SG OASF/Barweiler Abteilung Fußball
Erst geführt, dann abgebaut und letztlich verloren
SG Kempenich/Spessart I – SG OASF/Barweiler I 4:1 (0:0)
Niederzissen. Im letzten Spiel des Jahres trat die erste Mannschaft aufgrund der winterlichen Witterung, die ein Spiel auf dem Hartplatz in Spessart unmöglich machte, auf dem Kunstrasen in Niederzissen gegen die SG Kempenich an, die sich in der erweiterten Spitzengruppe befindet. Aufgrund der Tatsache, dass wie so oft in den letzten Wochen aus verschiedenen Gründen mehr als nur einige Ausfälle zu beklagen waren, standen Trainer Fabian Hideg lediglich dreizehn Spieler zur Verfügung. Somit war klar, dass es sicherlich nicht leicht werden würde, Zählbares mit ins obere Ahrtal zu nehmen. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt entwickelte sich zunächst ein umkämpftes und zerfahrenes Spiel, in dem sich beide Mannschaften offensiv kaum einmal in Szene setzen konnten. Für die in einem kompakten 5-4-1-System auftretenden Gäste sorgten lediglich zwei Freistoßflanken von Fabian Hansen für so etwas wie Torgefahr. Bei der ersten Hereingabe köpfte Luka Cläsgens den Ball in die Maschen, stand dabei jedoch im Abseits, wenig später setzte Fabian Hideg einen weiteren Kopfball am Tor vorbei. Der Gegner dagegen, der bis dahin nicht einmal gefährlich vors Tor gekommen war, bekam nach einer halben Stunde einen berechtigten Elfmeter zugesprochen, als Manuel Emmerichs der Ball unglücklich an die Hand sprang. Den nicht einmal schwach geschossenen Strafstoß von David Grones konnte Marcel Ley mit einer starken Reaktion aus dem unteren Eck fischen. Bis zur Pause hatte Kempenich zwar etwas mehr vom Spiel, wirklich gefährlich wurde es allerdings nicht mehr.
Gastgeber in der zweiten Halbzeit weiterhin spielbestimmend
Nach dem Seitenwechsel waren die Gastgeber weiterhin spielbestimmend, liefen sich aber wiederholt an der gut organisierten OASF-Defensive fest. Ein sehr gut ausgespielter Konter sorgte dann in der 55. Minute für die Gästeführung. A-Jugend-Spieler David Weber spielte einen mustergültigen Pass in den Lauf von Rechtsverteidiger Peter Klein, der den SGK-Torwart mit einem satten Schuss überwand. In der Folge war allerdings leider Gottes ein Bruch im Oberahrtaler Spiel zu erkennen. So taten sich einige Lücken in der Defensive auf, die dem Gegner halfen, innerhalb kurzer Zeit das Spiel zu drehen.
Zunächst tankte sich der bis dahin unauffällige beste Torschütze der Liga, Patrick Melcher, in der 63. Spielminute gegen zu zögerliche OASF-Verteidiger in den Strafraum, zog im Fallen ab und setzte den Ball leicht abgefälscht unhaltbar unter die Querlatte. Nur drei Zeigerumdrehungen später wurde es einem Spieler unnötigerweise ermöglicht, unbedrängt eine Flanke von der rechten Seite zu schlagen, welche den am langen Pfosten sträflich frei stehenden Tim Montermann fand. Dieser bedankte sich mit einem sehenswerten Kopfball in die kurze Ecke.
Ein individueller Fehler, wie er hundertprozentiger nicht sein könnte, sorgte nach 70 Minuten bereits für so etwas wie eine Vorentscheidung. Wie schon beim 2:1 kam erneut ein Spieler auf der linken Seite frei zum Abschluss. Den Linksschuss konnte Marcel Ley mit einem tollen Reflex entschärfen. Statt den Ball anschließend zu klären, wurde er flach in den Fuß des am Elfmeterpunkt lauernden Stefan Krupp gespielt, welcher die unverhoffte perfekte Vorlage zum 3:1 nutzte.
Auch in der Folge blieben die Hausherren spielbestimmend und legten in der 78. Minute noch das 4:1 durch Melcher nach, welcher nach einer auf eine Flanke vom rechten Strafraumeck folgenden unübersichtlichen Situation am schnellsten schaltete und den Endstand herstellte. Für etwas Ergebniskosmetik hätte noch Sebastian Sesterheim sorgen können, welcher jedoch nach einem Konter am stark reagierenden Torhüter scheiterte. Fazit: Insgesamt ist der Sieg der Kempenicher absolut verdient, nachdem sie gerade in der zweiten Halbzeit die deutlich aktivere und torgefährlichere Mannschaft waren. Eine Stunde lang konnten die Gäste mit disziplinierter Arbeit gegen den Ball den spielstarken Gegner sehr gut in Schach halten. Leider gab die Führung den Gästen keinerlei Sicherheit – ganz im Gegenteil. So wurde das Spiel gegen den Ball nach einer Stunde deutlich schlechter, was sicherlich zu einem guten Teil auf die unbefriedigende Personalsituation zurückzuführen ist. Dies nutzten die Brohltaler, um die Partie zu ihren Gunsten zu wenden. Vor allem die großen Freiräume auf den Halbpositionen und teilweise abenteuerliche Fehler der zunehmend lückenhaften Verteidigung spielten ihnen hierbei in die Karten. Mit 14 Punkten aus 14 Spielen überwintert die erste Mannschaft auf Platz 8. Es wären sicherlich mehr Zähler zu holen gewesen, was jedoch aus den verschiedensten Gründen nicht realisiert werden konnte. In den ersten Partien nach dem Jahreswechsel wird es darauf ankommen, so schnell wie möglich einen ausreichenden Vorsprung auf die Abstiegsplätze herauszuspielen und das Saisonziel, einen einstelligen Tabellenplatz, vorzeitig zu sichern.
