Trainer Florian Stein wird den Fußball-Rheinlandligisten SG Eintracht Mendig/Bell nach der Saison verlassen
„Er war immer schon einen Schritt weiter“
Mendig. Trainer Florian Stein wird den Fußball-Rheinlandligisten SG Eintracht Mendig/Bell nach dem Ende der Saison verlassen. Der Sportliche Leiter Frank Schmitz verstand nach dieser Entscheidung die Welt nicht mehr: „Es hätte sicherlich keinen ungünstigeren Zeitpunkt geben können. Das ist für uns nicht so leicht zu verkraften. Wir haben ihm immer den Rücken gestärkt und auch in der Phase, als es nicht so lief, an ihm festgehalten. Wir alle wissen nicht so recht, was los ist.“
Nach dem Spiel am Samstag, 18. März, in Schoden sollte sich der 28-Jährige, der bei seinem Einstieg zu Beginn der Spielzeit 2016/2017 mit gerade einmal 27 Jahren der jüngste Übungsleiter in der Rheinlandliga war, erklären, ob er auch in der Saison 2017/2018 der verantwortliche Mann an der Brauerstraße sein will. „Wir als Verein brauchten ja Planungssicherheit“, verdeutlichte Schmitz. „Als er mir am Sonntag sagte, dass er am Montag gern den kompletten Vorstand dabei haben wollte, wusste ich, was die Stunde geschlagen hat. Es ist einfach nur schade.“
Für Grundschullehrer Stein, zudem auch noch DFB-Stützpunkttrainer des Fußballverbands Rheinland, war die SG Eintracht Mendig/Bell die erste Trainerstation in seiner Karriere. Seine aktive Laufbahn hatte er beim damaligen Oberligisten SpVgg Burgbrohl nach der Saison 2015/2016 wegen einer komplizierten Fußverletzung beenden müssen, mittlerweile hat er bei der Reserve der SG unter Bastian Gräf einige Male ausgeholfen. Nach einer völlig verkorksten Hinrunde verpflichteten die Vulkanstädter gleich sechs Neuzugänge. Stein bereitete die Mannschaft sechs Wochen lang akribisch auf die Restsaison vor - und kassierte gleich vier Niederlagen am Stück.
Schwieriges Umfeld
Möglicherweise ist in dieser Zeit die Entscheidung zur Trennung in ihm gereift. „Jeder weiß, wie sehr ich den Fußball liebe. Das Umfeld hat es mir nicht immer leicht gemacht. Ich hatte mir das alles anders vorgestellt, ich wollte wesentlich mehr bewegen“, suchte Stein nach Erklärungen. „Die vergangenen Wochen haben mich unendlich viel Kraft gekostet. Nach und nach hat sich bei mir durchgesetzt, dass es besser ist, sich zu trennen. Es war ein langwieriger Prozess. Die Erfahrungen hier in Mendig haben mir mehr gegeben als alle Sporthochschulen und Hörsäle dieser Welt.“ Verbindungen zu Jan Siewert, von 2009 bis 2015 Stützpunktkoordinator beim Fußballverband Rheinland und heutzutage Co-Trainer der ersten Mannschaft und Trainer der U19 beim Zweitligisten VfL Bochum, dementierte Stein nicht: „Stand jetzt werde ich in Bochum aber keine Aufgabe übernehmen. Ich tendiere mehr zum reinen Jugendfußball.“ Und momentan habe er noch eine wichtige Sache vor der Brust, der seine ganze Aufmerksamkeit gelte: den Klassenverbleib mit der SG Eintracht Mendig/Bell. „Nachdem ich der Mannschaft meine Entscheidung mitgeteilt hatte, haben wir danach noch drei Mal gewonnen. Es gibt also sicherlich keine Berührungsängste.“
Schlaflose Nächte
Beim Sportlichen Leiter hat die Entscheidung dennoch einige schlaflose Nächte verursacht. „Ich war felsenfest davon überzeugt, dass wir gemeinsam die Kurve kriegen. Die Zuschauer in Mendig sind nie ruhig, das ist nun mal so. Für mich hat Flo fast schon zu profihaft gedacht, er war immer schon einen Schritt weiter“, so Schmitz. „Die Spieler haben nun mal ein Bier getrunken oder eine Zigarette geraucht. Und Flo hat immer nur daran gedacht, was er verändern oder verbessern kann. Ich weiß nicht, ob er sich nach unseren vier Siegen in Folge noch einmal so entscheiden würde. Er wird seinen Weg machen, leider nicht bei uns.“
Co-Trainer Holger Riek hat der SG schon in der Winterpause den Rücken zugekehrt.
Trainer Florian Stein wird den Verein nach der Saison verlassen.
