Nach dem Unentschieden beim FSV Trier-Tarforst geht es am Sonntag schon wieder an die Mosel
Freundschaft muss für 90 Minuten ruhen
Fußball-Rheinlandliga: FSV Trier-Tarforst - SG Eintracht Mendig/Bell 1:1 (1:1)
Trier. Das Weinfest in Dernau ist eine weit über die Grenzen hinaus bekannte Veranstaltung, die sich von Jahr zu Jahr größerer Beliebtheit erfreut. Am Samstagabend statteten auch die Fußballer der SG Eintracht Mendig/Bell diesem traditionsreichen Event an der Ahr einen Besuch ab, sie hatten schließlich etwas zu feiern: Einige Stunden zuvor hatten sie am neunten Spieltag der Rheinlandliga dem Tabellenfünften FSV Trier-Tarforst auf dessen Platz ein verdientes 1:1 (1:1) abgetrotzt. Da durfte es bei der Getränkewahl ausnahmsweise auch mal „Rotwein“ statt „Vulkan-Bier“ heißen.
Vor 120 Zuschauern auf dem tiefen Naturrasenplatz im Trierer Stadtteil Tarforst bestimmten die Gastgeber in der Anfangsphase klar das Geschehen. Der Mannschaft von Trainer Christian Esch war deutlich anzumerken, dass sie sich für die schwache Leistung eine Woche zuvor auf dem Kunstrasenplatz in Gillenfeld bei der 1:3 (1:1)-Niederlage gegen die SG Ellscheid rehabilitieren wollte. Verdienter Lohn war der frühe Führungstreffer: Nach nur zwölf Minuten traf Jan Lukas Weber mit einem Fernschuss von der rechten Seite, der von Jörg Jenke noch leicht abgefälscht worden war, zum 1:0.
„Wir sind schwierig ins Spiel gekommen und wurden von der Aggressivität der Tarforster ein wenig überrascht“, gestand SG-Trainer Cornel Hirt nach der Partie. „Mit zunehmender Spieldauer haben wir aber den Kampf aufgenommen.“ Cem Celik scheiterte nach 33 Minuten mit einem Kopfball an FSV-Schlussmann Daniel Bauer. Celik ersetzte im Sturmzentrum Malte Wedemeyer, der sich im Derby gegen die SG 99 Andernach eine Schleimbeutelentzündung im Fußgelenk zugezogen hatte. Ansonsten vertraute Hirt dem gleichen Personal wie eine Woche zuvor gegen die Bäckerjungen.
In der 43. Minute wollten die Gäste einen Foulelfmeter haben, nachdem Kapitän Florian Schlich im Strafraum zu Fall gekommen war. Der Pfiff des insgesamt souveränen Schiedsrichters blieb allerdings aus. Der Ärger bei der Eintracht hielt sich aber in Grenzen, denn die anschließende Ecke, von Sebastian Mintgen hereingegeben, verwertete Mannschaftsführer Schlich zum 1:1-Ausgleich (44.). „So kurz vor der Pause war das für uns natürlich ein Tor zu einem psychologisch wichtigen Zeitpunkt“, bemühte Hirt eine der zahlreiche Fußball-Floskeln.
Ausgeglichene zweite Halbzeit
Im zweiten Abschnitt neutralisierten sich die beiden Teams mehr und mehr.
Sie mussten dem hohen Tempo der ersten 45 Minuten Tribut zollen, der rutschige Rasenplatz tat sein Übriges. „Für die Zuschauer war es rein fußballerisch kein gutes Spiel mehr“, räumten Hirt und sein Kollege Esch ein. „Für die Spieler auf dem Platz hingegen war es ungemein intensiv, das haben alle beteiligten Akteure anschließend bestätigt.“
Und in der Schlussphase kam auch noch eine Prise Spannung hinzu. SG-Torhüter Niklas Nett, der bis dahin fehlerfrei agiert hatte, ließ einen harmlosen Flankenball durch die Finger rutschen. Magomed Ibragimov schlug den Ball im letzten Moment von der Linie (88.).
Der Befreiungsschlag landete bei Mintgen, der John Rausch mit einem klugen Pass auf die Reise schickte.
Bei der anschließenden Eins-gegen-eins-Situation hatte FSV-Schlussmann Bauer allerdings das bessere Ende für sich. So blieb es beim leistungsgerechten Unentschieden. Mit nunmehr 13 Punkten haben die Vulkanstädter als Tabellenneunter den Abstand zu den abstiegsgefährdeten Mannschaften weiter vergrößern können.
Am nächsten Wochenende führt die Reise erneut an die Mosel. Das Team von der Brauerstraße ist am Sonntag, 1. Oktober, um 14.30 Uhr beim SV Mehring zu Gast.
Der Oberliga-Absteiger sorgte am Samstag zwar mit einem 7:3 (2:2)-Erfolg bei der SG 99 Andernach für einen Paukenschlag, hat die Erwartungen (insgesamt 14 Zähler) allerdings noch nicht ganz erfüllen können. Mehrings Trainer Frank Meeth und sein Gegenüber Cornel Hirt pflegen zwar seit Jahren ein freundschaftliches Verhältnis und besuchen am Sonnabend auch gemeinsam in Westerburg einen 50. Geburtstag, doch am Sonntag sind sie zumindest für 90 Minuten auf dem Platz Gegner.
FSV Trier-Tarforst: Daniel Bauer, Michael Hassani, Jan Lukas Weber, Marcel Mühlen (75. Fabrice Schirra), Lars Stüber, André Thielen, Jan Bauchmüller, Bernhard Heitkötter, Lukas Herkenroth (86. Nicola Rigoni), Frank Chalve, Yannick Lauer (80. Jason Thayaparan).
SG Eintracht Mendig/Bell: Niklas Nett, Marcel Berg, Florian Schlich, Jörg Jenke, Magomed Ibragimov, Matthias Strahl, Jeset Akwapay, John Rausch, Damir Mrkalj, Sebastian Mintgen, Cem Celik (62. Tom Tiede).
Schiedsrichter: Claude Pierre (Luxemburg). Zuschauer: 120.
Torfolge: 1:0 Jan Lukas Weber (12.), 1:1 Florian Schlich (44.).
Nächste Aufgabe für den FSV Trier-Tarforst: am Sonntag, 1. Oktober, um 14.30 Uhr bei der SG 2000 Mülheim-Kärlich.
Nächste Aufgabe für die SG Eintracht Mendig/Bell: am Sonntag, 1. Oktober, um 14.30 Uhr beim SV Mehring.
Warum so skeptisch? Kapitän Florian Schlich sorgte an der Mosel per Kopfball für den 1:1-Endstand.
