SG Dieblich/Niederfell
Elfmeterdrama
SG I - TuS Kettig 1:1 n.V.(1:1, 1:1) 1:4 im Elfmeterschießen
Weitersburg. "Fußball kann so grausam sein. Es wäre schön gewesen, dass die SG genau 35 Jahre nach dem Aufstieg der damaligen SG Dieblich/Niederfell in die A-Klasse dasselbe Kunststück vollbracht hätte." Vom Anpfiff weg nahm die SG das Spielgeschehen in die Hand. Kettig konnte praktisch nur verteidigen und fand offensiv gar nicht statt. Die SG erspielte sich immer wieder gute Chancen, doch der Ball wollte einfach nicht ins Tor. „Schuld“ daran war ein Kettiger Torhüter, der einen wahren Sahnetag erwischte und die Stürmer der SG fast zur Verzweiflung brachte. Vor allem das Duell mit Steffen Pistono war sehenswert, aber aus SG-Sicht von Pech verfolgt. Beispiele: 15. Minute Schuss von Steffen, auf der Linie geklärt. 27. toller Freistoß von Steffen flach ins Eck, doch der Torwart holte ihn tatsächlich da noch raus. Zwei Minuten später blieb der Torwart wieder Sieger gegen den allein durchbrechende Steffen Pistono. So ähnlich ging es dann weiter. In der 38. Spielminute konnte die SG dann endlich jubeln. Zwar wehrte der Kettiger Torwart einen Schuss von Steffen Pistono noch ab, aber den zurückspringenden Ball köpfte Sebastian Lechner zum hoch verdienten 1:0 ins Tor. Danach spielte die Mannschaft weiter einen Klasse Fußball, schaffte es aber nicht, weitere Tore zu erzielen. Eine Minute vor der Pause kam es zum ersten gelungenen Angriff, gute Flanke, eine etwas unsortierte Abwehr der SG und es stand 1:1. Und das in praktisch letzter Sekunde, denn das Spiel wurde nicht mehr angepfiffen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit stellte sich dann natürlich die Frage, wie die Mannschaft den Schock des späten Ausgleichs verarbeitet hat und ob die Kraft noch reichen würde, hatte sie die ersten 45 Minuten doch ganz schön gepowert. Die Antwort gab Kettig nach genau einer Minute, doch Philipp Jung im Tor konnte klären. Hatte Philipp in der ersten Halbzeit praktisch nichts zu tun, wurde es nun anders. Die SG hatte zwar nun auch noch die eine oder andere Möglichkeit wie zum Beispiel bei einem tollen Volleyschuss von Steffen Pistono, der knapp über das Tor ging.
Doch Kettig hatte nun dien klareren. So musste Philipp Jung in der 60. und in der 76. Minute sein ganzes Können aufbieten, um in Klassemanier bei zwei glasklaren Torchancen die mögliche Kettiger Führung zu verhindern. Zwar versuchten es danach beide Mannschaften, die mögliche Verlängerung zu verhindern, doch dies gelang nicht. Und so dauerte die Saison für beide Teams nicht nur 90, sondern mindestens noch 120 Minuten. Erwähnenswert in der ersten Halbzeit der Verlängerung bleiben zwei Szenen. Zum einen eine Riesenchance für Kettig in der 100. Minute, doch Philipp Jung klärte glänzend.
Und eine Minute später gab es eine gelb-rote Karte für einen Kettiger Akteur, sodass man nun in Unterzahl die letzten 15 Minuten spielen musste. In diesen hatte die SG wieder mehr vom Spiel, zumal Kettig nun alles versuchte, um ins Elfmeterschießen zu kommen. So gab es trotz Vorteile keine klaren Tormöglichkeiten. Zwar verlor Kettig zwei Minuten vor dem Abpfiff der Schiedsrichterin Christina Hehn einen weiteren Akteur mit gelb-rot, doch das war nicht mehr ausschlaggebend. So kam es tatsächlich zum Elfmeterschießen. Und hier zeigte der Kettiger Torhüter, dem allein Kettig schließlich den Aufstieg zu verdanken hat, erneut seine Klasse und wehrte die ersten beiden Schüsse der SG ab. Zwar verwandelte Niklas Pistono seinen Strafstoß sicher, doch da Kettig sich keinen Fehlschuss vom ominösen Punkt erlaubte, war das Spiel nach dem vierten Schützen entschieden und der Jubel bei Kettig verständlicher Weise riesengroß. Dementsprechend groß war die Enttäuschung bei der SG und den Fans. Die SG I spielte mit Philipp Jung, Andre Sauer, Mike Czarneta, Robin Kissel (74. Luca Dahlem), Niklas Pistono, Sebastian Lechner (60. Philipp Schuster), Steffen Pistono, Torben Roos, Philipp Volk (78. Nils Kräf), Tobias Arens, Jannik Schmieg.
Fazit
Die Worte von Weitersburger Offiziellen, da kommt ein ganz schöner Brocken auf uns in der nächsten Saison zu, oder Kettiger Zuschauer, wenn wir zur Pause 0:3 zurückliegen, brauchen wir uns nicht beschweren, sagen alles aus über dieses Spiel und speziell über die erste Halbzeit. Und das nach der Aufholjagd in den letzten Spielen der Saison die Mannschaft nach dem letzten Elfmeter wörtlich am Boden lag, ist wohl mehr als verständlich. Aber direkt nach dem Spiel, und das ist eine tolle Einstellung, hat sich die Truppe geschworen, in der nächsten Saison wieder anzugreifen. Und mit dem Fanpotenzial aus Dieblich und Niederfell wird ihr auch jegliche Unterstützung zu teil werden. Phantastisch war die Zuschauerzahl auf dem Sportgelände in Weitersburg. Da es knapp 800 zahlende Zuschauer gab, die Damenwelt aber nicht bezahlen braucht, ist die Zahl 1.000 sicherlich nicht zu hoch gegriffen. Und davon waren nicht wenige aus Dieblich und Niederfell. Zum Abschluss trafen sich Mannschaft, Trainer und Fans in Niederfell, wo sie dank der Sportwoche von allen begeistert empfangen und für ihre Saison gefeiert wurde.
Dabei wurde Jürgen Ebert, der Trainer der Mannschaft, der sie in seinen zwei Jahren bei der SG auf Platz vier und in diesem Jahr denkbar unglücklich auf Platz drei geführt hat, verabschiedet. Die Vorstände bedankten sich bei ihm für zwei Jahre sehr gute Arbeit und wünschten ihm für die Zukunft alles erdenklich Gute.
Ein sichtlich enttäuschter Spielführer Niklas Pistono bedankte sich im Namen der Mannschaft für die tolle Unterstützung der Anhänger und gab die Parole für die nächste Saison aus: Auf ein Neues – die SG gibt nie auf! Jetzt ist aber erst einmal Pause. Mehr steht unter www.sg-dieblich-niederfell.de.
