Lokalsport | 03.02.2015

Segelflieger im Kreis Ahrweiler blicken auf ein durchwachsenes Jahr zurück

Flugsaison mit Hindernissen

Jungfluglehrer und Streckenflugnachwuchs der Neuenahrer Segelflieger (v.l.): Adrian Kratz, Lars Schöttler und Christian Mildenberger mit Flugschüler. Thomas Marr

Kreis Ahrweiler. Luft hat - wie der Volksmund so sagt - keine Balken. Was aber nicht heißt, dass es auch keine Hindernisse gibt. Für die Segelflieger, die ihre Energie für die zum Teil 1000km langen Flüge aus der thermischen Kraft der Sonne beziehen, gibt es aber durchaus Grenzen. Und an diese stoßen die lautlosen Flieger immer dann, wenn ihre Energiequelle nicht so intensiv scheint wie erhofft. So war es auch in der vergangenen Flugsaison: nach einem furiosen Start im Frühjahr, in dem das Rheinland sich im wahrsten Sinne des Wortes auf der Sonnenseite befand, hatten die AW-Flieger von den Segelflugclubs in Wershofen, Bad Breisig und Bad Neuenahr-Ahrweiler im Jahresverlauf gegenüber den Kollegen im südlicheren Rheinland-Pfalz wie auch in ganz Deutschland das Nachsehen. Dabei waren die Bedingungen an Rhein, Ahr und in der Eifel keineswegs so schlecht, als das man nicht hätte fliegen können, aber die fliegerischen Bedingungen ermöglichten nur selten hohe Schnittgeschwindigkeiten und somit auch nicht so weite Flugstrecken, wie die Thermikjünger dies vielleicht aus den Vorjahren gewohnt waren. Somit verwundert es auch nicht, dass nur wenige Piloten aus der Region in der Wertung der Deutschen Meisterschaft im Streckensegelflug (DMSt) auf vordere Ränge fliegen konnten.

Unter den Top-Ten

Dennoch gelang allen drei Vereinen aus dem Kreis Ahrweiler eine Positionierung unter den Top 10 der rheinland-pfälzischen Segelflugvereine, auch wenn dabei der ein oder andere im Ausland absolvierte Flug seinen Beitrag zu diesem Ergebnis geleistet hat.

Die Flüge der Piloten vom Luftsportverein (LSV) Bad Neuenahr-Ahrweiler summierten sich trotz der Wetterunbillen auf stolze 57.000 Kilometer und brachten dem LSV somit den verdienten sechsten Platz in der Vereinswertung Rheinland-Pfalz. Gut 40.000 Kilometer sammelten die Segelflieger des Luftsportvereins Mönchsheide (LVM) Bad Breisig/Andernach, der damit Rang neun belegt, direkt gefolgt von den Fliegerkollegen der Segelfluggruppe (SFG) Wershofen mit etwas über 37.000 Kilometern.

Als Paradedisziplin des Kreisstadtclubs kann man mittlerweile die 18m-Klasse bezeichnen, in welcher Flüge mit Flugzeugen entsprechender Flügelspannweite gewertet werden. Fluglehrer Jürgen Koch konnte sich hier den Titel als rheinland-pfälzischer Vizemeister sichern und belegt in der landesweiten Rangliste über alle Klassen Platz Zehn. Wie viel besser das Wetter in den anderen Bundesländern war, zeigt die Tatsache, dass er in seiner Klasse auf Bundesebene nur Rang 67 einnimmt. Sein Vereinskollege Paul-Justin Schilling kam als Achter ebenfalls in die Top Ten.

Auf der benachbarten Mönchsheide flog Stephen Parker in der unlimitierten offenen Klasse auf den dritten Treppchenplatz (bundesweit Rang 25), Hans Wiesenthal ergatterte hier den sechsten Platz. Die beiden errangen zusammen mit Bernd Dolba die Bronzemedaille in der Mannschaftswertung offene/18m-Klasse.

Auch das Team des LSV Bad Neuenahr, bestehend aus Jürgen Koch, Paul-Justin Schilling und Dietmar Spranger konnte hier überzeugen und erreichte Platz fünf. Noch ein weiteres Mal punktete Wiesenthal: gemeinsam mit seiner Tochter Karin sowie Vereinskamerad Markus Geisen holte er für den LVM Platz vier der Mannschaftswertung Club-/Doppelsitzerklasse.

In der auf 15m Flügelspannweite begrenzten Rennklasse behauptete sich SFG-Pilot Gerd Krautwig mit Platz vier als einziger AW-Flieger unter die besten 20. Ganz anders sieht es hingegen in der Doppelsitzerklasse aus: hier landen insgesamt sechs Piloten aus allen drei Clubs in den Top 20. Vorne mit dabei: Karin Wiesenthal (5.) und Markus Geisen (7.) vom LVM. Hier wirkte sich offenbar die in der letzten Saison erfolgte Anschaffung neuer Leistungsdoppelsitzer positiv aus. Hoffnungsvoll kann das Abschneiden des Neuenahrer Nachwuchses (Lars Schöttler, Frederic Eckert und Florian Grünberg) mit Platz Zehn in der Junioren-Mannschaftswertung bezeichnet werden. Und auch das starke Geschlecht machte eindrucksvoll auf sich aufmerksam: Die Breisiger Pilotin Alice Toups landete vor Vereinskollegin Karin Wiesenthal in der Damenwertung auf einem guten vierten Platz.

Blick in die Statistik

Interessant ist ein Blick in die Statistik: Spitzenklasse sind die Wershofener Eifeladler mit 45 Wettkämpfern in der Anzahl der Teilnehmer. In der ganzen Republik gibt es nur rund 20 zum Teil deutlich größere Clubs, die das toppen können. Mit 826 Kilometern gelang Jürgen Koch der größte Langstreckenflug eines AW-Piloten mit Start in Deutschland. Die im Vergleich zu den Vorjahren deutlich geringere Weite lässt die Qualität des Wetters 2014 ahnen. Wer mehr wollte, musste hierfür in deutlich südlicheren Ländern fliegen, so wie Bernd Dolba, dem im Urlaub in Namibia ein Flug über knapp 1150 Kilometer gelang. Auch Südafrika oder Spanien waren für Flüge über 1000 Kilometer gut. Der Großteil der AW-Flieger bleibt hingegen den heimatlichen Gefilden treu und erobert den Himmel über der Eifel, der in der nächsten Saison hoffentlich wieder mit besserer Thermik aufwarten kann.

Jungfluglehrer und Streckenflugnachwuchs der Neuenahrer Segelflieger (v.l.): Adrian Kratz, Lars Schöttler und Christian Mildenberger mit Flugschüler. Foto: Thomas Marr

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