Andernacher Team Racing One belegte beim VLN-Höhepunkt Rang zwei
„Es war ein brutales Rennen“
Mechaniker sorgten für eine Glanzleistung, nachdem im Qualifying das Getriebe ausgefallen war
Andernach. Es war das Highlight in der bekanntesten Motorsportbreitenserie Europas.
Das Sechsstunden ADAC Ruhr-Pokal-Rennen der VLN Langstreckenmeisterschaft, ausgerichtet vom Bochumer Motorsportclub, fand bei guten äußeren Bedingungen auf der mit 76 Kurven ausgestatteten Nürburgring Nordschleife und der Kurzanbindung Grand Prix Strecke statt. Schon im Abschlusstraining purzelten die Streckenrekorde auf der über 24 Kilometer langen Berg -und Talbahn in der Eifel, dabei fuhr man einen Schnitt von sage und schreibe 185 km/h im „Black Falcan AMG GT3 Mercedes“ und unterbot den erst vor zwei Wochen aufgestellten alten Record um drei Sekunden.
Auch das Team Racing One aus Andernach mit dem bärenstarken Ferrari 458 in der Klasse SP8 (VLN Specials über 4000 bis 6250 Kubikzentimeter Hubraum) zeigte wie gewohnt seine Klasse in der VLN Meisterschaft 2016. Allerdings streikte das Getriebe im Qualifying, sodass nur eine Runde gedreht werden konnte. Das hatte zur Folge, dass der Ferrari in der ersten Startgruppe auf den 60. und letzten Platz verwiesen wurde. Ein großes Kompliment musste man aber auch den Mechanikern vom Andernacher Team machen, die aus drei Getriebeeinheiten ein Getriebe für das Rennen zusammen bauten und so rechtzeitig die Teilnahme am Sechsstundenrennen sicherten. Eine bravouröse Leistung des gesamtem Teams.
Es galt Boden gut zu machen
Und die Piloten, Mike Jäger aus Kaiserslautern, Stephan Köhler aus Dreieich und Christian Kohlhaas aus Andernach, belohnten ihre Mechaniker mit einem sensationellen Rennen.
Köhler fuhr den Startturn, machte in den nächsten acht Runden viel Boden gut und feuerte das Auto bis auf den zweiten Rang in der Klasse SP8. Jäger, der dann übernahm, fuhr im Gesamtklassement ebenfalls weit nach vorne. Auch Kohlhaas und danach wieder Köhler sowie, den Schlussstint fahrend, Mike Jäger scheuchten den 600 PS starken Boliden aus Italien über die schwierigste Rennstrecke der Welt. Am Ende wurden sie als Zweitplatzierte in ihrer Klasse (neun hochkarätige Teilnehmer) und 27. des Gesamtklassements abgewunken. Völlig geschafft und glücklich äußerte sich Stephan Köhler zum Ausgang des Rennens: „Ich muss den Mechanikern und dem gesamten Team ein Kompliment machen, dass wir hier überhaupt am Rennen teilnehmen konnten.
Die habe schon Schwerstarbeit geleistet und uns ein Topgetriebe hingestellt. Es war ein brutales Rennen, anstrengend bei großer Hitze im Auto. Auf der Piste gab es viele Unfälle, daraus resultierend viel Öl und andere Flüssigkeiten, auf denen ich mich eineinhalb mal gedreht habe und Gott sei dank weiterfahren konnte. Ein Kompliment auch an meine Fahrerkollegen, die einen Superjob gemacht haben. Wir sind alle heilfroh, diese Schlacht auf dem Nürburgring gut bestanden zu haben. Das motiviert auch für die restlichen Rennen in der VLN Meisterschaft, zumal wir in der Meisterschaftstabelle im vorderen Bereich angesiedelt sind.“ Im BMW 235i Cup, der mit 22 Rennwagen am stärksten besetzten Klasse der VLN, fielen die Racing One Piloten Benjamin Leuchter aus Duisburg und Fabian Danz aus der Schweiz nach über zwei Dritteln des Rennens an guter Position liegend wegen technischen Defektes aus.
Sieger des Sechsstundenrennens wurde das Team Manthey Racing mit den Piloten Jörg Bergmeister und Patrick Pillet auf einem Porsche 911 GT R. Das nächste Rennen in der VLN Langstreckenmeisterschaft ist am Samstag, 24. September, dann über die Distanz von vier Stunden.
