit dem 1980 gegründeten FC Unkel 80 und einer kaum erwarteten Euphorie bei Unkels Fußballjugend wurde vom Rat – damals wie heute trotz leerer städtischer Kassen – die grundlegende Erneuerung des Sportplatzes an dieser Stelle beschlossen. Sehr bald entstanden auch die Flutlichtanlage sowie ein Dusch- und Umkleidegebäude. Letzteres mit großer finanzieller Eigenleistung der Vereine. Am 15. Mai 1982 erfolgte die feierliche Übergabe des Platzes durch die Stadt an die Vereine. Aus diesem Anlass organisierte der FC Unkel 80 eine 10-tägige Sportwerbewoche, die noch viele Jahre danach als „FC-Sporttage“ fortgesetzt wurde. Der Fußballsport in Unkel erlebte einen wahren Boom. Trotz rotem Staub und Matsch, was der Gesundheit der Kicker eher abträglich war. Und wieder war es der FC Unkel 80, dem es mit erheblicher Eigenleistung gelang, auf dem Sportgelände ein Vereinsheim zu schaffen, das jetzt in den neuen Sportpark integriert ist. In der nun beginnenden neuen Ära wird von den Verantwortlichen bei der Stadt und in den Vereinen, es sind neben dem FC Unkel 80 der SV Unkel 1910, der SV Ataspor Unkel und der TuS Erpel, natürlich erneut „frischer Wind“ erwartet, damit die jetzt unter großem finanziellen Aufwand geschaffene Hybrid-Rasen-Sportanlage, die den Namen BHAG-Sportpark trägt, gelohnt hat und lohnt. Die Devise lautet: Geld in die Jugend angelegt, ist Geld, das später Früchte trägt!
Zahlen und Fakten
Für rund 776.000 Euro hat die Stadt Unkel den vier Sportvereinen und den Schulen eine moderne Hybrid-Rasen-Sportanlage gebaut, wobei das Fußballfeld in der Größe 90 mal 60 Meter erstellt wurde und die die Erneuerung der Laufbahnen sowie der Lauf zur Weitsprunggrube mit Tennenbelag hinzukamen.
Die Fördermittel betragen insgesamt 113.400 Euro, immerhin 100.000 Euro wollen die vier Sportvereine SV Unkel 1910, FC Unkel 80, Athaspor Unkel und TuS Erpel beisteuern.
Nachträglich konnte dank der Initiative des Fördervereins Sport in Unkel ein Kleinspielfeld innerhalb der Gesamtanlage integriert werden. Die Gesamtkosten in Höhe von 22.000 Euro konnten durch Spenden finanziert werden. Ein nicht genannter Unkeler Bürger und die Aktion „Ein Herz für Kinder“ sind die Hauptsponsoren. Der SV Unkel 1910 hat für eine Netzanlage einen vierstelligen Betrag beigesteuert und Ibo Gala Bau Rheinbreitbach erstellte die Toranbauten. Das Ganze nachdrücklich forciert hat Christian Böyer, Vorstandsmitglied im Förderverein Sport in Unkel.
