Lokalsport | 22.05.2017

Die Mannschaft von der Brauerstraße spielt auch in der Saison 2017/2018 in der Fußball-Rheinlandliga

Florian Stein: Am Ende kackt die Ente

SG Eintracht Mendig/Bell - SG Malberg/Rosenheim 1:0 (0:0)

Allein gegen alle: Dennis Penk (am Ball) von der SG Malberg/Rosenheim wird gleich von drei Mendiger Spielern (von links Daniel Bianco, Mark Spohler und Charles Butte) verfolgt.SK

Mendig. Die SG Eintracht Mendig/Bell spielt auch in der nächsten Saison in der Fußball-Rheinlandliga. Die Mannschaft von der Brauerstraße behielt nach einem dramatischen Spielverlauf gegen die SG Malberg/Rosenheim mit 1:0 (0:0) die Oberhand und sicherte sich mit nunmehr 40 Punkten den fünftletzten Tabellenplatz, der auf jeden Fall zum Klassenverbleib reicht. Hauptkonkurrent SG Kyllburg/Badem/Gindorf, der zeitgleich bei der Spvgg Wirges mit 1:2 (0:1) unterlag und bei 36 Zählern verbleibt, muss auf Rang 16 weiter zittern.

„Dieses Spiel war ein Spiegelbild der gesamten Saison. Ich habe der Mannschaft vorher noch einmal verdeutlicht, dass diese Partie kein Selbstläufer wird. Das hat sie sich zu Herzen genommen und ist nie hektisch geworden“, blieb der scheidende Mendiger Trainer Florian Stein in seiner Analyse gewohnt nüchtern. „Ich wusste, dass wir gewinnen, wenn wir kein Tor kassieren würden, denn vorn rutscht uns immer mal einer durch. Genau das ist eingetreten.“

Vor 350 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz an der Brauerstraße verlief die Partie von Beginn an sehr zerfahren. Die weiten Diagonalbälle der Mendiger Innenverteidiger Florian Schlich, Daniel Bianco und Damir Mrkalj landeten immer wieder im Niemandsland. Charles Butte, der kurzfristig den verletzten Spielmacher Niklas Heinemann (Muskelfaserriss) ersetzen musste, tat sich im Verbund mit Matthias Strahl auf der Doppel-Sechs schwer im Spielaufbau und fand in der Offensive kaum einmal einen Abnehmer. Ein Kopfball von Lars Bohm nach einem weiten Einwurf von Mark Spohler genau in die Arme von Malbergs Torhüter und Kapitän Matthias Zeiler (10.) ließ sich wohlwollend noch als Chance bezeichnen.

Die größte Gelegenheit zur Führung hatten urplötzlich die Gäste: Stürmer Joshua Brenner tauchte allein vor Eintracht-Torhüter Jan Heinemann auf, doch der Schlussmann verkürzte geschickt den Winkel (23.). Ein Gegentreffer zu diesem Zeitpunkt hätte die Mendiger Nervosität sicherlich noch weiter erhöht. Auf der Gegenseite bewahrte zunächst Torhüter Zeiler sein Team mit einem großartigen Reflex gegen Bohm (28.) vor einem Rückstand, praktisch mit dem Pausenpfiff stand der Bauch von Damir Mrkalj bei einem Schuss von Marcel Berg dem erlösenden 1:0 für die Gastgeber im Weg.

Das Risiko erhöhten die Mendiger auch nach Wiederanpfiff nicht. Und sie konnten von Glück reden, dass ein Kopfball von Dennis Penk haarscharf über die Latte ging (66.). Knapp 60 Sekunden später fiel auf der Gegenseite die Entscheidung: Einen weiten Schlag des früh eingewechselten Kevin Kostrewa nahm Berg geschickt an, räumte seinen Gegenspieler Sven Heidrich aus der Bahn und spitzelte den Ball mit dem Außenrist Richtung Tor. Zeiler bekam die Beine nicht mehr zusammen und lenkte das Spielgerät mit der Hacke ins eigene Netz.

In der hektischen Schlussphase stürmten die Gäste mit Mann und Maus und drängten vehement auf den Ausgleich, selbst Torwart Zeiler war zweimal im gegnerischen Strafraum zu finden. Dass die Mendiger so lange zittern mussten, war auch der Tatsache geschuldet, dass Stephan Schikora zunächst bei einem Konter den besser postierten Berg übersah und zu eigensinnig selbst den Abschluss suchte (77.) sowie Bohm und Strahl einen Angriff zu schlampig ausspielten (82.). „Hut ab vor der Leistung meiner Jungs, in der ganzen Saison und auch heute. Wir haben 48 Punkte und unser Saisonziel übertroffen. Obwohl es für die Mannschaft um nichts mehr ging, hat sie hier in Mendig nichts hergeschenkt. Wir haben alles probiert“, freute sich der Malberger Trainer Michael Boll über die Darbietung seiner Schützlinge. „Es bestand ja keineswegs latent die Gefahr, dass auf irgendeiner Seite ein Tor fällt. Ich war mir sicher, dass das Team, das den ersten Fehler macht, in Rückstand gerät. Leider hat der Schiedsrichter den ersten Fehler gemacht.“

Das war seinem Gegenüber naturgemäß so ziemlich egal. „Die Saison war brutal lang, wir haben seit Januar 60 Trainingseinheiten absolviert. Die Jungs waren zwar stehend k. o., aber sie haben sich belohnt und dürfen jetzt endlich feiern“, so Eintracht-Trainer Stein. „Am Ende kackt die Ente.“ Eine Aussage, die dem ehemaligen DSF-Moderator Frank Buschmann schon vor Jahren klar war.

SG Eintracht Mendig/Bell: N. Heinemann, Spohler (31. Kostrewa), Bianco, Mrkalj, Schlich, Geisen (90. + 3 To. Schumacher), Strahl, Butte, Berg, Wedemeyer (59. Schikora), Bohm.

SG Malberg/Rosenheim: Zeiler, Hombach, Kudrenko, Heidrich, Löb, Pfeiffer (68. Tsannang), Weinlich, Graf (57. Bähner), Jäger, Penk (75. Nickol), Brenner.

Schiedsrichter: Ehsan Amirian (Burgschwalbach).

Zuschauer: 350.

Tor: Marcel Berg (67.).

Besonderheit: Malbergs Trainer Michael Boll wird wegen Reklamierens (85.) hinter den Zaun verwiesen.

Der erlösende Moment: Kevin Kostrewa (links), Lars Bohm (rechts) und Stephan Schikora (hinten) bejubeln den Führungstreffer von Marcel Berg.

Der erlösende Moment: Kevin Kostrewa (links), Lars Bohm (rechts) und Stephan Schikora (hinten) bejubeln den Führungstreffer von Marcel Berg.

Im Seitenaus oder nicht? Damir Mrkalj (links) von der SG Eintracht /Mendig/Bell beim Zweikampf mit dem Malberger David Jäger.

Im Seitenaus oder nicht? Damir Mrkalj (links) von der SG Eintracht /Mendig/Bell beim Zweikampf mit dem Malberger David Jäger.

Allein gegen alle: Dennis Penk (am Ball) von der SG Malberg/Rosenheim wird gleich von drei Mendiger Spielern (von links Daniel Bianco, Mark Spohler und Charles Butte) verfolgt.Fotos: SK

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